Stromnetz-Anschlag in Berlin
: Razzia gegen mutmaßliche Linksextreme

50.000 Menschen waren im September 2025 ohne Strom, für Tech-Unternehmen bedeutete es einen Millionenschaden: Nun gibt es Durchsuchungen der Polizei zu einem Anschlag auf das Berliner Stromnetz.
Von
dpa
Berlin
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Polizei ist im Einsatz in einem Gebäude im Stadtteil Wedding. Ein halbes Jahr nach einem Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof hat die Polizei eine Razzia gegen Verdächtige gestartet.

Sven Käuler/dpa
  • Razzia nach Brandanschlag auf Berliner Stromnetz: Durchsuchungen in Berlin und 3 Ländern
  • 14 Objekte in Berlin durchsucht; Ermittlungen gegen namentlich bekannte Beschuldigte
  • Angriff traf 09.09.2025 Strommast bei Adlershof; 50.000 ohne Strom, Mio.-Schäden
  • „Die Welt“: Einsatz gegen anarchistische Gruppe; Hunderte Polizisten im Einsatz
  • BKA-Chef: Linksextreme Angriffe auf Infrastruktur nehmen an Intensität zu

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ein halbes Jahr nach dem mutmaßlich linksextremen Brandanschlag auf die Stromversorgung des Berliner Technologieparks Adlershof ist die Polizei mit einer Razzia gegen Verdächtige vorgegangen. Seit dem Morgen wurden an weit mehr als einem Dutzend Orten in der Hauptstadt und in drei anderen Bundesländern Wohnungen und andere Räume durchsucht, wie die dpa aus Polizeikreisen erfuhr und die Staatsanwaltschaft bestätigte. 

Ein Sprecher der Berliner Generalstaatsanwaltschaft sagte: „Die Polizei ist im Einsatz im Auftrag der Generalstaatsanwaltschaft Berlin im Zusammenhang mit dem Brandanschlag bei Adlershof im September letzten Jahres. Die Ermittlungen richten sich gegen namentlich bekannte Beschuldigte.“ Allein in Berlin durchsuche die Polizei 14 Objekte. Weitere Informationen sollten später veröffentlicht werden.

Hunderte Polizisten im Einsatz

Nach einem Bericht der Zeitung „Die Welt“ richtet sich der Einsatz gegen eine anarchistische Gruppe. Hunderte Polizisten seien im Einsatz. Nach Informationen der dpa und der „Welt“ war auch eine linksextremistisch-anarchistische Bibliothek in Kreuzberg im Visier der Polizei.

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) betonte: „Die Sicherheitsbehörden kennen die Protagonisten des harten Kerns. (...) Aber nach wie vor ist es unglaublich schwer, ihnen Brandanschläge wie den in Johannisthal oder Zehlendorf nachzuweisen.“ Das Landeskriminalamt (LKA) habe erfolgreich ermittelt, „um die heutigen Durchsuchungsbeschlüsse zu erwirken“.

Anschlag auf Strommast und Starkstromkabel

Mutmaßliche Linksextremisten hatten am 9. September 2025 einen Brandanschlag auf einen Strommast verübt und Starkstromkabel weitgehend zerstört. In einem Bekennerschreiben im Internet war von einem Angriff auf den Technologiepark Adlershof und die dortigen Firmen und Forschungseinrichtungen aus den Bereichen IT, Robotik, Bio- und Nanotechnologie, Raumfahrt sowie Sicherheits- und Rüstungsindustrie die Rede.

Anfangs waren rund 50.000 private und betriebliche Kunden der landeseigenen Stromnetz GmbH von dem Stromausfall betroffen. Bei den Firmen wurden nach Schätzungen Schäden zwischen 30 und 70 Millionen Euro verursacht.

Der Präsident des Bundeskriminalamts (BKA), Holger Münch, sagte Anfang des Monats der dpa: „Gewalttaten und die Angriffe auf die Infrastruktur durch Linksextremisten nehmen seit einigen Jahren nicht unbedingt in der Zahl, aber sehr wohl an Intensität zu.“ Das zeigten etwa die Taten der sogenannten Hammerbande sowie die Brandanschläge auf die Stromversorgung und andere Infrastruktureinrichtungen.

Münch erklärte weiter: „Neben den Taten der sogenannten Vulkangruppen in Berlin und Brandenburg gibt es seit mehreren Jahren einen weiteren Schwerpunkt von Angriffen auf Infrastruktur im Großraum München.“ Relevant sei hier auch die militante linksextremistische Initiative „Switch off“, in deren Rahmen seit mehreren Jahren zu Sabotageakten aufgerufen werde.