Saharastaub und Photovoltaik
: Staub bereitet Solaranlagen Probleme

Es sind erst wenige Tage vergangen, da färbte sich der Himmel gelb. Der Staub aus der Sahara trübte nicht nur den Himmel, er setzt sich auch als rotbraune Schicht auf Autos. Doch was passiert mit einer Solaranlage?
Von
Uwe Keuerleber
Ulm
Jetzt in der App anhören

Solarpaneele an Wohnhäusern sind von Saharastaub bedeckt. Was Betreiber bei der Reinigung der Anlagen beachten sollten.

Marijan Murat / DPA

Die Folgen des nach Europa getragenen Saharastaubs kennen viele, meistens an den verschmutzen Autos. Aber welche Auswirkungen hat der Staub auf die Solarpanelen einer Photovoltaikanlage? Das untersuchen derzeit der Deutsche Wetterdienst zusammen mit dem Karlsruher Institut für Technologie und die Firma meteocontrol. Sie haben sich das Ziel gesteckt mit einer besseren Vorhersage der Ausbreitung des Staubs auch eine verlässlichere Prognose für die Leistung von PV-Anlagen zu ermöglichen, das ganze nennt sich Forschungsprojekt „PerduS“. Für Photovoltaikanlagen ist der Saharasand ein großes Problem. Solange er den Himmel verdunkelt, sinkt die Stromerzeugung um zehn bis 20 Prozent, aber nicht nur während der teilweisen Trübung des Himmels sondern auch Tage danach durch die Staubablagerung auf den Solarmodulen. Diese Ergebnisse sind besonders für die Energieerzeuger wichtig um bei solchen Wetterereignissen verlässliche Prognosen stellen zu können. Das Perdus-Projekt stellt dafür seine Daten kostenfrei zur Verfügung.

Wie reinige ich die Solaranlage richtig?

Solarmodule werden mit großen Mengen reinen Wassers gereinigt. Am besten ohne chemische Reinigungsmittel. Auch auf umweltfreundliche Haushalts- oder Glasreiniger kann verzichtet werden. Um eine Beschädigung der Panelen zu vermeiden, eignet sich eine weiche Glasbürste. Auf keinen Fall sollten Hochdruckreiniger zum Einsatz kommen, da diese Sprünge und Risse an den Modulen verursachen können. Auch Wasser aus dem Wasserhahn ist nicht ratsam, da das Leitungswasser zu Kalkablagerungen auf der Modulfläche führen kann. Am besten eigent sich gesammeltes Regenwasser aus der Regentonne.

Was kostet eine professionelle Reingung einer Solaranlage?

Wer sich nicht traut, seine PV-Anlage selbst zu reinigen, kann dies auch von Fachleuten erledigen lassen. Der Preis liegt bei ein bis drei Euro pro Quadratmeter. Meistens genügt es, die Module alle zwei Jahre reinigen zu lassen.

Solarmodule: Schmutz elektrostatisch entfernen

Der Wasserverbrauch für die Reinigung, stellt eine erhebliche Nachhaltigkeitsherausforderung dar. Ein Forscherteam aus den USA hat jetzt erstmalig ein System vorgestellt, bei dem auf Wasser verzichtet werden kann. Der Schmutz wird von den Solarpanelen auf elektrostatische Weise gelöst. Im Laborversuch konnte das Team mit zwei Elektroden (transparent auf der Oberfläche, beweglich im Inneren) nachweisen, dass die verschmutzten Solarmodule bis zu 95 Prozent ihrer früheren Leistung zurückgewinnen konnten.