Marine Le Pen: Die rechtspopulistische Politikerin aus Frankreich im Porträt

Die rechtsextreme französische Politikerin Marine Le Pen nach ihrem Erfolg in der ersten Runde der vorgezogenen Parlamentswahl in Frankreich.
Thibault Camus/AP/dpaMarine Le Pen könnte die neue starke Frau in Frankreich werden. In der ersten Runde der Parlamentswahl am 30.6.2024 war Le Pens Rassemblement National (RN) stärkste Kraft geworden, vor dem neuen Linksbündnis und dem Mitte-Lager von Präsident Emmanuel Macron auf Platz drei. Erst in der entscheidenden zweiten Wahlrunde am kommenden Sonntag entscheidet sich aber die Zusammensetzung der Nationalversammlung. Marine Le Pen ist die Tochter von Jean-Marie Le Pen und wirbelt die Politik in Paris ganz schön auf. Vor Jahren geriet sie wegen ihrer Nähe zum russischen Präsidenten Wladimir Putin in die Kritik – ein Fakt, den sie später versuchte, zu verschleiern.
Wer ist also Marine Le Pen? Was ist über sie privat bekannt? Was sind ihre Ziele bei der Wahl 2024? Hier alle Infos.
Partei, Vater, Kinder – Das ist Marine Le Pen
Die wichtigsten Fakten zu Marine Le Pen auf einen Blick:
- Name: Marion Anne Perrine Le Pen
- Geburtstag: 05.08.1968
- Größe: 1,82 cm
- Geburtsort: Neuilly-Sur-Seine, Frankreich
- Wohnort: Paris, Frankreich
- Eltern: Jean-Marie Le Pen und Pierrette Lalanne
- Geschwister: Zwei Schwestern: Marie-Caroline und Yann
- Ehen: Franck Chauffroy (geschieden 2000); Eric Lorio (geschieden 2006); Louis Aliot (nicht verheiratet, getrennt seit 2019)
- Kinder: Mathilde (*1999), Louis (*1999) und Jehanne (*1998)
- Beruf: Anwältin, Politikerin und ehemalige Vorsitzende der Partei Rassemblement National (ehemals Front National), Abgeordnete in der französischen Nationalversammlung
Marine Le Pen und Wladimir Putin: Freundschaftliches Verhältnis
Kurz vor der französischen Präsidentschaftswahl im Jahr 2022 war Russland in die Ukraine einmarschiert. Damit kam Le Pen in Bedrängnis, da ihr eine Nähe zu Putin vorgeworfen wurde. Die rechtspopulistische französische Präsidentschaftskandidatin ließ Wahlbroschüren vernichten, in denen sie an der Seite Putins zu sehen war. Offiziell sei ein Rechtschreibfehler der Grund, berichtete die Zeitung „Libération“. Dieser Fehler sei allerdings nicht zu finden gewesen. Wahrscheinlich sei eher das unter den aktuellen Umständen besonders peinliche Foto mit Putin der Auslöser gewesen.

Dieses Foto mit Putin ließ Marine Le Pen vor der letzten Präsidentschaftswahl vernichten.
dpaLe Pen war vier Wochen vor der Präsidentschaftswahl 2017 von Putin in Moskau empfangen worden. Putin stehe für „eine neue multipolare Vision der Welt“, sagte Le Pen damals. Mit Blick auf die Ukraine teile sie die Ansicht Putins. „Die Krim gehörte niemals zur Ukraine„, hatte Le Pen in einem Interview mit einer russischen Zeitung gesagt.
Neben Le Pen sind auch weitere französische Präsidentschaftskandidaten wegen ihrer Nähe zu Putin in Bedrängnis geraten, insbesondere der rechtsextreme Politiker Eric Zemmour und der linkspopulistische Kandidat Jean-Luc Mélenchon.
Die Partei von Le Pen hat, wie viele rechtspopulistische Parteien in Europa, von Russland Spenden bekommen. Diese sind vermutlich von Putin gesteuert und bewilligt.
Marine Le Pen: Vater, Partei, Ziele des Rassemblement National
Marine Le Pen ist die Tochter des Gründers der Partei Front National (FN). Auch deshalb hat sie sich schon früh in der FN engagiert, seit 2003 ist sie die stellvertretende Vorsitzende der Partei. 2011 wurde sie zur Nachfolgerin von ihrem Vater, Jean-Marie Le Pen, an die Spitze der Partei gewählt.
Marine Le Pen versuchte nach der Übernahme als Vorsitzende die FN neu auszurichten und sich von den rechtsextremen Elementen der Partei abzugrenzen, um so mehr Zuspruch aus der bürgerlichen Mitte zu gewinnen. So hat sie den Antisemitismus in der Partei bekämpft und die Relativierung des Holocaust durch ihren Vater klar verurteilt. Die FN hat sie in „Rassemblement National„ (RN) umbenannt. Das hat auch dazu geführt, dass ihr Vater aus der Partei ausgeschlossen wurde – und seither öffentlich gegen seine Tochter spricht. Le Pen kündigte an, für den Fall einer Regierungsübernahme Menschen mit doppelter Staatsangehörigkeit von bestimmten öffentlichen Funktionen auszuschließen und den öffentlichen Rundfunk zu privatisieren. „Wir sind der Meinung, dass der Staat in einer großen Demokratie nicht die Kontrolle über einen Teil der Medien haben darf.“
Le Pen hofft auf vorgezogene Präsidentschaftswahlen
Nach der vorgezogenen Parlamentswahl hofft Le Pen auch auf eine vorgezogene Präsidentschaftswahl - „so schnell wie möglich“, um den von ihrer Partei angestrebten politischen Umbau voranzutreiben. Sollte Macron zurücktreten, „werden wir mit großem Enthusiasmus in diese Präsidentschaftsschlacht ziehen“. Planmäßig steht die Präsidentschaftswahl erst 2027 an.
Marine Le Pen sagte, sie benötige die Legitimität einer Präsidentschaftswahl, um bestimmte Gesetze durchzusetzen. Mit der Aussage zielt sie auf ihren Vorschlag ab, das Kopftuch im öffentlichen Raum zu verbieten und bei einem Verstoß eine Geldstrafe zu verhängen.
