Endlich Juni, endlich warm - diese Hoffnung hat sich in vielen Teilen Deutschlands bislang zerschlagen. Aktuell sind vielerorts kühle Temperaturen und Regenschauer angesagt. Doch warum? Eine mögliche Erklärung könnte die sogenannte Schafskälte sein. Ein Wetterereignis, das kalte Nächte im Juni mit sich bringt. Im Artikel beantworten wir alle Fragen rund um die Schafskälte:
  • Was ist die Ursache für den plötzlichen Kälteeinbruch im Juni?
  • Wann ist die Schafskälte 2022?
  • Wann ist der Höhepunkt der Kältephase?
  • Warum heißt es Schafskälte und woher kommt die Bedeutung?
  • Wie ist die aktuelle Wetterprognose?
  • Welche Bauernregeln gibt es?

Schafskälte 2022: Grund für den Kälteeinbruch

Grund für den Kälteeinbruch im Juni ist ein meterologisches Wetterphänomen. Die Ursache liegt in der unterschiedlichen Erwärmung der Erdmasse im Vergleich zum Meerwasser. Während sich das Land bei zunehmender Sonneneinstrahlung schnell erwärmt, ist das Wasser noch recht kühl. Dieser Temperaturunterschied führt zu einem Ungleichgewicht im Luftdruck, wodurch kalte Polarluft aus westlicher bis nordwestlicher Richtung zu uns nach Mitteleuropa strömt.

Wann ist Schafskälte 2022? - Höhepunkt am 11. Juni

Der jährliche Zeitraum, in dem die Schafskälte auftreten kann, beginnt am 4. Juni und endet am 20. Juni. Vor allem um den 11. Juni kommt es in Mitteleuropa öfters zum Temperatursturz. Jedoch kommt es nicht automatisch jedes Jahr zu diesem Kälteeinbruch. Dieses Jahr darf sich vor allem der Süden Deutschlands freuen, denn für den 11. Juni werden weitestgehend sonnige und warme Temperaturen prognostiziert. Im Norden und Osten Deutschlands soll es hingegen tatsächlich zum Temperaturabfall kommen. Hier wird am Wochenende mit Temperaturen um die 18 Grad gerechnet, mit Regen und mit einem bewölkten Himmel.

Warum heißt es Schafskälte? - Name und Bedeutung

Der Name der Wetterlage kommt aus dem landwirtschaftlichen Kontext. Traditionell ist es nämlich so, dass die Schafe bis in den Juni hinein bereits geschoren wurden. Der plötzliche Kälteeinbruch ist für die Tiere dann durchaus bedrohlich. Vor allem in früheren Zeiten sind regelmäßig Tiere dadurch erfroren. Weswegen die Muttertiere deshalb auch erst nach Mitte Juni geschoren werden.

Wetteraussichten im Juni: Schafskälte 2022 kehrt zurück

Wie das Wetter im Juni und den darauffolgenden Sommermonaten werden dürfte, lässt sich über einen so langen Zeitraum nicht sicher voraussagen. Die Meteorologen rechnen aber immer wieder mit Regen und starken Unwetter. Das sagen zumindest die Experten von wetter.de.

Schafskälte 2022: Bauernregeln im Überblick

Wie die Eisheiligen, so wird die Schafskälte durch einen unerwarteten Wettereinbruch herbeigeführt, daher gelten ähnliche Bauernregeln auch für die Schafskälte. Jedoch gibt es für den 11. Juni, der im Bauernkalender auch „Barnabas“ genannte wird, einige Sprichwörter und Bauernregeln:
  • Nach Barnabas die Sonne weicht, auf Luzia (13. Dezember) sie wieder zu uns schleicht.
  • Sankt Barnabas schneidet das Gras.
  • Mit seiner Sens’ der Barnabas kommt her und schneidet ab das Gras.
  • Wenn St. Barnabas bringt Regen, gibt’s reichen Traubensegen.
  • Regnet es an Barnabas, schwimmen die Trauben bis ins Fass.
  • Der Barnabas macht, wenn er günstig ist, wieder gut, was vielleicht schon verdorben ist.
Mehr Bauernregeln und alles wissenswerte über ihren Ursprung, erfahrt ihr auch hier:
https://www.youtube.com/watch?v=sj97wwwND1w

Hundstage und Eisheilige 2022: Datum und Bauernregeln

Nicht nur die Schafskälte ist eine umgangsprachliche Beschreibung für ein Wetterereignis. Über das ganze Jahr verteilt gibt es immer wieder Wetterphänomene, nach denen die Bauern über viele Jahrhunderte ihre Erntezeiten ausrichteten.
  • Hundstage: Die Hundstage werden umgangssprachlich die heißen Tage im Sommer genannt, die im Zeitraum vom 23. Juli bis zum 23. August liegen. Ursprünglich geht der Begriff zurück auf das Sternbild des Großen Hunds und den Stern Sirius. Umgangssprachlich heißen sie Hundstage, weil sich in sängender Hitze Mensch und Hund oft in den Schatten zurück ziehen. Eine Bauernregel heißt etwa: „Hundstage heiß, winter lange weiß.“
  • Eisheilige: Die Eisheilige werden auch die Maifröste genannt. Sie liegen im Zeitraum vom 11. Mai bis 15. Mai. Laut Bauernregeln sind um diese Zeit die letzten Frostnächte des Frühjahrs möglich. Insgesamt gibt es fünf Eisheilige, die allesamt Schutzpatronen und Heilige des alten Roms bzw. der Antike waren. Der letzte Tag der Eisheiligen ist der Sophia von Rom gedacht und wird daher „Kalte Sophie“ genannt. Eine Bauernregel heißt daher auch: Vor Nachtfrost du nie sicher bist, bis Sophie vorüber ist.“