Björn Höcke: Familie, Karriere & NS-Parole - der AfD-Politiker im Porträt

Björn Höcke, Spitzenkandidat der AfD zur Landtagswahl 2024 in Thüringen, kommt zur Stimmabgabe für die Landtagswahl in das Wahllokal.
Swen Pförtner/dpaBjörn Höcke wird seit einigen Jahren vom Bundesverfassungsschutz beobachtet, da er als Rechtsextremist eingestuft wird. Immer wieder sorgen seine Aussagen für Aufruhr in der Politik-Welt, zuletzt stand er wegen der Verwendung einer verbotenen NS-Parole vor Gericht - und wurde verurteilt.
Doch wer ist der AfD-Politiker eigentlich? Hier alle Infos.
Björn Höcke im Steckbrief: Ehefrau, Kinder und Beruf
- Name: Björn Uwe Höcke
- Beruf: Geschichts- und Sportlehrer, Politiker in der AfD
- Geburtstag: 1. April 1972
- Geburtsort: Lünen, NRW
- Wohnort: Bornhagen, Thüringen
- Eltern: Vater (Wolfgang) war Lehrer an einer Sonderschule, Mutter Alten- und Krankenpflegerin
- Geschwister: zwei Schwestern
- Ehe: verheiratet
- Kinder: zwei Söhne, zwei Töchter
- Instagram:bjoern_hoecke_afd
- Twitter: @BjoernHoecke
Björn Höcke privat: Wer sind seine Frau und Kinder?
Über das Privatleben von Björn Höcke ist sehr wenig bekannt. Mit seiner Frau hat er vier Kinder, die Familie lebt im Landkreis Eichsfeld in Thüringen. In einem Artikel von „Focus“ berichten Nachbarn von Höcke, dass er in dem kleinen Örtchen als „netten Typen“ wahrgenommen wird - der aber zwei Gesichter hat. Ein Bewohner des Örtchens sagt offen, dass er unerwünscht ist. Ein weiterer bedauert, dass die Kinder zu ihrem Vater befragt werden, was er falsch findet.
Vom Lehrer zum AfD-Politiker: Der Lebenslauf von Björn Höcke
Björn Höcke ist 1972 in Nordrhein-Westfalen geboren als Sohn eines Lehrers und einer Pflegerin. Die Familie von Höcke ist im Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen (heute Polen) geflohen. Besonders die Großeltern, Kurt und Hildegard Höcke, hat diese Erfahrung für ein Leben lang verändert. Die Flüchtlingserfahrung und Erzählungen seiner Familie über Ostpreußen haben den späteren Rechtsextremisten geprägt. Wie Recherchen der „Zeit“ zeigen, hatte Wolfgang Höcke, der Vater von Björn, ein Abonnement der Zeitschrift „Die Bauernschaft„, das eigentlich in Deutschland verboten war. Das Heft wurde vom Holocaust-Leugner Thies Christophersen herausgegeben.
1986 trat Höcke in die Junge Union ein. Damals kämpfte die CDU unter Helmut Kohl gegen das Asylrecht, was Höcke beeindruckte. Später trat er aus der JU wieder aus. Von 1991 bis 1992 absolvierte Björn Höcke den Wehrdienst, danach begann er ein Jura-Studium, das er aber abbrach. Stattdessen studierte er Geschichte und Sport auf Lehramt. Von 1999 bis 2014 war er an verschiedenen Schulen in Hessen als Lehrer tätig.
In seiner Zeit als Lehrer hat Björn Höcke wohl mehrmals sein rechtes Gedankengut verbreitet. Für einen Leserbrief aus 2006 wurde er von seiner Schulleitung ermahnt, da er in diesem antisemitische und Holocaust-leugnerische Inhalte wiedergab. Ein ehemaliger Schüler gab an, dass Höcke mal im Geschichtsunterricht 2009 das Buch „Die Psychologie der Massen„ empfohlen hatte - ein Buch, das die Nationalsozialisten beeinflusste.
2013 war Björn Höcke einer der Mitbegründer der AfD in Thüringen. Seit 2014 ist er als Abgeordneter im Landtag von Thüringen. Seitdem ist er auch Fraktionsvorsitzender der AfD Thüringen.
Verurteilt wegen Verwendung einer verbotenen NS-Parole
Höcke soll in einer Wahlkampfrede in Merseburg laut Informationen der Nachrichtenagentur dpa im Mai 2021 die Parole „Alles für Deutschland“ der früheren Sturmabteilung (SA) der NSDAP verwendet haben. Er ist deswegen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen angeklagt.
Das Landgericht Halle hat den AfD-Politiker zu einer Geldstrafe verurteilt. Er soll 100 Tagessätze je 130 Euro zahlen, urteilte das Gericht. Der 52-Jährige hatte die Vorwürfe zurückgewiesen, die verbotene Parole der SA (Sturmabteilung) der NSDAP wissentlich verwendet zu haben.
Höcke träumt von der Macht in Thüringen
Immer wieder überschreitet Höcke die Grenze des Sagbaren, wettert gegen einen angeblichen „Volkstod durch Bevölkerungsaustausch“ oder spricht in Anspielung auf das Berliner Holocaustmahnmal von einem „Denkmal der Schande“, so geschehen 2017 in Dresden.
Höcke gilt als Strippenzieher am äußersten rechten Rand der AfD. Der 52-Jährige war zentrale Figur des vom Verfassungsschutz als gesichert rechtsextrem eingestuften und formal aufgelösten sogenannten AfD-Flügels, dessen Netzwerk weiter existiert.
Der Thüringer Verfassungsschutz stufte den AfD-Landesverband 2021 als gesichert rechtsextrem ein und beobachtet die Partei. Das hindert Höcke nicht daran, von einer Regierungsübernahme nach der Landtagswahl in Thüringen am 1. September zu träumen. Im Fall der Machtübernahme will er unter anderem die Befugnisse des Verfassungsschutzes beschneiden, Gelder für Initiativen gegen Rechtsextremismus streichen, den Rundfunkstaatsvertrag aufkündigen und die Medienlandschaft umkrempeln.
Quellen:
focus.de: Bornhagener sauer auf ihren Nachbarn Höcke: „Er ist vor allem eines: unerwünscht“
zeit.de: Mein Mitschüler, der rechte Agitator