Super Bowl 2026: Bad Bunny, ein Flitzer und viel Wut auf Trump beim NFL-Finale

Ein Flitzer sorgte beim Super Bowl in den USA für Aufsehen. Mit Spannung war das Finale der National Football League erwartet worden, es ist der sportliche Höhepunkt der Saison. Millionen schauen zu.
Carlos Avila Gonzalez/San Francisco Chronicle/dpa- Super Bowl: Seattle Seahawks siegen 29:13 gegen New England Patriots.
- Trump schimpft über Halbzeitshow von Bad Bunny und neue Kickoff-Regel.
- Halbzeitshow: Politische Botschaften, Flaggen Amerikas, Spanisch, „Liebe statt Hass“.
- Flitzer mit Botschaften auf Körper stürmt im Schlussviertel das Feld, wird gestellt.
- Serena Williams wirbt in Spot für Abnehmmittel – kein Comeback.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Im Gegensatz zum vergangenen Jahr verzichtete Donald Trump dieses Mal auf einen Besuch beim Super Bowl. Trotzdem ließ es sich der US-Präsident nicht nehmen, sich auch während des 29:13-Triumphs der Seattle Seahawks über die New England Patriots zu Wort zu melden. Neben einer Tirade gegen die Halbzeitshow von Latin-Superstar Bad Bunny richtete Trump seine Wut auch direkt gegen die National Football League.
„Die NFL sollte sofort die lächerliche neue Kickoff-Regel ersetzen“, schrieb er auf seiner Plattform Truth Social. Worum es dabei geht - und was sonst noch für Gesprächsstoff rund um den Super Bowl sorgte:
Trump und die Kickoff-Regel
Immer wieder schießt Trump gegen eine Regel, die die NFL bereits vor der Saison 2024 eingeführt hatte. Zum Beginn der Halbzeiten und nach dem Erzielen von Touchdowns und Field Goals schießt ein Team den Football zum anderen. Durch die neue Regel stehen die Teams näher beieinander und dürfen erst später loslaufen - damit sollen die Intensität der Kollisionen und die daraus resultierenden Verletzungen verringert werden. Trump hält diese Regel für verweichlicht.
Ein Flitzer und eine Botschaft
Kurz nach Beginn des Schlussviertels stürmte ein Mann mit nacktem Oberkörper auf das Spielfeld. Dabei narrte er gleich mehrere Ordner. Patriots-Profi Kyle Williams legte zwar nicht selbst Hand an, aber rannte hinter dem Mann her, so dass dieser zu Boden ging und von den Sicherheitskräften gestellt werden konnte. Auf der Brust und dem Rücken hatte der Mann in schwarzer Farbe Botschaften geschrieben - diese deuten auf einen Zusammenhang mit einem Finanzanleger hin.
Serena Williams und kein Comeback
Vor dem Super Bowl gab es Spekulationen, ob Tennis-Legende Serena Williams im Rahmen des Finals in einer Werbung ihr sportliches Comeback verkünden könnte. Dies wurde befeuert, als die 44 Jahre alte Amerikanerin diesen Schritt Ende Januar in einer TV-Sendung nicht explizit ausschließen wollte. Einen Spot mit Williams gab es zwar während des NFL-Finals - dabei bewarb die 23-malige Grand-Slam-Turniersiegerin aber lediglich ein Mittel zum Abnehmen. Dies sorgte für reichlich kritische Kommentare in sozialen Netzwerken.
So war der Auftritt von Bad Bunny beim Superbowl
Großen Wirbel gab es auch um die Halbzeitshow, einer der prestigeträchtigsten Auftritte, die ein Künstler in den USA haben kann. In diesem Jahr war Latin-Superstar Bad Bunny dran. Der Grammy-Preisträger aus Puerto Rico gilt als erklärter Trump-Kritiker. Deshalb machte er die Show nicht nur zur riesigen Tanzparty, sondern wurde auch politisch: Fahnenträger präsentierten während der Show neben dem Banner der USA auch die Flaggen von vielen anderen Ländern des Doppelkontinents Amerika.

Bad Bunny tritt in der Halbzeitpause des Super Bowls auf.
Frank Franklin II/AP/dpaAußerdem hielt Bad Bunny, ein ausgesprochener Kritiker der radikalen Abschiebepolitik der US-Regierung, einen Football mit der Aufschrift „Gemeinsam sind wir Amerika“ in die Kamera, sagte „Gott segne Amerika“ und zählte neben den USA zahlreiche lateinamerikanische Länder auf. Im Hintergrund leuchtete auf einer Leinwand der Schriftzug: „Das Einzige, was mächtiger ist als Hass, ist Liebe.“
Bei dem Auftritt sang er auch eines der politischen Lieder seines aktuellen Albums: „Lo que paso con Hawaii“ (Was mit Hawaii geschehen ist). Darin kritisiert er die kulturelle Übernahme von Hawaii durch die USA, das 1898 gleichzeitig wie Puerto Rico unter die Herrschaft der Vereinigten Staaten geriet.
Trump schimpft über Halbzeitshow
Traditionell beschwört die Halbzeitshow beim Super Bowl eigentlich den Gemeinschaftssinn von Millionen US-Amerikanern - zumal das Land derzeit so tief gespalten ist wie vielleicht noch nie. Präsident Trump, der dem Super Bowl diesmal selbst fernblieb, setzte aber einen anderen Akzent. Er bezeichnete den Pausenauftritt direkt im Anschluss auf der Plattform Truth Social als „Schlag ins Gesicht“ für die USA und als eine der schlechtesten Halbzeitshows, die er jemals gesehen habe.
Zu Trumps Unmut trug offenkundig bei, dass die gesamte Performance von Bad Bunny ausschließlich auf Spanisch gehalten war - ein Novum für die traditionsreiche Halbzeitshow. Man verstehe kein Wort, monierte Trump - nachdem er die Wahl des Hauptacts für das Spektakel bereits vorab als „schrecklich“ bezeichnet hatte.
Hitzige Debatten schon vor der Show
Der Musiker hatte im Vorfeld betont, sein Auftritt sei „für mein Volk, meine Kultur und unsere Geschichte“. Er gilt mit seiner Musik als Brückenbauer zwischen Lateinamerika und den Millionen in den USA lebenden Latinos. Aus Protest gegen die rabiaten Einsätze der US-Einwanderungsbehörde ICE verzichtete er zuletzt auch auf Konzerte in den Vereinigten Staaten. In seiner Dankesrede bei den Grammys kritisierte er die Einsätze kritisiert und widmete seine Auszeichnung all jenen Menschen, „die ihre Heimat verlassen mussten, um ihren Träumen zu folgen“.
Als die NFL Bad Bunny im Herbst 2025 offiziell als Headliner ankündigte, löste das hitzige Debatten aus. Konservative Politiker und Trump-nahe Gruppen kritisierten die Haltung des Superstars als „anti-amerikanisch“. US-Verteidigungsminister Pete Hegseth ließ wissen, dass seine Familie eine andere Show schauen werde. Damit meinte er die Gegenveranstaltung der rechtspopulistischen Organisation Turning Point USA: In einer Halle traten Künstler wie der nationalistische Trump-Unterstützer Kid Rock auf. Die Organisation sprach von einem Event für alle Amerikaner.
So lief der Super Bowl aus sportlicher Sicht
Bei all diesen Nebenschauplätzen geriet der sportliche Aspekt fast in den Hintergrund. Die Seattle Seahawks als Favoriten setzten sich mit 29:13 gegen die New England Patriots durch.

Der Cheftrainer der Seattle Seahawks, Mike Macdonald, küsst nach dem Sieg die Lombardi-Trophäe zwischen Quarterback Sam Darnold und dem Vorsitzenden der Seattle Seahawks, Jody Allen.
Sue Ogrocki/AP/dpamit Material von dpa
