Seltene Erkrankung: Erneute Infektion mit tödlichem Borna-Virus in Bayern

Laut RKI wird das Virus durch die Feldspitzmaus auf andere Tiere übertragen. In Bayern ist mittlerweile der vierte Infizierte in nur drei Monaten bestätigt worden.
Fabian Strauch- In Regen erkrankte ein 79-Jähriger an BoDV-1 – er liegt auf der Intensivstation.
- Viertes Borna-Virus‑Ereignis in Bayern binnen drei Monaten, Fälle sonst sehr selten.
- Übertragung meist durch Feldspitzmäuse; keine Impfung und keine spezifische Therapie.
- Mensch-zu-Mensch-Übertragung gilt laut Behörden als ausgeschlossen, Gefahr für Bevölkerung gering.
- Endemiegebiete: Bayern sowie Teile von Baden‑Württemberg, Brandenburg, Sachsen‑Anhalt, Sachsen, Thüringen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Erneut ist in Bayern eine Infektion mit dem Borna-Virus registriert worden. Im Landkreis Regen ist ein 79 Jahre alter Mensch erkrankt und befindet sich in intensivmedizinischer Behandlung, wie das Landratsamt mitteilte. Das Virus wird nach Angaben des Landesamtes für Gesundheit (LGL) vorwiegend von der Feldspitzmaus übertragen. Infektionen sind äußerst selten, verlaufen aber in der Regel lebensbedrohlich. Es gibt weder eine Impfung noch eine spezifische Therapie.
„Da das Virus sich nicht von Mensch zu Mensch verbreitet, besteht keine erhöhte Gefahr für die Bevölkerung“, sagte Amtsarzt Jürgen Dachl. Wo genau sich der erkrankte Mensch angesteckt habe, sei bisher nicht ermittelt worden. Neben einer Übertragung durch direkten Kontakt zu Feldspitzmäusen, etwa durch Bissverletzungen, sei es denkbar, dass ein Mensch sich über die virushaltigen Ausscheidungen der Feldspitzmaus infiziere, so Dachl. Über den Infektions-Fall hatte zuvor der Bayerische Rundfunk berichtet.
Schwerpunkt der Borna-Infektionen in Bayern
Bundesweit werden im Durchschnitt pro Jahr weniger als zehn Infektions-Fälle gemeldet, ein Großteil davon in Bayern. Anfang Mai gab es einen Fall in Augsburg, Ende April im Raum Bad Wörishofen im Landkreis Unterallgäu sowie im März im Landkreis Erding. Im Herbst 2025 starb im Landkreis Tirschenreuth ein Mensch an den Folgen einer Infektion, wenige Monate zuvor gab es zwei Fälle im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm.
Feldspitzmaus als Überträger des Borna Disease Virus 1
Das Borna Disease Virus 1 (BoDV-1) kommt in der Feldspitzmaus vor. Infizierte Tiere scheiden das Virus unter anderem über Kot, Urin, Speichel und die Haut aus, ohne selbst zu erkranken. Der Erreger ist bei Tieren seit langem bekannt. Erst 2018 wurde nachgewiesen, dass BoDV-1 auf den Menschen übertragbar ist und dabei meist tödliche Gehirnentzündungen verursacht. Die Krankheit ist seit 2020 meldepflichtig.
Lebende oder tote Feldspitzmäuse sollten nicht mit bloßen Händen berührt werden. Kadaver sollten in einer verschlossenen Plastiktüte im Hausmüll entsorgt werden. Hierbei sowie bei staubaufwirbelnden Arbeiten an Orten, an denen Feldspitzmäuse leben, sollten Gummihandschuhe, Schutzbrille und Feinstaubmaske getragen werden. Danach sollte man duschen, die Kleidung waschen und kontaminierte Flächen reinigen.
Verbreitungsgebiet des Borna-Virus in Deutschland
In Deutschland gibt es bestimmte Regionen, Endemiegebiete, in denen das Virus vorkommt, die auf dieses Gebiet beschränkt sind. Diese Bundesländer gehören laut Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zum Endemiegebiet des tödlichen Borna-Virus:
- Bayern
- Baden-Württemberg (Nordosten)
- Brandenburg
- Sachsen-Anhalt
- Sachsen (Westen)
- Thüringen
Auch Teile von Österreich, der Schweiz und Liechtenstein sind betroffen. Es wird jedoch hervorgehoben, dass auch in den Endemiegebieten eine Infektion äußerst selten vorkommt. Circa sechs Bornavirus-Infektionen werden pro Jahr gemeldet.
