Geldanlage
: In Gold investieren – Das sollte man beachten

Gold gilt als „sicherer Hafen“. Doch es gibt trotzdem einige Dinge, die Anleger und Gold-Einsteiger beim Goldkauf beachten sollten.
Von
Eva Mauer
Berlin
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Goldpreis: ARCHIV - 20.03.2023, Baden-Württemberg, Pforzheim: Bei der Agosi AG in Pforzheim werden frisch gegossene Goldbarren gezeigt, die einen Feingoldgehalt von 99,99 Prozent haben (obere Reihe 1 Kilogramm je Stück, mittlere Reihe 500 Gramm je Stück, untere Reihe 250 Gramm je Stück). (zu dpa: «Goldpreis klettert - Bericht über US-Zölle auf Goldbarren») Foto: Uli Deck/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Frisch gegossene Goldbarren in Pforzheim, Baden-Württemberg: Vor allem in Krisenzeiten zieht es viele Anleger zum Gold. Doch was sollte man bei der Investition in das Edelmetall beachten?

Uli Deck/dpa

Geopolitische Krisen, Sorgen vor Inflation und wirtschaftliche Unsicherheit – das treibt viele Investoren in den „sicheren Hafen“ Goldanlage. Zwischen 2020 und 2025 hat sich der Goldpreis mehr als verdoppelt. Was Anleger und Gold-Einsteiger beachtet sollten.

Chancen und Vorteile einer Goldanlage

Gold gilt als krisenfest: In Zeiten von politischen Konflikten, Inflation oder wirtschaftlicher Unsicherheit bewahrt es seinen Wert, während Währungen an Kaufkraft verlieren können. Gold wird weltweit anerkannt und geschätzt, was es zu einem internationalen Wertspeicher macht. Das Gold an Ansehen verliert, ist unwahrscheinlich.

Gold ist selten und kann nicht beliebig vermehrt werden. Genau diese Knappheit macht Gold so wertvoll. Während Währungen durch politische Entscheidungen schnell entwertet oder vermehrt werden können, bleibt die verfügbare Goldmenge weltweit weitgehend konstant.

Wie kann man in Gold investieren?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, in Gold zu investieren. Die direkte Methode: Physisches Gold in Münzen oder Barren kaufen und sicher verwahren, beispielsweise in einem Bankschließfach. Der direkte Besitz von Gold gibt Sicherheit, da er Unabhängigkeit von Banken und möglichen Pleiten bietet. Andererseits ist die sichere Lagerung mit Kosten und Aufwand verbunden.

Statt in Barren und Münzen kann man auch in Exchange Traded Commodity (ETCs) investieren. Diese Wertpapiere bilden den Goldpreis ab und sind häufig mit physischem Gold besichert. Das ermöglicht Anlegern, in physisches Gold zu investieren, ohne es selbst lagern zu müssen. Allerdings bleibt das Risiko, das der Anbieter pleite geht (Emittentenrisiko).

Gold-Minen-Aktien: Gold-Investition mit mehr Risiko

Während physisches Gold und mit Gold besicherte Wertpapiere relativ geringen Schwankungen unterliegen, gibt es auch Anlagemöglichkeiten, die mehr Risiko beinhalten, aber auch höhere Renditen ermöglichen. So können Goldminenaktien, also Aktien von Unternehmen, die Gold abbauen und fördern, oder entsprechende Fonds, gekauft werden. Steigt der Goldpreis, sind so überdurchschnittliche Gewinne und Dividenden möglich. Gleichzeitig gilt: Der Kurs schwankt stärker, dazu kommen Unternehmensrisiken.

Handel mit Gold: Was beeinflusst den Goldpreis?

In Zeiten politischer Konflikte, kriegerischer Auseinandersetzungen und wirtschaftlicher Unsicherheit steigt die Nachfrage nach Gold und damit der Preis. In schlechten Zeiten spekulieren Händler oft auf steigende Goldpreise. Aber: diese können auch von kurzfristiger Dauer sein.

Auch der US-Dollar hängt eng mit dem Goldpreis zusammen. Meist bewegen sie sich gegensätzlich: Ein schwacher Dollar macht den Goldkauf für Händler außerhalb der USA günstiger, die Nachfrage nach Gold und damit der Goldpreis steigen. Andersherum sorgt ein starker Dollar für weniger Nachfrage nach Gold von Händlern außerhalb der USA – der Goldpreis fällt.

Nachteile und Risiken einer Goldanlage

Gold wirft keine Zinsen oder Dividenden ab. Im Gegensatz zu Aktien oder Anleihen bringt es während der Haltedauer keine regelmäßigen Einnahmen. Auch der Goldpreis kann schwanken –  auch kurzfristig. Wer Gold kauft, muss mit Preissprüngen nach oben und unten rechnen. Vor allem bei Goldmünzen und kleinen Barren besteht das Risiko, Fälschungen zu kaufen, wenn man nicht bei seriösen Händlern kauft.

Wie viel Gold gehört ins Depot?

Finanzexperten empfehlen, maximal fünf bis zehn Prozent des Gesamtvermögens in Gold zu investieren. Das ermöglicht, das Risiko des eigenen Portfolios zu streuen und gegen Inflation und andere Krisen absichern. Gleichzeitig sollte Gold andere, renditestärkere Anlagemöglichkeiten, wie etwa ETFs, nicht ersetzen, sondern ergänzen.