Die Temperaturen in Deutschland sinken weiter und einige Urlauber zieht es auch im Herbst und Winter in wärmere Länder, andere planen einen Skiurlaub oder Städtetrip. Doch nachdem die Corona-Zahlen und Inzidenzen in vielen Ländern im Sommer vergleichsweise niedrig waren, steigen sie aktuell nicht nur in Deutschland stark an. Mancherorts gilt sogar weitgehend die 2G-Regel. Vor der Reise achten deshalb viele darauf, welche Länder auf der Liste der Risikogebiete des Robert-Koch-Instituts (RKI) stehen. Das Auswärtige Amt erlässt für die betroffenen Gebiete dann in der Regel eine Reisewarnung.
  • Auch am Freitag, 12.11.21 hat das RKI veröffentlicht, welche Länder neu auf der Liste der Risikogebiete stehen
  • Was gilt in den einzelnen Ländern in Europa und der Welt?
  • Wo ist Urlaub problemlos möglich und wo gilt eine Reisewarnung?
  • Türkei, Österreich, Kanaren: Die Einstufungen der Länder, Inseln und Regionen in der Übersicht

Risikogebiete RKI: Österreich, Ungarn & Tschechien als Hochrisikogebiete eingestuft

Bundesregierung und Robert-Koch-Institut (RKI) haben vier Gebiete am 12.11.2021, neu als Corona-Hochrisikogebiet eingestuft. Das teilte das RKI am Freitag in Berlin mit. Ein Überblick über die neuen Hochrisikogebiete laut RKI mit Wirkung ab Sonntag, 14.11.2021:
  • Österreich (mit Ausnahme einiger Gemeinden)
  • Ungarn
  • Tschechien
  • Laos
Von Sonntag, 14.11.2021, an gelten die USA hingegen nicht länger als Hochrisikogebiete und verlieren ihre Risikogebiet-Einstufung.

Risikogebiete aktuell: Deutschland erklärt fast ganz Österreich zum Hochrisikogebiet

Wegen hoher Corona-Inzidenzen erklärt die Bundesregierung Österreich an diesem Freitag zum Hochrisikogebiet. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin – bereits vor Veröffentlichung der vollständigen RKI-Liste. Einzelne Gemeinden in Österreich werden allerdings ausgenommen von der Einstufung zum Risikogebiet: Ausnahme bilden die Gemeinden Mittelberg und Jungholz sowie das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee.
In Österreich sind die Corona-Zahlen zuletzt dramatisch angestiegen. Die Sieben-Tage-Inzidenz pro 100.000 Einwohner lag am Freitag bei 742,5 und damit fast dreimal so hoch wie in Deutschland, wie die Behörden mitteilten. Auch die Situation in den Kliniken verschärft sich immer weiter. Ab Sonntag gilt eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

Ungarn und Tschechien neu auf der Liste der Hochrisikogebiete

Auch in Tschechien und Ungarn ist die Inzidenz zuletzt stark angestiegen. In Ungarn liegt die Sieben-Tage-Inzidenz derzeit bei über 470, in Tschechien bei knapp 600. In beiden Ländern liegt die Zahl der vollständig Geimpften bei knapp unter 60 Prozent. Die Bundesregierung hat wegen des aktuellen Infektionsgeschehens auch Tschechien und Ungarn zu Hochrisikogebieten erklärt. Die Einstufung wird ab Sonntag, 14.11.2021, wirksam. Für beide Länder gilt damit eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes.

RKI: Diese Länder sind aktuell Virusvariantengebiete

Neben den Hochrisikogebieten gibt es auch noch die Kategorie des Virusvariantengebiets für Gegenden, in denen bestimmte Coronavirus-Mutanten besonders weit verbreitet sind. Hier sind derzeit keine Staaten oder Regionen eingestuft.

RKI Liste: Aktuelle Risikogebiete in Europa und der Welt

Weltweit stehen rund 70 Länder ganz oder teilweise auf der Risikoliste des RKI. Ein Überblick über alle aktuellen Hochrisikogebiete:
  • Ägypten
  • Albanien
  • Antigua und Barbuda
  • Armenien
  • Äthiopien
  • Barbados
  • Belarus
  • Belize
  • Bosnien und Herzegowina
  • Brunei Darussalam
  • Bulgarien
  • Burundi
  • Costa Rica
  • Dominica
  • El Salvador
  • Estland
  • Frankreich – die folgenden Regionen und französischen Überseegebiete gelten als Hochrisikogebiete:
  • Französisch-Guayana
  • Neukaledonien
  • Gabun
  • Georgien
  • Grenada
  • Guyana
  • Guatemala
  • Haiti
  • Iran
  • Irland - die folgenden Regionen gelten als Hochrisikogebiete: Border
  • Israel inklusive der Palästinensischen Gebiete
  • Jamaika
  • Jemen
  • Kamerun
  • Kongo, Republik
  • Korea (Demokratische Volksrepublik)
  • Kroatien
  • Kuba
  • Lettland
  • Libyen
  • Litauen
  • Malaysia
  • Mexiko
  • Moldau, Republik
  • Mongolei
  • Montenegro
  • Myanmar
  • Nicaragua
  • Niederlande – die folgenden überseeischen Teile des Königreichs der Niederlande gelten als Hochrisikogebiete:
  • Aruba
  • Curaçao
  • Bonaire
  • Sint Eustatius
  • Sint Maarten
  • Saba
  • Nordmazedonien
  • Österreich
  • Papua-Neuguinea
  • Philippinen
  • Rumänien
  • Russische Föderation
  • St. Kitts und Nevis
  • St. Lucia
  • St. Vincent und die Grenadinen
  • São Tomé und Príncipe
  • Serbien
  • Seychellen
  • Singapur
  • Slowenien
  • Sudan
  • Suriname
  • Syrische Arabische Republik
  • Tadschikistan
  • Tansania
  • Thailand
  • Trinidad und Tobago
  • Türkei
  • Tschechien
  • Turkmenistan
  • Ukraine
  • Ungarn
  • Usbekistan
  • Venezuela, Bolivarische Republik
  • Vereinigtes Königreich Großbritannien und Nordirland inkl. der Isle of Man sowie aller Kanalinseln und aller britischen Überseegebiete
  • Vietnam

Bedeutung Hochrisikogebiet: Wann gilt ein Land laut RKI als Risikogebiet?

Als Hochrisikogebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen wegen hoher Infektionsraten ein besonders hohes Infektionsrisiko angenommen wird. Dafür sind aber nicht nur die Infektionszahlen ausschlaggebend. Andere Kriterien sind das Tempo der Ausbreitung des Virus, die Belastung des Gesundheitssystems oder auch fehlende Daten über die Corona-Lage.

Rückkehr aus dem Hochrisikogebiet: Geimpft in Quarantäne?

Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne aber abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

Rückkehr aus Risikogebiet: Keine Lohnfortzahlung in Quarantäne

Das Bundesinfektionsschutzgesetz sieht vor, dass es keine Lohnfortzahlung geben kann, wenn eine Quarantäne hätte vermieden werden können, indem man eine empfohlene Impfung in Anspruch nimmt. Konkret geht es um Tätigkeitsverbote oder um eine Quarantäne, wenn man Kontaktperson von Corona-Infizierten war oder aus einem Risikogebiet im Ausland zurückkehrt. Die Gesundheitsminister der Länder hatten Mitte September mehrheitlich beschlossen, dass dies nun auch umgesetzt werden soll, da inzwischen ausreichend Impfstoff da ist.

RKI Risikogebiete: Wer erklärt ein Land zum Hochrisikogebiet?

Welches Land wird Risikogebiet? Diese Frage stellen sich auch nach dem Sommer viele Reisewillige. Dabei gilt es auf die aktuelle Liste des RKI zu warten. Für gewöhnlich erscheint mit ihr eine Aktualisierung der Risikogebiete am Freitag. Jedoch bestimmt nicht das Robert-Koch-Institut über die Einstufungen der einzelnen Länder. Die Einstufung als Risikogebiet erfolgt nach gemeinsamer Analyse und Entscheidung durch das Bundesministerium für Gesundheit, das Auswärtige Amt und das Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat, teilt das RKI mit.