Silber, Platin und Co
: Alternative zum Gold – In welches Metall kann ich noch investieren?

Gold ist die Königin der Edelmetalle - aber lange nicht das einzige. Warum sich Investitionen in Silber, Platin und Co lohnen können.
Von
Eva Mauer
Berlin
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Silberkurs: ARCHIV - 16.03.2023, Bayern, München: Silberbarren in unterschiedlicher Größe liegen beim Edelmetallhändler Pro Aurum in einem Tresor auf einem Tisch. (zu dpa: «Silbermünze zur Schwebebahn noch in der Schwebe») Foto: Sven Hoppe/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Silberbarren liegen auf einem Tisch: Die Investition in andere Edelmetalle als Gold wird immer attraktiver. Welche Alternativen es gibt und welche Besonderheiten von Silber, Platin und Co Anleger beachten sollten.

Sven Hoppe/dpa

Gold gilt als Königin der Edelmetalle und ist seit Jahrtausenden ein Symbol für Reichtum und Macht. In unruhigen Zeiten gibt Gold seinen Besitzern Sicherheit. Doch Gold ist nicht das einzige Edelmetall, das interessante Investment-Optionen bietet. Das sind mögliche Alternativen und das sollten Anleger beachten.

Was unterscheidet Silber, Platin und Co von Gold?

Edelmetallhändler bieten neben Gold häufig auch Edelmetalle wie Silber, Platin und Palladium an. Wie auch bei Gold gibt es die Möglichkeit, die Metalle physisch als Barren oder Münzen zu erwerben oder in einen ETC (Exchange Traded Commodity) zu investieren.

Es gibt jedoch einen bedeutenden Unterschied: Im Gegensatz zu Gold werden andere Edelmetalle viel stärker von der Industrie nachgefragt. Das macht ihren Wert abhängiger von Konjunkturbewegungen und der wirtschaftlichen Lage bestimmter Sektoren. Als reine Absicherung vor Inflation und Finanzkrisen sind alternative Edelmetalle deshalb nicht im gleichen Maße wie Gold geeignet. Andererseits ermöglichen die stärkeren Kursbewegungen höhere Renditen.

Lohnt sich die Investition in Silber?

Silber ist deutlich günstiger als Gold zu haben. Die Gold-Silber-Ratio ist der Goldpreis geteilt durch den Silberpreis. Je höher der Wert, desto günstiger ist Silber im Vergleich zu Gold. Im Jahr 2025 erreichte die Ratio Werte von 80 bis 90, und lag damit weit über dem langfristigen Durchschnitt von etwa 60 bis 70. Das spricht dafür, dass Silber, trotz starkem Preisanstieg, unterbewertet ist und ist für viele Anleger ein Signal, Silber zu kaufen.

Silber spielt als Industriemetall eine wichtige Rolle in der Energiewende. Es ist beim Bau von Solarpanels unverzichtbar und findet auch in Windkraftanlagen Verwendung. Auch beim Ausbau des 5G-Netzes werden Komponenten aus Silber benötigt, ebenso wie bei der Herstellung von RFID-Chips und für Batterien in Elektrofahrzeugen.

Was sollte man beim Kauf von Platin und Palladium beachten?

Platin und Palladium sind seltene, glänzend-silberne Edelmetalle, die aufgrund ihrer einzigartigen chemischen Eigenschaftenwerden in der Industrie stark nachgefragt werden. Platin wird in Dieselkatalysatoren verbaut und wird auch für Zukunftstechnologien wie grünem Wasserstoff gebraucht. Palladium wird für Benzinkatalysatoren, aber auch in der Elektronik, Zahnmedizin und Chemieindustrie verwendet.

Über 80 Prozent der Platin-Metalle werden in der Industrie verwendet, ein kleinerer Teil in der Schmuckindustrie und lediglich fünf Prozent als Vermögensanlagen. Die starke Verankerung in der Industrie lässt den Kurs der Edelmetalle kurz- und mittelfristig stärker schwanken als Gold.

Die Fördermenge der Platin-Metalle sinkt stetig und der Aufbereitungsprozess bis zum fertigen Edelmetall ist langwierig. Gleichzeitig wird der Bedarf an Platin um ein vielfaches ansteigen, sollte sich die Wasserstofftechnik durchsetzen.

Fällt für Silber, Platin und Palladium Steuer an?

Als Industriemetalle unterliegen Silber, Platin und Palladium, anders als Gold, dem regulären Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent. Beim Verkauf von Silber nach einer Haltedauer von über einem Jahr sind Gewinne steuerfrei, andernfalls fallen Einkommensteuern an, wenn die Freigrenze von 1000 Euro überschritten wird.