Preis für Öl aktuell: Warum steigt der Ölpreis?

Preise für Kraftstoffe sind an einer Tankstelle angeschlagen. Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland hat die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben.
Oliver Berg/dpaZum Beginn der Woche sind die Ölpreise auf den höchsten Stand seit 2008 gestiegen. Im frühen Handel stieg der Preis für ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent um bis zu knapp 18 Prozent auf 139,13 Dollar und lag damit in der Nähe des Rekordniveaus von fast 150 Dollar aus dem Sommer 2008.
- Doch warum steigt der Ölpreis?
- In welchem Zusammenhang steht der Anstieg zum Russland–Ukraine–Krieg?
- Und wie hängen der Ölpreis und der Benzinpreis zusammen?
Warum ist der Ölpreis gestiegen?
Wegen der zunehmenden Angst vor den Auswirkungen des Ukraine–Kriegs auf die weltweite Energieversorgung schnellt der Ölpreis weiter in die Höhe: Ein möglicher Importstopp für Öl aus Russland hat die Ölpreise zum Wochenauftakt auf den höchsten Stand seit 2008 getrieben. Zuletzt legte der Brent–Preis knapp 11 Prozent oder 12,57 Dollar auf 130,67 Dollar zu. Damit beschleunigte sich der Anstieg des Ölpreises der vergangenen Tage.
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Seit der Invasion Russlands in die Ukraine verteuerte sich der Brent–Preis um rund ein Drittel, nachdem er bereits in den Wochen davor angezogen hatte. Seit Ende 2021 zog der Kurs um rund zwei Drittel an. Ähnlich sieht die Entwicklung beim Preis für ein Fass der US–Sorte West Texas Intermediate (WTI) aus. Am Montag zog der WTI–Preis um gut neun Prozent oder rund 11 Dollar auf über 126 Dollar an, nachdem er zuvor erstmals seit 2008 zeitweise über der Marke von 130 Dollar gelegen hatte.
Preis und Kauf von Öl: Zusammenhang zu Russland und dem Krieg
Russland ist der weltweit drittgrößte Ölproduzent. Schon vor dem Ukraine–Konflikt waren die Preise hoch, da die sich nach der Corona–Krise erholenden Länder weltweit ihre Wirtschaft hochfuhren und große Mengen Öl nachfragten.
Die USA und die EU beraten derzeit über ein mögliches Verbot von russischen Ölimporten. US–Außenminister Antony Blinken hatte wegen der weiteren Eskalation des Ukraine–Kriegs neue Strafmaßnahmen gegen Russland ins Spiel gebracht: Washington berate mit europäischen Verbündeten über einen möglichen Importstopp für Öl aus Russland. „Wir sprechen jetzt mit unseren europäischen Partnern und Verbündeten, um auf koordinierte Weise die Aussicht auf ein Verbot der Einfuhr von russischem Öl zu prüfen“, sagte Blinken am Sonntag.
Wie hängen Ölpreis und Benzinpreis zusammen?
Der Ukraine–Krieg hat im Februar für neue Rekordpreise an den Tankstellen gesorgt. Im März setzt sich dieser Trend fort. Der volatile Ölpreis ist typischerweise der wichtigste Treiber bei den Veränderungen der Spritpreise. Dabei macht er nur einen Teil der Kosten an der Zapfsäule aus. Große Teile der Besteuerung und die Vertriebskosten sind dagegen nicht vom Ölpreis abhängig, was die Schwankungen der Benzinpreise dämpft. Grob überschlagen macht ein Anstieg des Ölpreises um einen Dollar weniger als einen Cent bei Benzin oder Diesel aus. Allerdings kann der Spritpreis sich auch unabhängig vom Ölpreis entwickeln. Die Mineralölkonzerne haben einen gewissen Spielraum.
