Bisher zeigt sich der Sommer nicht gerade von seiner besten Seite. Wie wird das Wetter für die kommenden Monate in Deutschland dann für Juli und August? Eine genaue Prognose gibt es aktuell noch nicht, doch am Sonntag, 27. Juni, ist der Siebenschläfer 2021. Laut einer Bauernregel gibt dieser Tag eine Prognose über das Wetter in den Sommermonaten ab. Einige Sprüche wie, „Das Wetter am Siebenschläfertag noch sieben Wochen bleiben mag“ oder „Ist der Siebenschläfer nass, regnet‘s ohne Unterlass“ könnten aufschlussreich sein.
Was ist eigentlich dran an der Bauernregel? Was hat der Name mit dem Tier zu tun? Wann ist der Siebenschläfertag? Bedeutung, Wetter, Datum und die Ursprünge im Überblick.

Siebenschläfer 2021 Datum: Wann ist der Siebenschläfer?

Der Siebenschläfertag ist jedes Jahr am 27. Juni. Liturgisch ist es der Gedenktag für die sieben Schläfer von Ephesus am 27. Juni. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform 1582 bezieht sich die Bedeutung als Lostag jedoch etwa zehn Tage später auf den 7. Juli.
Lostage sind nach altem Volksglauben bestimmte Tage im Bauernjahr, die für das Wetter der kommenden Wochen und damit für die Verrichtung verschiedener landwirtschaftlicher Arbeiten, wie den Beginn der Aussaat oder den Ausgang der Ernte, von Bedeutung waren.

Welche Bauernregeln gibt es zum Siebenschläfer-Tag?

„Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.“ oder „Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass – so lauten zwei Varianten der Bauernregel.
Statistische Analysen ergaben, dass die Bauernregel zwar nicht für den Siebenschläfertag selbst, jedoch für die erste Juliwoche in Süddeutschland in 60 bis 70 Prozent, in München sogar in 80 Prozent der Fälle zutrifft. Aufgrund der gregorianischen Kalenderreform von 1582 ist der heutige Siebenschläfertag eigentlich der 7. Juli. Für den Zeitraum vom 5. bis zum 10. Juli hat der Meteorologe Franz Baur (1887–1977) eine statistische Häufung nachgewiesen.
Für die Bauernregel des Siebenschläfertags sind folgende Varianten bekannt:
  • Wie das Wetter am Siebenschläfer sich verhält, ist es sieben Wochen lang bestellt.
  • Wenn’s am Siebenschläfer regnet, sind wir sieben Wochen mit Regen gesegnet.
  • Das Wetter am Siebenschläfertag sieben Wochen bleiben mag.
  • Wie’s Wetter am Siebenschläfertag, so der Juli werden mag.
  • Wenn die Siebenschläfer Regen kochen, dann regnet’s ganze sieben Wochen.
  • Ist der Siebenschläfer nass, regnet’s ohne Unterlass.
  • Regnet’s am Siebenschläfertag, der Regen sieben Wochen nicht weichen mag.
  • Werden die sieben Schläfer nass, regnet’s noch lange Fass um Fass.
  • Der Siebenschläferregen, der bringt dem Lande keinen Segen.
  • Siebenschläfer Regen – sieben Wochen Regen.
  • Scheint am Siebenschläfer Sonne, gibt es sieben Wochen Wonne.

Wie hängt der Siebenschläfer mit dem Wetter zusammen?

Der Zeitraum um und nach dem Siebenschläfertag gilt als meteorologische Singularität, also eigenartige Witterungsregelfälle, die zu bestimmten Zeitabschnitten im Jahr mit hoher Wahrscheinlichkeit auftreten.
Die Wetterlage hängt von dem Jetstream, ein Starkwindband in der oberen Atmosphärenschicht, ab. Diese Großwetterlage stabilisiert sich üblicherweise Ende Juni bis Anfang Juli für einige Wochen. Verläuft der Jetstream relativ weit nördlich, so werden Tiefdruckgebiete meist in Richtung Nordeuropa abgelenkt und Hochdruckgebiete dominieren das Wetter im südlichen Mitteleuropa. Verläuft er dagegen relativ weit südlich, können Tiefs über Mitteleuropa hinwegziehen. Aufgrund des stärker maritim geprägten Klimas, ist die Regel für Norddeutschland jedoch nicht anwendbar.
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Siebenschläfer Wetter 2021: Prognose für den Siebenschläfertag

Sollte die Bauernregel zutreffen, sieht es für Deutschland im Sommer 2021 doch ganz gut aus: Für Sonntag, 27. Juni, sind im ganzen Land sommerliche Temperaturen von 23 bis 30 Grad angesagt. Im Norden ist es am kühlsten, im Südwesten bei Stuttgart wird es trotz Wolken am wärmsten.
Die Bauernregel zum Siebenschläfertag hat übrigens im Süden eine deutlich höhere Trefferquote als im restlichen Land. Dort liegt sie bei 70 bis 80 Prozent, während die übrigen Landesteile nur 55 bis 60 Prozent Wahrscheinlichkeit aufweisen.

Siebenschläfertag: Woher kommt der Name?

Der Name stammt nicht etwa von dem kleinen Nagetier, sondern einer alten Legende: In der Zeit der Christenverfolgung suchten sieben junge Christen in einer Berghöhle in Ephesus Zuflucht. Sie wurden entdeckt und lebendig eingemauert. Nach der Legende der sieben Schläfer nach starben sie jedoch nicht, sondern schliefen 195 Jahre lang. Am 27. Juni des Jahres 446 wurden sie zufällig entdeckt, wachten auf und bezeugten ihren Glauben an die Auferstehung der Toten. Wenig später starben sie. Bis heute wird den sieben Schläfern am 27. Juni gedacht.
Das Nagetier Siebenschläfer hat seinen Namen übrigens, weil es außerordentlich viel schläft: Von September bis in den Mai hinein hält es Winterschlaf, also rund sieben Monate lang.