Bodo Ramelow
: Der Ministerpräsident von Thüringen im Porträt

Bodo Ramelow ist deutscher Politiker und Ministerpräsident des Freistaates Thüringen. Wir stellen ihn euch vor.
Von
Daniel Steiger
Erfurt
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Landtagswahl in Thüringen - Stimmabgabe Ramelow: 01.09.2024, Thüringen, Erfurt: Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, zeigt bei der Simmabgabe für die Landtagswahl in Thüringen im Wahllokal auf den Simmzettel. Foto: Michael Kappeler/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Bodo Ramelow (Die Linke), Ministerpräsident von Thüringen, zeigt bei der Stimmabgabe für die Landtagswahl in Thüringen im Wahllokal auf den Stimmzettel.

dpa

Bodo Ramelow (Die Linke) ist deutscher Politiker und seit März 2020 wieder Ministerpräsident des Freistaates Thüringen. Er ist außerdem der erste Ministerpräsident eines deutschen Bundeslandes, der der Partei Die Linke angehört.

Bodo Ramelow im Porträt: Partei, Herkunft und Familie

  • Name: Bodo Ramelow
  • Geburtstag: 15.02.1956
  • Geburtsort: Osterholz-Scharmbeck
  • Ehefrau: Germana Alberti vom Hofe
  • Kinder: zwei Söhne
  • Ausbildung: Einzelhandelskaufmann
  • Bücher: „Ich kämpfe weiter“: Bodo Ramelow in 162 neuen Zitaten von A bis Z
  • Partei: Die Linke

Bodo Ramelow privat: Studium und Familie

Bodo Ramelow wuchs in Osterholz-Scharmbeck (Niedersachsen) und Nieder-Wiesen (Rheinhessen) in einem evangelischen Elternhaus mit drei Geschwistern auf. Als er acht Jahre alt war, starb sein leiblicher Vater Erwin an den Folgen einer Kriegsverletzung. Seine Mutter war eine alleinerziehende Hauswirtschaftsleiterin aus der traditionsreichen lutherischen Familie Fresenius.

Ramelow beendete 1971 die Hauptschule mit dem Hauptschulabschluss. Als Kind hatte er eine Lese- und Rechtschreibstörung (er konnte nach eigenen Angaben „nicht ordentlich“ schreiben). In den Jahren 1971 bis 1974 erlernte er bei Karstadt in Gießen den Beruf zum Kaufmann im Einzelhandel. Später erwarb Ramelow an der kaufmännischen Berufsaufbauschule in Marburg 1975 die Mittlere Reife und 1977 die kaufmännische Fachhochschulreife.

Ab 1977 arbeitete er als Substitut zur Einarbeitung bei der Karstadt AG sowie beim früheren Kaufmarkt HaWeGe in Marburg-Cappel. Später wurde Ramelow Filialleiter bei der Jöckel Vertriebs GmbH in Marburg. Von 1981 bis 1990 war Ramelow Gewerkschaftssekretär in Mittelhessen, von 1990 bis 1999 Landesvorsitzender der Gewerkschaft HBV (heute ver.di) in Thüringen. Von 1992 bis 1999 war er Aufsichtsratsvorsitzender der Wohnungsbaugenossenschaft Zukunft eG in Erfurt.

Ramelow ist seit November 2006 in dritter Ehe mit der Italienerin Germana Alberti vom Hofe verheiratet, einer Supervisorin und Organisationsentwicklerin bei der Rosa-Luxemburg-Stiftung. Er ist Protestant und hat zwei erwachsene Söhne aus erster Ehe. Er lebt in Erfurt und Saalburg.

Bodo Ramelow am Faschingsdienstag in Thüringen.

Bodo Schackow/dpa

Ramelows politische Karriere: Gewerkschaft, Ministerpräsident und Bundesrat

Von 1981 bis 1990 arbeitete Ramelow als Gewerkschaftssekretär in Mittelhessen. 1990 kehrte er Hessen den Rücken und ging nach Thüringen, um „beim Aufbau der neuen Gewerkschaftsstrukturen“ zu helfen, wie es auf seiner Website heißt. In Thüringen war Ramelow dann bis 1999 Landesvorsitzender der Gewerkschaft Handel, Banken und Versicherungen.

1999 trat Bodo Ramelow der Partei PDS (Partei des Demokratischen Sozialismus) bei, im selben Jahr zog er nach den Landtagswahlen in den Thüringer Landtag ein. 2001 wurde er Fraktionsvorsitzender im Land. 2005 errang er ein Bundestagsmandat und stieg aus dem Thüringer Landtag aus. 2007 wurde aus der PDS die Linke und Ramelow deren Spitzenkandidat für die Landtagswahl 2009.

2014 wurde er zum Ministerpräsidenten Thüringens und zum ersten Ministerpräsidenten der Partei die Linke gewählt und hat diese Funktion seitdem inne. Turnusgemäß ist er seit November 2021 Bundesratspräsident.

Ramelow will noch nicht in Rente

Bodo Ramelow denkt auch zur Landtagswahl in Thüringen am 1. September nicht an einen Rückzug ins Private, sollte die Landtagswahl für ihn schiefgehen. „Ich bin ein Kampfrentner“, sagte der 68-Jährige der Deutschen Presse-Agentur in Erfurt. Er habe das Rentenalter erreicht, auch den entsprechenden Ausweis in der Tasche, aber er werde auch dann weiter politisch arbeiten, sollte er nicht zum dritten Mal zum Ministerpräsidenten gewählt werden.

„Ich kandidiere für die Linke für den Landtag, als Spitzenkandidat, aber auch als Direktkandidat in Erfurt. Damit ist es meine Pflicht, meine Arbeit für meine Wähler im Landtag zu machen“, sagte Ramelow. Unabhängig davon, ob er direkt oder über die Liste der Linken in das Thüringer Parlament in Erfurt gewählt werde, trete er sein Abgeordnetenmandat an. „Ich bin niemand, der in kritischen Situationen wegläuft. Das habe ich auch als Ministerpräsident gelebt.“