Boris Pistorius
: Karriere und Privates – Wer ist der SPD-Politiker?

Im Jahr 2023 wurde Boris Pistorius zum Bundesverteidigungsminister vereidigt und soll dieses Amt auch in der neuen Regierung unter einem Bundeskanzler Friedrich Merz ausüben. Wer ist der Politiker Boris Pistorius eigentlich?
Von
Daniel Steiger
Berlin
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Boris Pistorius

Boris Pistorius ist seit 2023 Bundesminister der Verteidigung der Bundesrepublik Deutschland. Auch in der neuen Regierung soll er im Amt bleiben.

Kay Nietfeld/dpa
  • Boris Pistorius ist seit 2023 deutscher Verteidigungsminister.
  • Er bleibt auch unter Kanzler Friedrich Merz im Amt.
  • Pistorius trat mit 16 Jahren der SPD bei und hat umfassende Erfahrung in Sicherheitspolitik.
  • Privat ist er verwitwet und hat zwei Töchter.
  • Pistorius soll weiterhin als Verteidigungsminister in der neuen schwarz-roten Regierung arbeiten.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Ursprünglich sollte Christine Lambrecht von 2021 bis 2025 als Bundesverteidigungsministerin fungieren, wurde jedoch im Jahr 2023 von SPD-Abgeordneten Boris Pistorius abgelöst. Jetzt wurde bekannt, dass der Sozialdemokrat auch unter Friedrich Merz im Amt bleiben soll. Wer ist der Politiker privat und welche Meilensteine hat er in seiner Karriere abgelegt? Alle Infos dazu gibt es hier im Porträt:

Boris Pistorius im Porträt: Herkunft, Alter und Familie

  • Name: Boris Ludwig Pistorius
  • Geburtstag: 14.03.1960
  • Geburtsort: Osnabrück
  • Ehefrau: Sabine Pistorius (gestorben 2015)
  • Kinder: zwei Töchter
  • Eltern: Ursula Pistorius, Ludwig Pistorius
  • Partei: SPD
  • Instagram: boris.pistorius
  • X: PistoriusBoris

Das ist das Leben des Boris Pistorius

Boris Pistorius machte sein Abitur 1978 am Ernst–Moritz–Arndt–Gymnasium in Osnabrück und absolvierte von 1978 bis 1980 eine Ausbildung zum Kaufmann im Groß– und Außenhandel. Anschließend leistete er seinen Wehrdienst in der Steubenkaserne in Achim ab.

Danach studierte er ab 1981 Rechtswissenschaft an der Universität Osnabrück und der Westfälischen Wilhelms–Universität Münster. Sein erstes juristisches Staatsexamen legte er 1987 in Hamm ab, das zweite Staatsexamen 1990 in Osnabrück.

Nach einem halben Jahr als Rechtsanwalt wechselte er 1991 in den Landesdienst. Er war von 1991 bis 1995 persönlicher Referent des niedersächsischen Innenministers Gerhard Glogowski und von 1995 bis 1996 stellvertretender Leiter von dessen Ministerbüro.

Frau und Kinder von Boris Pistorius

Boris Pistorius ist verwitwet und hat zwei Töchter. Seine Ehefrau Sabine Pistorius starb am 27. August 2015 an den Folgen eines Krebsleidens. Seine Mutter war die ehemalige SPD–Landtagsabgeordnete Ursula Pistorius. Sein Vater war Ludwig Pistorius. Sein Bruder ist der langjährige Leiter der Sportredaktion der Neuen Osnabrücker Zeitung, Harald Pistorius.

Bis vor einiger Zeit war er mit Doris Schröder–Köpf liiert, der früheren Ehefrau von Altkanzler Gerhard Schröder. Am 19. Januar 2023 wurde bekannt, dass er seit 2022 mit der SPD–Politikerin Julia Schwanholz zusammen ist.

Boris Pistorius und Doris Schröder-Köpf bei der Eröffnung vom 490. Schützenfest in der Festhalle Marris. Hannover, 28.06.2019.

imago images/Ulrich Stamm

Boris Pistorius: Seine politische Karriere

Mit 16 Jahren trat Pistorius in die SPD ein. Im Bundestagswahlkampf 2017 war Pistorius für die Innenpolitik der SPD verantwortlich, er verfasste ein 10–Punkte–Papier zur sozialdemokratischen Innenpolitik, das er im Juni 2017 im Willy–Brandt–Haus in Berlin vorstellte. Seit dem 8. Dezember 2017 ist er Mitglied des SPD–Parteivorstands.

Von 2006 bis 2013 war er Oberbürgermeister in Osnabrück.

Pistorius ist Verteidigungsminister: Erfahrung in der Sicherheitspolitik

Am 17. Januar 2023 wurde durch Bundeskanzler Olaf Scholz bekannt gegeben, dass Pistorius nach dem vorzeitigen Rücktritt von Christine Lambrecht (SPD) den Posten als Verteidigungsminister im Bundesministerium der Verteidigung übernimmt. Später äußerte sich Scholz erneut bei einem gemeinsamen Termin mit Außenministerin Annalena Baerbock in Brandenburg an der Havel. Pistorius sei „nicht nur ein Freund und ein guter Politiker, sondern auch jemand, der über sehr, sehr viele Erfahrungen in der Sicherheitspolitik verfügt“, so der Kanzler. Er sei überzeugt, so Scholz, dass Pistorius „jemand ist, der mit der Truppe kann und den die Soldatinnen und Soldaten sehr mögen werden. Und ich bin sehr dankbar, dass er 'ja' gesagt hat“.

Die Herausforderung als Verteidigungsminister

Pistorius gilt als durchsetzungsstark, medienaffin und als Politiker mit breitem Kreuz. Wegen seiner direkten Ansprache war er in Niedersachsen einer der populärsten Minister. Unter den SPD–Innenministern war er zudem in den vergangenen Jahren der wahrnehmbarste. Er war stets gut vernetzt mit den Sicherheitsbehörden, versiert in der Flüchtlingspolitik, aber auch konfrontativ gegenüber den Kollegen von der Union. Er setzte mehrfach innenpolitische Akzente, sowohl im Kampf gegen die Hooligans, der Debatte über islamistische Gefährder oder in Fragen von Abschiebungen. Harsche Kritik fing er sich dagegen 2019 mit seinem Vorschlag ein, Strafen fürs Rasen auf deutschen Straßen ans Einkommen zu koppeln.

Pistorius wurden schon länger bundespolitische Ambitionen nachgesagt. 2019 kandidierte er für den Bundesvorsitz der SPD — unter anderem gegen Olaf Scholz. Er war außerdem 2017 im Schattenkabinett des damaligen Kanzlerkandidaten Martin Schulz, zuständig für innere Sicherheit.

Diese SPD-Minister soll es neben Pistorius geben

In der neuen schwarz-roten Bundesregierung bleibt für die SPD Boris Pistorius Verteidigungsminister, die ehemalige Bundestagspräsidentin Bärbel Bas wird Arbeitsministerin. Wie die SPD am 5. Mai 2025 weiter mitteilte, wird Parteichef Lars Klingbeil wie angekündigt Finanzminister und Vizekanzler. Die rheinland-pfälzische Bildungsministerin Stefanie Hubig übernimmt das Justizressort, die stellvertretende SPD-Fraktionsvorsitzende Verena Hubertz wird Bauministerium, die Antirassismus-Beauftragte Reem Alabali-Radovan Entwicklungsministerin und der bisherige Ostbeauftragte Carsten Schneider Umweltminister.