Eine Woche vor Ostern gilt der Palmsonntag als wichtiger Feiertag in der katholischen und evangelischen Kirche. Mit diesem Tag endet die Fastenzeit und die Karwoche beginnt. Bereits seit dem 8. Jahrhundert wird Palmsonntag in Europa begangen, doch nur die wenigsten wissen, was es mit dem Tag auf sich hat.
Was ist aber die Bedeutung des Palmsonntag? Welche Bräuche und Traditionen gibt es? Ist der Palmsonntag ein Feiertag? Wann findet er 2022 statt? Alle Infos zum Palmsonntag gibt es hier.

Palmsonntag 2022: Wann ist Palmsonntag?

Palmsonntag findet dieses Jahr am 10.04.2022 statt. Es ist wie immer der letzte Sonntag vor Ostern und damit der Beginn der Karwoche. In der Karwoche finden Gründonnerstag, Karfreitag sowie Ostersonntag und Ostermontag statt.

Palmsonntag Bedeutung: Warum heißt der Palmsonntag so?

Jesus Christus ritt einst am Palmsonntag auf einem Esel nach Jerusalem. Als er in die Stadt kam, versammelten sich die Menschen am Wegesrand und bejubelten ihn. Sie legten Palmzweige, die im Orient als heilig gelten, auf seinen Weg. Mit diesem Brauch wurden normalerweise siegreiche Soldaten gefeiert. Die Gläubigen riefen ihm zu: „Hosanna dem Sohn Davids! Gesegnet sei er, der kommt im Namen des Herrn.“

Palmsonntag Traditionen: Wie wird der Tag heute gefeiert?

Die Katholiken feiern am Sonntag vor Ostern, also am Beginn der Karwoche, eine Palmprozession. Palmzweige oder auch Zweige der Sal-Weide werden an Kruzifixen oder Altären angebracht und die Prozession soll an den Einzug Jesu Christi in Jerusalem erinnern. Im nächsten Jahr werden die trockenen Zweige verbrannt und die Asche am Aschermittwoch verwendet, um den Gläubigen ein Kreuz auf die Stirn zu zeichnen.
In evangelischen Gemeinden werden keine Prozessionen veranstaltet. Trotzdem werden mit Gottesdiensten die Stille Woche begangen.
Am Palmsonntag gibt Papst Franziskus auf dem Petersplatz im Vatikan eine große Messe, die vor Pandemie-Zeiten von tausenden besucht wurde.
Zur wahrscheinlich größten Prozession versammeln sich Pilger in Jerusalem. Sie ziehen vom Ölberg durch das Löwentor in die Altstadt, wo in der Kirche Sankt Anna der Segen gespendet wird. In Teilen von Hessen, Rheinland-Pfalz und Baden-Württemberg kommt der Palmhase, ein Vorbote des Osterhasen: Er bringt meist gekochte Eier und eine kleine Süßigkeit.

Brauch Palmesel: Wer wird der Palmesel?

Am Palmsonntag wird an Jesus Einzug in Jerusalem erinnert. Er ritt auf einem Esel und seit dem 10. Jahrhundert ritten deshalb viele Pfarrer mit einem Esel bei der Prozession voran. Bekanntlich sind Esel störrische Tiere und kommen gerne mal zum Stehen. Das ungebührliche Verhalten des Esels wird mit dem der Spätaufsteher verglichen. Das könnte also eine Erklärung sein, warum der Letzte, der am Palmsonntag aus den Federn kommt, als der Palmesel bezeichnet wird.
Gemälde von Hippolyte Flandrin (1809-1864) "Einzug Jesu in Jerusalem an Palmsonntag" (Eglise Saint-Germain-des-Pres de Paris).
Gemälde von Hippolyte Flandrin (1809-1864) "Einzug Jesu in Jerusalem an Palmsonntag" (Eglise Saint-Germain-des-Pres de Paris).
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Traditionen und Bräuche: Die Palmbrezel und die Fastenzeit

Der Palmsonntag liegt in der Fastenzeit und da darf auch eine besondere Leckerei nicht fehlen: Bei den Schwaben, aber auch in Franken, gibt es traditionell eine Palmbrezel. Sie ist größer als die normale Brezel und wird aus einem leicht süßen Hefeteig mit Rosinen hergestellt. Die Fastenzeit findet im Christentum zwischen Fasching und Ostern statt. Der Palmsonntag repräsentiert also auch die letzte Woche des Fastens. Mehr Infos zur Fastenzeit im Christentum gibt es auch hier: