Satoshi Nakamoto: Erfinder von Bitcoin - Wer steckt dahinter?

Um den Erfinder der Kryptowährung Bitcoin herrscht ein großes Geheimnis. Was über Satoshi Nakamoto bekannt ist – und was nicht.
Hannes P Albert/dpaEs ist die Geburtsstunde des Bitcoins: 2008 wird unter dem Namen Satoshi Nakamoto ein achtseitiges Papier veröffentlicht. Darin wird eine rein digitale Währung entworfen, die die weltweite Bezahlung abseits von Banken ermöglicht. Offenbar eine Antwort auf die damals wütende Finanzkrise. 2009 schürft Satoshi Nakamoto die ersten Bitcoins - der „Genesis-Block“ des Bitcoin-Netzwerks. Doch wer steckt dahinter? Darüber wird seit Jahren gerätselt.
Wer steckt hinter Bitcoin-Erfinder Satoshi Nakamoto?
Das Profil, das unter dem Namen Satoshi Nakamoto angelegt wurde, hält wenig Infos bereit. Als Geburtsdatum ist der 5. April 1975 angegeben. Unwahrscheinlich, dass es sich dabei um den tatsächlichen Geburtstag handelt. Wahrscheinlicher ist eine Anspielung auf die Executive Order 6102, die am 5. April 1975 in den USA das Ansammeln von Goldmünzen, Goldbarren und Goldzertifikaten verbot. Als Geschlecht wurde auf dem Profil männlich angegeben, als Geburtsland Japan.
Ist Nick Szabo der Erfinder von Bitcoin?
Einer der „Verdächtigen“ ist Nick Szabo, ein Programmierer, der 1998 eine digitale Währung namens Bit gold entwarf. Die wurde nie eingeführt, machte ihn aber als möglichen Mann hinter dem Pseudonym wahrscheinlich. Das Know-How hätte er gehabt. Aber: Szabo bestreitet, Satoshi Nakamoto zu sein.
Falsche Fährte: Dorian Satoshi Nakamoto Erfinder von Bitcoin?
Gleicher Name, falsche Fährte: 2014 will ein Reporter der US-amerikanischen Zeitschrift Newsweek herausgefunden haben, dass es sich bei Dorian Satoshi Nakamoto aus Kalifornien um den gesuchten Gründer von Bitcoin handelt. Der Mann bestreitet das und geht rechtlich gegen die Berichterstattung vor. Die Krypto-Gemeinschaft zeigt sich solidarisch und sammelt Spenden für den falschen Satoshi – natürlich in Bitcoin.
In diesem Extra-Artikel gibt es übrigens alles zu den Bitcoin-Alternativen.
Craig Steven Wright behauptet, Nakamoto zu sein
Während in den zwei vorherigen Fällen die Männer vehement abstritten, Satoshi Nakamoto zu sein, tritt 2016 ein Mann ins Rampenlicht, der die Welt Glauben machen will, dass er der gesuchte Bitcoin-Gründer ist: Craig Steven Wright, ein Informatiker aus Australien. Als Beweis legt er eine digitale Signatur vor, die nur mit Satoshi Nakamotos privatem Schlüssel erzeugt werden konnte. Allerdings handelte es sich dabei nur um eine Kopie. Den entscheidenden Beweis, die privaten Schlüssel von Nakamoto, kann er nicht vorlegen.
Auch sonst kamen schnell Zweifel am Wahrheitsgehalt von Wrights Aussagen auf, schließlich musste er sich vor Gericht unter anderem wegen Urkundenfälschung verantworten. Ein Gericht in London entscheidet 2024, dass es sich bei Craig Wright nicht um den Gründer von Bitcoin handelt.
Ist der verstorbene Dave Kleiman der Gründer von Bitcoin?
Allerdings könnte Satoshi Nakamoto tatsächlich in Wrights näherem Unfall zu finden sein: Dave Kleiman, ein IT-Forensiker, war mit Wright bekannt und könnte Informationen an diesen weitergetragen haben. Dave Kleiman war seit einem Unfall von der Hüfte abwärts gelähmt, der IT-Enthusiast verstarb verstarb 2013 er an einer Infektion.
Ein weiteres Detail spricht dafür, das Kleiman Nakamoto war: Das mit Nakamoto verknüpfte Email-Konto wurde spätestens ab September 2014 von einem anderen Nutzer übernommen, also etwas über ein Jahr nach Kleimans Tod. Gmx löscht Email Adressen von Verstorbenen ein Jahr nach deren Tod. Danach kann die Adresse von einer beliebigen anderen Person registriert werden.
Ist Twitter-Gründer Jack Dorsey der Mann hinter Bitcoin?
Eine neuere Theorie bringt Jack Dorsey, den Gründer von Twitter, mit der Erfindung von Bitcoin in Verbindung. Gleiche eine ganze Reihe von Indizien spricht dafür, dass es sich bei dem Softwareentwickler und leidenschaftlichen Krypto-Verfechter um Satoshi Nakamoto handelt.
Der Analyst Seán Murray hat sie kürzlich auf der Plattform X zusammengefasst: Jack Dorsey habe schon in den 90er Jahren mit den Programmiersprachen C und C++ gearbeitet, die auch im Quellcode von Bitcoin verwendet wurden. „Satoshi“ war der Inhalt des ersten Tweets von Dorseys bestem Freund auf der Beta-Version von Twitter. Und: Der Beitritt von Satoshi zum Bitcoin-Forum fällt auf Dorseys Geburtstag, die erste Transaktion auf den seiner Mutter. Dorsey selbst hat nie bestätigt, Satoshi Nakamoto zu sein.
Weitere Theorien zur Identität von Satoshi Nakamoto
Die Zeitstempel von Satoshis Posts im Bitcoin Forum zeigen, dass er stets zwischen 0 Uhr und sechs Uhr pazifischer Zeit inaktiv war, auch am Wochenende. Das lässt darauf schließen, dass er zu dieser Zeit schlief, womöglich an der Westküste der USA wohnte. Es sei denn, Nakamoto ist eine Nachteule und arbeitete zu später Stunde in Europa am Bitcoin Netzwerk. Schließlich deutet das von Nakamoto verwendete Britisch Englisch auf eine britische Herkunft hin. Das Rätsel bleibt.