Im öffentlichen Dienst arbeiten in Deutschland rund vier Millionen Menschen. Der Staat ist damit der größte Arbeitgeber im Land. Aktuell wird über einen neuen Tarifvertrag für die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst verhandelt. Die Gewerkschaft Verdi stellt harte Forderungen auf: 10,5 Prozent mehr Gehalt, mindestens 500 Euro extra, mehr Geld für Auszubildende und Praktikanten sowie unbefristete Übernahmen. Am 24. Januar 2023 startet die erste Verhandlungsrunde.
Für wen wird hier aber überhaupt verhandelt? Wer könnte in den Streik treten, wenn die Gewerkschaft dazu aufruft? Hier eine Übersicht über die Mitarbeiter im öffentlichen Dienst und den Gehaltsstufen.

Wer gehört alles zum öffentlichen Dienst?

Wie eingangs schon beschrieben ist der öffentliche Dienst der größte Arbeitgeber in Deutschland. Daher kann hier keine vollständige Liste aller Mitarbeitenden aufgeführt werden. Stattdessen hier nur eine Übersicht der möglichen Mitarbeiter. Tarifverträge im öffentlichen Dienst erhalten zum Beispiel Personen, die folgenden Bereichen arbeiten:
  • Verwaltung
  • Müllabfuhr
  • Kommunale oder städtische Kliniken
  • Stadtwerke, Wasserbetriebe
  • Autobahnen und Wasserstraßen
  • Kindertagesstätten
  • Sparkassen
  • Schulen
  • Hochschulen und Universitäten
  • Soziale Einrichtungen (z.B: Alten- Behinderten- und Pflegeheime)
  • Verkehrsbetriebe
  • Polizei
  • Bundeswehr
  • Gerichte
Im Grunde sind also Mitarbeiter im öffentlichen Dienst Personen, die dafür sorgen, dass der deutsche Staat funktioniert. Jede Einrichtung, Institution oder Dienstleistung, die der Staat für die Bürger und Bürgerinnen bereitstellt, wird von Mitarbeitern im öffentlichen Dienst betrieben.

Tarifgruppen und Gehalt: Was verdient man im öffentlichen Dienst?

Der Staat ist ein transparenter Arbeitgeber, also sind alle Gehälter der Personen, die im öffentlichen Dienst tätig sind, generell öffentlich einsehbar. Es gibt 15 Tarifgruppen (E1 bis E15) und innerhalb dieser Gruppen sechs Entwicklungsstufen. Das heißt, es ist möglich innerhalb derselben Tarifgruppe nach einer bestimmten Anzahl an Berufsjahren eine Gehaltserhöhung zu bekommen.

Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst 2022

  • E1: 2.015 bis 2.229 Euro
  • E2: 2.242 bis 2861 Euro
  • E3: 2.418 bis 2.924 Euro
  • E4: 2.456 bis 3.033 Euro
  • E5: 2.576 bis 3.184 Euro
  • E6: 2.683 bis 3.314 Euro
  • E7: 2.733 bis 3.421 Euro
  • E8: 2.910 bis 3.587 Euro
  • E9a: 3.099 bis 4.049 Euro
  • E9b: 3.230 bis 4.542 Euro
  • E9c: 3.361 bis 4.712 Euro
  • E10: 3.492 bis 4.950 Euro
  • E11: 3.622 bis 5.463 Euro
  • E12: 3.752 bis 5.977 Euro
  • E13: 4.187 bis 6.089 Euro
  • E14: 4.542 bis 6.560 Euro
  • E15: 5.017 bis 7.144 Euro

Streik im öffentlichen Dienst: Was bedeutet das?

Aktuell verhandelt die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi für 2,5 Millionen Mitarbeitende im öffentlichen Dienst um einen neuen Tarifvertrag. Streiks sind zwischen den Verhandlungsrunden gut möglich. Sollte das passieren, dann hat das Auswirkungen für die meisten Bürger und Bürgerinnen. Der Müll wird nicht mehr abgeholt, Bürgerämter blieben geschlossen, genauso wie Sparkassen und andere Verwaltungszweige. Auch der Betrieb in vielen Kliniken könnte eingeschränkt werden. Was für viele Arbeitnehmer und Arbeitnehmerinnen zum Problem werden könnte wären Streiks in den Kitas. Sollten Erzieher und Erzieherinnen in den Streik treten, dann ist es gut möglich, dass viele Menschen privat die Kinderbetreuung organisieren müssten – oder eben nicht zur Arbeit fahren können. In dem Fall müssen Arbeitnehmer im Zweifel einen Tag Urlaub nehmen – Unternehmen müssen diesen aber nicht genehmigen. Arbeitgeber müssen den Urlaub wegen eines solchen Streiks nur dann genehmigen, wenn der Streik länger als einen Tag andauert. Manche Unternehmen ermöglichen es aber auch, dass arbeitende Eltern mit ihren Kindern zur Arbeit erscheinen.