Stau-Chaos am Wochenende
: Wo und wann die längsten Staus drohen – und wie sie diese vermeiden können

Es wird voll auf deutschen Straßen: mit 14 Bundesländern in den Sommerferien droht eines der staureichsten Wochenenden der Saison. Reisende fragen sich jetzt: Wo und wann werden jetzt die längsten Staus erwartet und wie kann ich diese vermeiden?
Von
Philipp Staedele
Berlin/München
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ARCHIV - 23.12.2022, Baden-Württemberg, Gruibingen: Autos stehen auf der Autobahn 8 in Fahrtrichtung München im Stau. Mitglieder der Landesregierung Baden-Württembergs haben für mehr Sicherheit im Straßenverkehr geworben.

Marijan Murat/dpa

Der beste Tipp für Autofahrer am Wochenende (21. bis 23. Juli) dürfte vermutlich sein, nach Möglichkeit gar nicht erst loszufahren und stattdessen einen Tag unter der Woche als Reisebeginn zu wählen. Grund hierfür ist die Prognose des Auto Club Europa (ACE) und des ADAC, die eines der verkehrsreichsten Wochenenden der gesamten Saison erwarten. Wo und wann jetzt Staus drohen, und wie diese vermieden werden können im Überblick:

Stau-Chaos erwartet: 14 Bundesländern in den Sommerferien

Nachdem dann auch in Hessen, Rheinland-Pfalz und im Saarland die Schulen schließen, ist bis auf Bayern und Baden-Württemberg die ganze Republik in den Sommerferien. Diese Situation wird voraussichtlich zu einer turbulenten Verkehrssituation auf den Straßen bundesweit führen, wie der ACE warnt, der insbesondere den Samstag als Hauptreisetag identifiziert.

Wann genau drohen die längsten Staus am Wochenende?

Laut Prognosen des ADAC sind die längsten Staus am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und am Sonntagnachmittag zu erwarten. Auf den Hauptreiserouten für Urlauber wird es stellenweise nur im Schritttempo vorangehen.

Das Stau-Wochenende im Überblick

Freitag: Am Freitag gesellen sich zu den Berufspendlern auch diejenigen, die in den Urlaub aufbrechen möchten. Ab dem Mittag ist daher mit einem hohen Verkehrsaufkommen rund um die Ballungsräume zu rechnen. Insbesondere im Rhein-Main-Gebiet, in den Regionen Hamburg, Berlin, München und im Rhein-Ruhr-Gebiet warnt der ACE vor starkem Verkehrsaufkommen. Die Autobahnen dürften bis in den Abend hinein sehr voll sein und es muss mit langen Staus gerechnet werden.

Samstag: Bereits ab dem frühen Vormittag führt die Reisewelle zu vollen Urlaubsrouten in Richtung Süden, an die Nord- und Ostsee sowie zu Zielen in den Niederlanden, Belgien und Frankreich. Ab dem Nachmittag könnte der Verkehr in südlicher Richtung etwas abnehmen, so der ACE.

Dafür füllen sich die Heimreiserouten bis in den Abend hinein. Besonders stark betroffen und staugefährdet sind die Nord-Süd-Verbindungen (A1, A3, A5, A7 und A9) sowie die Ost-West-Verbindungen (A2, A4, A6 und A8). Aber auch auf den Stadtautobahnen und Umfahrungen in Berlin (A100, A10), Hamburg (A1, A7) und München (A99) sollte man mit Verkehrsbehinderungen rechnen.

Sonntag: Schon am Vormittag wird es auf den Autobahnen und Nebenstraßen schnell voll, und ab dem Mittag geht der ACE von einer erhöhten Staugefahr aus, insbesondere auf den Spuren der Heimreisenden.

Der Verkehr staut sich auf der Autobahn 8 hinter München in Fahrtrichtung Brenner und Salzburg. An diesem Wochenende beginnen in Hessen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland die Sommerferien.

Matthias Balk/dpa

Auf welchen Strecken drohen jetzt die längsten Staus?

Die Verkehrsclubs prognostizieren Verkehrsbehinderungen und Verzögerungen in den Großräumen Berlin, Hamburg, Rhein-Ruhr, Rhein-Main, Stuttgart und München. Auch auf den Fernstraßen, die zu den Nord- und Ostseeregionen führen, wird mit einem hohen Verkehrsaufkommen gerechnet. Zusätzlich sind folgende Routen besonders betroffen, oft in beiden Richtungen:

  • A 1: Köln - Dortmund - Bremen - Hamburg - Lübeck
  • A 2: Berlin - Hannover - Dortmund
  • A 3: Passau - Nürnberg - Würzburg - Frankfurt/Main - Köln - Oberhausen
  • A 4: Kirchheimer Dreieck - Bad Hersfeld - Erfurt - Dresden
  • A 5: Basel - Karlsruhe - Frankfurt/Main - Hattenbacher Dreieck
  • A 6: Nürnberg - Heilbronn - Mannheim - Kaiserslautern
  • A 7: Füssen - Ulm - Würzburg - Hannover - Hamburg - Flensburg
  • A 8: Salzburg - München - Stuttgart - Karlsruhe
  • A 9: München - Nürnberg - Halle/Leipzig - Berlin
  • A 10: Berliner Ring
  • A 11: Berliner Ring - Dreieck Uckermark
  • A 19: Dreieck Wittstock - Rostock
  • A 20: Lübeck - Rostock
  • A 23: Hamburg - Heide
  • A 24: Hamburg - Berlin
  • A 40: Essen - Duisburg - Venlo
  • A 45: Dortmund - Gießen
  • A 61: Ludwigshafen - Koblenz - Mönchengladbach
  • A 72: Leipzig - Chemnitz - Hof
  • A 81: Singen - Stuttgart - Heilbronn
  • A 93: Kiefersfelden - Dreieck Inntal
  • A 96: Kreuz Memmingen
  • A 95/B 2: Garmisch-Partenkirchen - München
  • A 99: Umfahrung München

Wie kann ich die Staus am Wochenende vermeiden?

Die Hauptstauzeiten sind voraussichtlich der Freitagnachmittag, der Samstagvormittag und der Sonntagnachmittag. Wenn es unvermeidbar ist, am Wochenende zu reisen, empfiehlt es sich, sehr früh am Morgen loszufahren, um den Staus möglichst zu entgehen.

Für diejenigen, die ihre Reisezeit flexibel gestalten können, ist es ratsam, an einem Wochentag loszufahren. Insbesondere Dienstag bis Donnerstag werden als geeignete Wochentage genannt, da das Verkehrsaufkommen in der Regel geringer ist und die Wahrscheinlichkeit von Staus reduziert wird.

(mit Material von dpa)