Oscars 2025
: Anora ist der große Gewinner, auch Nefzer räumt ab - mit Bildergalerie!

Bei den Oscars hat die Tragikomödie „Anora“ über eine Sexarbeiterin in den USA gleich fünf Auszeichnungen gewonnen, darunter für den besten Film. Wer sonst noch Preise abräumte.
Von
dpa
Los Angeles
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97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Samantha Quan (vorne) nimmt den Preis für den besten Film für "Anora" während der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles entgegen. Alex Coco (hinten, l-r), Darya Ekamasova, Lindsey Normington, Vache Tovmasyan, Karren Karagulian, Vincent Radwinsky, Luna Sofía Miranda, Mikey Madison, Sean Baker, Mark Eydelshteyn, Yura Borisov, Meg Ryan, und Billy Crystal schauen von hinten zu. (AP Photo/Chris Pizzello) Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Samantha Quan (vorne) nimmt den Preis für den besten Film für "Anora" während der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles entgegen. Alex Coco (hinten, l-r), Darya Ekamasova, Lindsey Normington, Vache Tovmasyan, Karren Karagulian, Vincent Radwinsky, Luna Sofía Miranda, Mikey Madison, Sean Baker, Mark Eydelshteyn, Yura Borisov, Meg Ryan, und Billy Crystal schauen von hinten zu.

Chris Pizzello/Invision/AP/dpa
  • Die Tragikomödie "Anora" gewinnt bei den Oscars 2025 fünf Auszeichnungen, darunter bester Film.
  • Gerd Nefzer erhält seinen dritten Oscar für "Dune: Part Two".
  • Mikey Madison gewinnt als beste Hauptdarstellerin, Adrien Brody als bester Hauptdarsteller.
  • Die 97. Oscars wurden in Hollywood von Conan O'Brien moderiert.
  • Politische Statements zur Ukraine und "No Other Land" über palästinensische Dörfer.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

Bei den Oscars hat die Tragikomödie „Anora“ über eine Sexarbeiterin in den USA gleich fünf Auszeichnungen gewonnen, darunter für den besten Film. Das Werk von Regisseur Sean Baker war sechsmal nominiert gewesen. Von den deutschen Filmschaffenden ist der Spezialeffekte-Künstler Gerd Nefzer erfolgreich - er gewann für „Dune: Part Two“ seinen dritten Oscar.

Überraschung bei den Schauspielpreisen

„Anora“ erzählt von einer Stripperin, die sich in den Sohn eines russischen Oligarchen verliebt. Der Film ist eine Mischung aus Romanze, Gangster-Komödie und Sozialdrama und hatte auch in Cannes gesiegt. Mikey Madison gewann den Oscar als beste Hauptdarstellerin und setzte sich damit unter anderem gegen Favoritin Demi Moore («The Substance») durch.

Drei Oscars gingen an das Drama „Der Brutalist“ über einen jüdischen Architekten, der sich nach dem Holocaust ein neues Leben in den USA aufbauen will. Hauptdarsteller Adrien Brody gewann für die Rolle seinen zweiten Oscar - damit ging Timothée Chalamet, der Musiker Bob Dylan in „Like A Complete Unknown“ spielte, leer aus.

Der Oscar für den besten Nebendarsteller ging an Kieran Culkin («A Real Pain»). Beste Nebendarstellerin wurde Zoe Saldaña («Emilia Pérez»), die auf der Bühne unter Tränen ihre Mutter erwähnte und daran erinnerte, dass sie selbst Kind von Einwanderern sei. Sie bekomme die Auszeichnung für eine Rolle, in der sie Spanisch singe und spreche. „Das ist für meine Großmutter.“

Wie die Verleihung lief

Die 97. Oscars wurden in Hollywood verliehen. Eröffnet wurde die Show mit einer Hommage an die Stadt Los Angeles, in der Anfang des Jahres Brände verheerende Schäden angerichtet hatten.

Erstmals moderierte US-Comedian Conan O'Brien (61). In seiner Eröffnungsrede teilte er unter anderem gegen Schauspielerin Karla Sofía Gascón aus. Die Hauptdarstellerin des Films „Emilia Pérez“ hatte sich in alten, inzwischen gelöschten Posts auf dem Portal X islamfeindlich und rassistisch geäußert. Der Musical-Thriller war mit 13 Nominierungen ins Rennen gegangen und gewann letztlich lediglich in zwei Kategorien.

Wie andere Deutsche abschneiden

Neben Nefzer waren weitere Filmschaffende aus Deutschland nominiert, die allerdings leer ausgingen. Kostümbildnerin Lisy Christl und Komponist Volker Bertelmann, die für den Vatikanthriller „Konklave“ nominiert waren, setzten sich nicht durch. Der Film von Regisseur Edward Berger gewann allerdings eine Auszeichnung für das beste adaptierte Drehbuch.

  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Gerd Nefzer, Gewinner im Team des Preises für die besten visuellen Effekte für "Dune: Teil Zwei", freut sich im Presseraum der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre über die Auszeichnung. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Gerd Nefzer, Gewinner im Team des Preises für die besten visuellen Effekte für "Dune: Teil Zwei", freut sich im Presseraum der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre über die Auszeichnung.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Kieran Culkin, Gewinner des Preises für die beste Leistung eines Schauspielers in einer Nebenrolle für "A Real Pain", und Jazz Charton küssen sich beim Governors Ball nach der Oscar-Verleihung. Foto: John Locher/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Kieran Culkin, Gewinner des Preises für die beste Leistung eines Schauspielers in einer Nebenrolle für "A Real Pain", und Jazz Charton küssen sich.

    John Locher/Invision/AP/dpa
  • 97. Academy Awards: 03.03.2025, USA, Los Angeles: Mikey Madison, Gewinnerin des Preises für die beste Leistung einer Hauptdarstellerin für "Anora", freut sich im Presseraum der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre über die Auszeichnung. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Mikey Madison, Gewinnerin des Preises für die beste Leistung einer Hauptdarstellerin für "Anora.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Monica Barbaro kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: John Locher/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Monica Barbaro auf dem Roten Teppich.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Gal Gadot kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jae C. Hong/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Gal Gadot in einem Traum aus Rot.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Michelle Yeoh kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Ähnlich farbenfroh das Outfit von Michelle Yeoh.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Adam Sandler steht im Publikum während der Oscar-Verleihung im Dolby Theatre. Foto: Chris Pizzello/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Und auch Adam Sandler bewies Mut zur Farbe.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Goldie Hawn kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jae C. Hong/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Goldie Hawn hielt sich bei der Farbauswahl an ihren Namen.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Whoopi Goldberg kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: John Locher/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Auch Whoopi Goldberg war dabei.

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  • Elton John Oscars Viewing Party: 02.03.2025, USA, West Hollywood: Heidi Klum kommt zur 33. Elton John AIDS Foundation Academy Awards Viewing Party. Foto: Willy Sanjuan/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Heidi Klum ließ tief blicken.

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  • Halle Berry

    Halle Berry warf sich in ein silbernes Mosaik.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Margaret Qualley kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Margaret Qualley hatte den Hingucker-Ausschnitt hinten ...

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Margaret Qualley kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    ... und schmückte ihn mit einer aufsehenerregenden Kette.

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Cynthia Erivo kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jordan Strauss/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Cynthia Erivo braucht mit ihrem Outfit viel Platz ...

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  • 97. Academy Awards: 02.03.2025, USA, Los Angeles: Cynthia Erivo kommt zur 97. Oscar-Verleihung im Dolby Theatre in Los Angeles. Foto: Jae C. Hong/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    ... ein Hingutcker waren ihre Fingernägel.

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  • Vanity Fair Oscar Party: 02.03.2025, USA, Beverly Hills: Sarah Paulson (l) und Hannah Einbinder  kommen zur Vanity Fair Oscar Party im Wallis Annenberg Center. Foto: Evan Agostini/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    Sarah Paulson (l) und Hannah Einbinder mit ungewöhnlichen Outfits.

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  • Elton John Oscars Viewing Party: 02.03.2025, USA, West Hollywood: Elton John (l) und David Furnish (r) mit ihren Söhne Zachary und Elijah kommen zur 33.Elton John AIDS Foundation Academy Awards Viewing Party. Foto: Willy Sanjuan/Invision/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

    lton John (l) und David Furnish (r) hatten ihre Söhne Zachary und Elijah dabei.

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Für Deutschland war das Drama „Die Saat des heiligen Feigenbaums“ des in Hamburg lebenden iranischen Regisseurs Mohammad Rasoulof nominiert - der Preis in der Sparte International Feature Film ging allerdings an das Drama „Für immer hier“ («I'm Still Here») über die Militärdiktatur in Brasilien.

Die deutsche Produktion „September 5“ über das Olympia-Attentat 1972 in München, die für das beste Originaldrehbuch nominiert war, verpasste die Auszeichnung ebenfalls.

Besondere Momente

Während der Verleihung kamen mehrere Feuerwehrleute auf die Bühne, die nach den Waldbränden von O'Brien als Helden gewürdigt wurden. Hollywoodstar Morgan Freeman erinnerte an Schauspieler Gene Hackman, der mit seiner Ehefrau Betsy tot in seinem Anwesen aufgefunden worden war.

Während der Show gab es eine Hommage an die „James Bond“-Filme. Die langjährigen Bond-Produzenten Barbara Broccoli und Michael G. Wilson gaben zuletzt die kreative Kontrolle über das Franchise an Amazon ab.

Auf dem roten Teppich revanchierte sich Hollywoodstar Halle Berry auf überraschende Weise mehr als 20 Jahre nach einem stürmischen Kuss von Brody und küsste ihn auf den Mund.

Politische Statements

In mehreren Momenten wurde es politisch. Ein Oscar ging an den Dokumentarfilm „No Other Land“ eines palästinensisch-israelischen Teams, der von der Räumung palästinensischer Dörfer im Westjordanland erzählt. Der Film war auch bei der Berlinale 2024 ausgezeichnet worden. Den Filmemachern wurde damals nach der Verleihung eine einseitige Positionierung im Nahost-Konflikt und teils auch Antisemitismus vorgeworfen.

Die Regisseure nutzten die Bühne in Los Angeles, um auf die Situation in ihrer Region hinzuweisen. „"No Other Land“ spiegelt die harte Realität wider, die wir seit Jahrzehnten ertragen und gegen die wir uns immer noch wehren“, sagte der palästinensische Filmemacher Basel Adra, „während wir die Welt auffordern, ernsthafte Maßnahmen zu ergreifen, um die Ungerechtigkeit zu beenden und die ethnische Säuberung des palästinensischen Volkes zu stoppen.“

Schauspielerin Daryl Hannah erinnerte auf der Bühne an die Ukraine, die sich seit drei Jahren gegen einen Angriffskrieg Russlands verteidigt. Zuletzt hatte es im Weißen Haus einen beispiellosen Eklat zwischen US-Präsident Donald Trump und dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj gegeben.