Obamas als Affen dargestellt: Rassistischer Trump-Post löst Empörung aus

Donald Trump teilt ein Video, in dem Barack und Michelle Obama als Affen dargestellt werden, und löste damit Empörung aus.
Collage: dpa/AP | Alex Brandon, @realDonaldTrumpEin Beitrag von Donald Trump auf seiner Plattform Truth Social sorgt in den USA für massive Kritik. In einem von ihm geteilten Video werden Ex-Präsident Barack Obama und seine Frau Michelle in einer kurzen Sequenz als Affen dargestellt. Der Clip ist in einen Beitrag eingebettet, der angebliche Manipulationen bei der Präsidentschaftswahl 2020 thematisiert. Zur Melodie von „The Lion Sleeps Tonight“ erscheinen die Gesichter der Obamas auf Affenkörpern – eine Darstellung, die als klar rassistisch gilt.
Empörung aus Politik und Gesellschaft
Die Reaktionen fallen scharf aus. Politiker, Medien und Nutzer sozialer Netzwerke sprechen von „widerlichem Verhalten“ und einem weiteren Beleg für die Verrohung des politischen Tons. Aus dem Umfeld des kalifornischen Gouverneurs Gavin Newsom heißt es über einen offiziellen Account: „Widerliches Verhalten des Präsidenten. Jeder einzelne Republikaner muss das verurteilen. Jetzt.“
KI-Video: Herkunft der Sequenz unklar
Nach einer Untersuchung des dpa-Faktencheck-Teams stammt die Affen-Sequenz wahrscheinlich aus einem KI-generierten Video, das bereits im Herbst kursierte. Das US-Magazin „Newsweek“ verweist auf ein Wasserzeichen des Accounts @XERIAS_X, der als Trump-unterstützend gilt. Ob Trump den gesamten Clip vor dem Teilen gesehen hat, bleibt unklar. Eine Stellungnahme des Weißen Hauses lag zunächst nicht vor.
Historisch belastetes Bildmotiv
Die Darstellung Schwarzer Menschen als Affen ist historisch tief belastet und gilt als klassisches rassistisches Stereotyp. Entsprechend groß ist die Empörung. Viele sehen in dem Vorfall ein Warnsignal für den aufgeheizten US-Wahlkampf und die zunehmende Normalisierung entmenschlichender Darstellungen im politischen Diskurs. Der Vorfall verdeutlicht, wie digitale Plattformen genutzt werden können, um problematische Inhalte viral zu verbreiten.
Quellen: truthsocial.com/@realDonaldTrump, Tagesspiegel.de, BILD

