Obduktion bestätigt Erreger: Erneuter Borna-Virus-Toter in Bayern

In den vergangenen Jahren sind mehr Menschen in Deutschland am Borna-Virus gestorben als bisher angenommen. Nun hat es in Bayern erneut einen Toten gegeben, bei dem der Erreger nachgewiesen wurden.
Kay Nietfeld/dpa- In Neuburg-Schrobenhausen starb ein Mensch an BoDV‑1 – der Erreger wurde obduziert.
- Bayern bleibt Schwerpunkt für Borna-Infektionen, mehrere Todesfälle wurden bereits gemeldet.
- Überträger ist die Feldspitzmaus, seit 2018 sind schwere Gehirnentzündungen beim Menschen bekannt.
- Schutz im Alltag: Handschuhe und FFP2-Maske beim Entsorgen toter Mäuse, Hygiene und wenig Staub.
- Endemiegebiete laut Institut: Bayern, Nordosten Baden-Württemberg, Brandenburg, Sachsen-Anhalt, Westen Sachsen, Thüringen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Ein Mensch im oberbayerischen Landkreis Neuburg-Schrobenhausen ist am Borna-Virus gestorben. Nach Angaben des Landratsamts handelt es sich zwar um den ersten bestätigten Fall einer Infektion mit dem seltenen und potenziell tödlichen Borna-Disease-Virus 1 (BoDV‑1) in dieser Region – dennoch ist Bayern Schwerpunkt für Borna-Infektionen. Die Erkrankung wurde erst im Zuge der Obduktion der Leiche festgestellt. Weitere Angaben zur betroffenen Person machte die Behörde nicht.
Borna-Virus lauert im Verborgenen
Das BoDV‑1 wird über die Feldspitzmaus übertragen, wie das bayerische Landesamt für Gesundheit erklärt. Die Tiere sind scheu und kommen selten in direkten Kontakt mit Menschen. Seit 2018 ist bekannt, dass das Virus beim Menschen schwere Gehirnentzündungen auslösen kann. Seit 2020 besteht in Deutschland eine Meldepflicht für entsprechende Erkrankungen.
Expertentipps: Vorsicht im Alltag und Schutzmaßnahmen
Auch wenn Feldspitzmäuse selten sind, können sie indirekt in Haushalte gelangen – etwa wenn Katzen tote Tiere ins Haus bringen. Fachleute empfehlen daher:
- Schutzausrüstung nutzen – Beim Entsorgen toter Mäuse sollten Gummihandschuhe und eine FFP2‑Maske getragen werden.
- Hygiene beachten – Kadaver mit Desinfektionsmittel besprühen, in einer verschlossenen Plastiktüte verpacken und im Hausmüll entsorgen.
- Staub vermeiden – Beim Kehren in Schuppen oder anderen Orten, an denen Feldspitzmäuse leben könnten, sollte möglichst wenig Staub aufgewirbelt werden.
Diese Maßnahmen sollen verhindern, dass virushaltige Partikel eingeatmet oder über kleine Verletzungen aufgenommen werden.
Verbreitungsgebiet des Borna-Virus in Deutschland
Bereits im vergangenen Jahr wurden mehrere Todesfälle durch das Borna-Virus gemeldet – unter anderem in Augsburg, im Unterallgäu, in der Oberpfalz und im Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm. Laut dem bayerischen Landesamt für Gesundheit treten in Deutschland jährlich bis zu sieben Fälle auf, die überwiegende Mehrheit davon in Bayern.
Hotspot des tödlichen Borna-Virus ist und bleibt Bayern – auch Baden-Württemberg ist Verbreitungsgebiet. Die folgenden Bundesländern zählen laut Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin zum Endemiegebiet des Borna-Virus:
- Bayern
- Baden-Württemberg (Nordosten)
- Brandenburg
- Sachsen-Anhalt
- Sachsen (Westen)
- Thüringen

