Bis vor kurzem schien es so, als wäre eine Wintersportsaison ohne weitreichende Beschränkungen möglich. Die Corona-Zahlen steigen jedoch. Nicht nur in Österreich, sondern auch in Südtirol ist die Inzidenz hoch. Der italienischen Provinz drohen dadurch strengere Corona-Regeln. Doch welche Auswirkungen hat das vor Ort? Auf welche Einschränkungen müssen sich Touristen einstellen?

Südtirol meldet hohe Inzidenz und niedrige Impfquote

In der autonomen Provinz Südtirolim im Norden von Italien wurde am 16.11.2021 mit 390 die höchste Sieben-Tage-Inzidenz Italiens registriert, wie Gesundheitslandesrat Thomas Widmann mitteilte. Demnach müsse man sich vielleicht bald mit einer entgleisenden Situation auseinandersetzen. Nur rund 68 Prozent der Südtiroler sind gegen Covid-19 vollständig geimpft, das sind deutlich weniger als der italienische Durchschnitt.

Einschränkungen wegen hoher Corona-Zahlen drohen in Südtirol

Wegen dieser steigenden Corona-Zahlen und der schlechtesten Impfquote in Italien steht Südtirol vor neuen Einschränkungen im öffentlichen Leben. Im Vergleich zu den anderen italienischen Regionen sei die Rate der Durchgeimpften gegen Covid-19 geringer. Oft hielten sich die Menschen außerdem nicht an die Corona-Regeln, so Landeshauptmann der Autonomen Provinz Bozen-Südtirol, Arno Kompatscher.

Südtirol: Ampel wohl bald auf gelb – strengere Regeln erwartet

Bislang stehen alle Regionen und autonomen Provinzen in Italien auf der niedrigsten Stufe „weiß“. „Orange“ und „rot“ haben dann heftige Auswirkungen für alle Bereiche des öffentlichen Lebens zur Folge. Wegen der aktuellen Entwicklung dürfte Südtirol in dem landesweit etablierten Ampelsystem in Kürze als „gelb“ eingestuft werden. Doch welche Folgen hat das?
  • Das würde zum Beispiel bedeuten, dass in Restaurants nur noch bis zu vier Personen aus unterschiedlichen Haushalten an einem Tisch sitzen können.
  • Außerdem würde die Maskenpflicht auch im Freien wieder eingeführt.

Skifahren in Südtirol: Wo ist Skiurlaub bereits möglich?

Nach der Corona-Zwangspause 2020/21 freuen sich viele Skifahrer und Snowboarder auf den Winter. Auf den Gletschern und in Hochlagen hat die Saison schon begonnen - trotz steigender Inzidenzwerte. In Italien fahren Wintersportler bereits Ski. Der Schnalstaler Gletscher in Südtirol ist ebenso geöffnet wie der Presena-Gletscher am Passo Tonale.

Skiurlaub in Südtirol: Diese Corona-Regeln gelten in Skigebieten

Weiße Gipfel, blauer Himmel und im Sonnenlicht tanzende Schneekristalle: Für passionierte Wintersportler ist das Gleiten durch frischen Schnee der Inbegriff von Freiheit. Erst recht nach der Zwangspause wegen Corona. Doch damit Sicherheit gewährt ist, gilt es auf der Piste einige Regeln zu beachten. Auf seiner Homepage informiert Südtirol darüber, welche Regeln in den Skigebieten gelten:
  • Zur Benutzung der Aufstiegsanlagen wird der Green Pass (Grüner Pass) benötigt – Kinder unter 12 Jahren sind davon ausgenommen
  • In geschlossenen Aufstiegsanlagen benötigt man eine medizinische Maske oder eine FFP2-Maske
  • In den Skihütten gelten die gleichen Bestimmungen wie in Restaurants und Bars
  • Sicherheitsabstand von einem Meter zu anderen Personen
  • Der Online-Kauf des Skipasses ist zu bevorzugen

Corona Regeln Italien: Grüner Pass auch in Südtirol wichtig

Der Green Pass ist quasi das Ticket für den Urlaub in Südtirol. Doch nicht nur dort. Der Grüne Pass ist Voraussetzung für fast alle Aktivitäten im öffentlichen Raum in Italien. Er ist der Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Test. Kinder unter zwölf Jahren müssen noch keinen Pass haben.
Touristen brauchen den Pass - es gilt das in Deutschland gängige EU-Zertifikat - etwa für Museen, Kinos, Sportstätten, Diskotheken und Restaurants. Auch Fernverkehrszüge, Seilbahnen und Fähren verlangen den Pass. Bei der Einreise in das Land ist für alle Erwachsenen und Kinder ab sechs Jahren eine Online-Anmeldung auszufüllen und der Nachweis einer Impfung, Genesung oder eines Covid-Tests zu erbringen.
In Südtirol wird der Green Pass benötigt, um Zutritt zu den Südtiroler Chriskindlmärkten zu erhalten und beim Skifahren die Aufstiegsanlagen nutzen zu können.

2G-Regel in Südtirol: Was ist möglich?

Südtirol will in der Corona-Pandemie eigenmächtiger Regeln bestimmen können. Man habe die Regierung ersucht zu prüfen, inwieweit es 2G-Regel so wie in anderen europäischen Staaten geben solle, sagte Arno Kompatsche vor kurzem auf einer Pressekonferenz in Bozen. Südtirol habe Rom außerdem gebeten, die Regionen in die Lage zu versetzen, für bestimmte Situationen strengere Regeln erlassen zu können.
Südtirol habe vom 2. bis 8. November im Schnitt 183 Corona-Fälle je Tag verzeichnet - ein sehr hoher Anstieg. Italienweit habe man den höchsten Inzidenzwert.