Jedes Jahr im Juni ist es soweit: Die Menschen ziehen mit ihren Regenbogenfahnen auf die Straße, feiern sich und setzen sich mit ihren Paraden, Umzügen und Demonstrationen für Vielfalt und Toleranz innerhalb der Gesellschaft ein. Der Juni, der sogenannte „Pride Month“ ist dabei für die LGBTQ-Community eine wichtige Etappe im Jahr.
  • Wo finden Paraden in Deutschland statt?
  • Was heißt LGBTQ?
  • Was ist die Geschichte des „Pride Month“?
  • Wann und wo ist der Christopher-Street-Day in Deutschland?
  • In unserem Artikel erklären wir euch alles rund um das Thema.

Christopher Street Day 2022: Wann und wo Paraden stattfinden

Die Paraden des Christopher Street Day finden nicht nur im Juni, sondern über mehrere Monate verteilt an unterschiedlichen Orten in Deutschland statt. Eine genaue Auflistung der einzelnen Termine findet ihr auch hier. Einige Orte listen wir hier separat auf:
  • CSD Köln: 3. Juli
  • CSD Leipzig: 16. Juli
  • CSD Dortmund: 3. September
  • CSD Stuttgart: 30. Juli
  • CSD Freiburg: 25. Juni
  • CSD Augsburg: 16. September
  • CSD München: 16. Juli
  • CSD Nürnberg: 7. und 8. August
  • CSD Berlin: 23. Juli
  • CSD Cottbus: 27. August
  • CSD Hamburg: 6. August
  • CSD Bremen: 27. August
  • CSD Hannover: 4. und 5. Juni
  • CSD Düsseldorf: 24. Juni
Einer der größten CSD in Deutschland dürfte 2022 in Berlin stattfinden. Alle Infos dazu findet ihr in einem separaten Artikel:

Berlin

CSD 2022 in Deutschland: Was heißt LGBTQ?

Die Buchstaben-Kette ist eine Abkürzung aus dem Englischen und steht für Lesbians, Gays, Bisexuals, Transgender und Queers. Also all jene Personengruppen, die historisch und kulturell von der Mehrheitsgesellschaft wegen ihrer Geschlechtsidentität und Sexualität ausgegrenzt wurden und teilweise immer noch werden.
Auch wegen dieser Geschichte ist es der LGBTQ-Community wichtig, anderen Menschen ein Gefühl der Teilhabe zu ermöglichen. Darum ist diese Personengruppe auch unter abgewandelten Formen bekannt, etwa der LGBTIQ*-Gruppe, wo das „I“ für Intersex steht und das Sternchen alle nicht klassifizierten Geschlechtsmerkmale umfasst.

Die Geschichte und Bedeutung des „Pride Month“

Der Juni wird heute von der LGBTQ-Gemeinschaft weltweit als „Pride Month“ verstanden. Seinen Ursprung hat er aber in den USA, genauer gesagt in New York City. In den 1960er-Jahren galten Homosexuelle wie auch Trans-Menschen als geisteskrank und konnten ihr Wesen nicht frei leben. Sie konnten wegen ihrer vermeintlichen „Unzucht“ sogar ins Gefängnis und Zuchthaus gesperrt werden.
In dieser Zeit wurde die Bar Stonewall Inn in der Christopher Street zu einer Anlaufstation für viele Homosexuelle und Menschen aus der LGBTQ-Gemeinschaft. In dieser Bar konnten diese Menschen einen einigermaßen sicheren Raum für sich finden – wohl auch wegen der durch Schutzgeld erkauften Abschirmung durch die Mafia.
Andererseits waren Polizeirazzien und -gewalt im Stonewall Inn aber auch Gang und Gebe, da die Mafia auch die Polizei bestach, damit sie die Bar – trotz fehlender Lizenz was den Alkoholausschank betraf – offen ließ. Im Gegenzug konnten die Polizisten aber ungehindert ein- und ausgehen und Gäste verhaften. Dank Spitzel in der Polizei waren die Razzien aber oft vorhersehbar und so konnten die Betreiber der Bar ungehindert ihr zweigleisiges Geschäftsmodell weiter betreiben.

CSD in Deutschland: Die Anfänge des Pride

Doch dann kam der 28. Juni 1969. An diesem Tag wollte die Polizei wieder einmal eine Razzia durchführen. Anders als bei den anderen Razzien fand diese angeblich unangekündigt und weit nach Mitternacht statt. Die Menge wehrte sich und ein Tumult entstand.
Diese Unruhen waren Auftakt für eine Reihe weiterer Proteste und Demonstrationen gegen die Diskriminierung und Polizeigewalt und die LGBTQ-Bewegung bekam Aufwind. Namentlich angelehnt an die Straße, in der sich das Stonewall Inn befindet – die Christopher Street – entstand der im deutschsprachigen Raum bekannte „Christopher Street Day“, kurz CSD. An diesem Tag ziehen in vielen Städten Deutschlands dann bunte Paraden durch die Straßen und erinnern mit den Regenbogenfarben an den „Pride Month“ und dessen Anfänge.