In Österreich steigt die Inzidenz radikal in die Höhe. Am Freitag, 12.11., lag die 7-Tage-Inzidenz im Land bei über 740. Deutschland zieht nun angesichts der Lage im Nachbarland erste Konsequenzen. Wegen hoher Corona-Inzidenzen hat die Bundesregierung Österreich zum Hochrisikogebiet erklärt – abgesehen von einzelnen Gebieten. Das bestätigte Gesundheitsminister Jens Spahn bei einer Pressekonferenz zur Corona-Lage.
  • Wann erfolgt die Einstufung zum Hochrisikogebiet?
  • Was bedeutet es, wenn Österreich Hochrisikogebiet wird?

Österreich wird am Wochenende Hochrisikogebiet – es gibt Ausnahmen

Österreich ist ab Sonntag, 14.11. wieder Corona-Hochrisikogebiet. Das sagte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) am Freitag in Berlin. Die Einstufung bedeutet, dass Menschen bei ihrer Rückkehr nach Deutschland in Quarantäne müssen, wenn sie nicht geimpft oder genesen sind. Nicht zum Risikogebiet zählen folgende Gebiete in Österreich
  • die Geminde Mittelberg
  • die Gemeinde Jungholz
  • und das Rißtal im Gemeindegebiet von Vomp und Eben am Achensee
 Die Sieben-Tages-Inzidenz lag in Österreich zuletzt bei über 700 Fällen pro 100.000 Einwohnern. In Oberösterreich erreichte der Wert fast 1200. Dort ist ab der kommenden Woche ein Lockdown für Ungeimpfte geplant.

Diese Regeln gelten bei der Rückreise aus Deutschland aus einem Hochrisikogebiet

Wird Österreich zum Hochrisikogebiet, könnte sich das vor allem auf die kommende Ski-Saison auswirken. Denn Einreisende aus Hochrisikogebieten müssen für zehn Tage in Quarantäne. Geimpfte und Genesene können die Quarantäne abwenden, wenn sie bereits vor ihrer Einreise einen Genesenen- oder Impfnachweis an die deutschen Behörden übermitteln. Bei nachträglicher Einreichung eines Genesenen- oder Impfnachweises oder eines Negativtests kann die Quarantäne verkürzt werden.

Was ist ein Hochrisikogebiet?

Im Sommerurlaub war das Wort „Hochrisikogebiet“ ein gängiger Begriff. Mit der Zeit ist das aber wieder in Vergessenheit geraten. Deshalb hier noch einmal zur Erklärung: Als Hochrisikogebiete werden Länder oder Regionen eingestuft, in denen wegen hoher Infektionsraten ein besonders hohes Infektionsrisiko angenommen wird. Auf der Risikoliste des RKI stehen derzeit rund 70 Länder ganz oder zu Teilen. Darunter sind auch mehrere EU-Staaten. Daneben gibt es auch noch die Kategorie des Virusvariantengebiets für Gegenden, in denen bestimmte Coronavirus-Mutanten besonders weit verbreitet sind. Hier sind derzeit keine Staaten oder Regionen eingestuft.

Corona-Regeln in Österreich erhöhen Impfbereitschaft

Die deutliche Verschärfung der Regeln für Ungeimpfte hat in Österreich die Zahl der Corona-Impfungen spürbar nach oben klettern lassen. In den ersten zehn Tagen nach Einführung der 3G-Regel am Arbeitsplatz wurden insgesamt mehr als 420 000 Impfungen verzeichnet, wie aus Zahlen der Ministerien hervorgeht. In den zehn Tagen davor waren es rund 157 000. Seit 8. November gilt obendrein eine 2G-Regel, die Ungeimpfte aus weiten Teilen des öffentlichen Lebens ausschließt.
Ein Großteil der Impfungen (235 000) entfiel seit 1. November auf Auffrischungsimpfungen. Zum ersten Mal ließen sich 123 000 Menschen gegen das Coronavirus durch die Injektion schützen. Eine zweite Dosis holten sich den Zahlen zufolge 64 000 Bürger. Die Impfquote liegt in Österreich bei aktuell etwa 65 Prozent der Gesamtbevölkerung, das ist etwas schlechter als der deutsche Wert.
Der Druck auf Ungeimpfte wird sich noch erhöhen. Eine Übergangsfrist, in der ungeimpfte Arbeitnehmer ersatzweise ganztags eine FFP2-Maske tragen dürfen, endet am 15. November. Die Arbeitgeber sind aufgerufen, stichprobenartig zu kontrollieren, ob ihre Beschäftigten geimpft, genesen oder getestet sind. Bei Verstößen drohen Strafen von bis zu 500 Euro für Arbeitnehmer und bis zu 3600 Euro für die Unternehmen. Es steht im Raum, dass ab Mitte des Monats unter den Testangeboten nur noch PCR-Tests als Zutritt-Erlaubnis zum Arbeitsplatz gelten.

Bayern und Österreich: Was gilt für Grenzpendler?

Viele Beschäftigte aus Ober- und Niederbayern, aus Oberfranken und der Oberpfalz sowie auch aus dem Allgäu pendeln täglich oder zumindest regelmäßig über die Grenze, manche Schüler besuchen Schulen im anderen Land. Und: Es gibt viele private und familiäre Beziehungen. Als kleiner Grenzverkehr gelten Aufenthalte im Hochrisikogebiet von maximal 24 Stunden.
„Als Grenzlandkreis mit starker Verbundenheit zum Nachbarland ist eine neuerliche Einstufung Österreichs als Hochinzidenzgebiet natürlich ein wichtiges Thema im Berchtesgadener Land“, sagte Landrat Bernhard Kern (CSU). Basierend auf der bundesweiten Coronavirus-Einreiseverordnung gelte für den kleinen Grenzverkehr sowie für Grenzpendler und Grenzgänger aber eine Ausnahme von der Anmelde- und Absonderungspflicht. „Für Arbeitnehmer und Personen, die sich weniger als 24 Stunden im Nachbarland aufhalten, ändert sich damit vorerst nichts“, sagte Kern.