Notfälle bei Hitze: Diese Gesundheitsgefahren drohen bei heißen Temperaturen

Je höher die Temperaturen, desto mehr wird der Körper belastet.
Jens Büttner/dpa-tmn/dpa- Hitze birgt Gesundheitsrisiken für Ältere, Schwangere, Babys, Kleinkinder und Kranke.
- Sonnenstich: heißer roter Kopf, Kopfschmerz, Übelkeit – kühlen, Kopf hochlagern, Notarzt bei starken Zeichen.
- Hitzschlag ist lebensgefährlich – Alarmsignale sind Verwirrtheit, trockene heiße Haut, 112 rufen.
- Dehydration zeigt sich durch trockene Lippen und Schwindel, Hautfalten- oder Nagelbett-Test hilft.
- Weitere Risiken sind Hitzekollaps, Hitzekrämpfe, Hitzeerschöpfung und Hitzeausschlag – kühlen und trinken.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Selbst die größten Sommer-Fans merken bei Temperaturen über 30 Grad: Der Körper ächzt ganz schön. Nicht jedem Körper gelingt es gleich gut, sich an hohe Temperaturen anpassen. Besonders gefährdet gegenüber Gesundheitsrisiken durch Hitze sind alle ab 65 Jahren, Schwangere, Babys und Kleinkinder sowie Menschen mit Vorerkrankungen, zählt das Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit (BIÖG) auf seinem Portal „Klima - Mensch - Gesundheit“ auf.
Wann wird es kritisch? Ein Überblick.
Sonnenstich erkennen: Kopf heiß, Nacken manchmal steif
Lange ohne Kappe oder Hut in der prallen Sonne gesessen? Dann droht ein Sonnenstich. Dabei kommt es zu einer Reizung der Hirnhäute, in schweren Fällen sogar zu einer Hirnschwellung, so das BIÖG. Das kann sich bemerkbar machen durch folgende Symptome:
- Kopfschmerzen
- Übelkeit
- Unruhe
- heißer, roter Kopf
- Betroffene haben manchmal auch leichtes Fieber, Bewusstseinsstörungen, Krampfanfälle und einen steifen Nacken
Wie kann ich helfen?
Betroffene sollten an einen schattigen, gut belüfteten Ort gebracht und mit erhöhtem Kopf gelagert werden. Der Kopf sollte mit feuchten, kalten Tüchern gekühlt werden. Feuchte Umschläge helfen auch, um den Körper bei Verdacht auf einen Hitzschlag zu kühlen. Das BIÖG rät außerdem, überschüssige Kleidung auszuziehen. Bei Symptomen eines starken Sonnenstichs wie Bewusstseinsstörungen oder einem steifen Nacken ist ein Notarzt zu rufen.
Gut zu wissen: Die Beschwerden können mit einer Verzögerung von zwei bis zwölf Stunden nach der Zeit in der prallen Sonne auftreten. Besonders gefährdet gegenüber Sonnenstichen sind Babys, Kleinkinder und Menschen mit wenig Haaren auf dem Kopf.
Hitzschlag erkennen: Bewusstseinstrübung ist Alarmsignal
Bei einem Hitzschlag gelingt es dem Körper nicht mehr, all die Wärme durch Schwitzen und Co. abzuleiten – sie staut sich. Die Körpertemperatur steigt dabei innerhalb von 10 bis 15 Minuten auf 41 Grad und mehr an, so die Stiftung Gesundheitswissen.
Als Warnzeichen, die auf einen Hitzschlag hinweisen, nennt das BIÖG:
- eine gerötete, heiße und trockene Haut
- Übelkeit, Schwindel, Erbrechen
- Krampfanfälle, schnelle Atmung und ein schneller, schwacher Puls
- Verwirrtheit, Schläfrigkeit bis hin zu Bewusstlosigkeit
Bei Älteren, chronisch kranken Menschen und Kindern tritt ein Hitzschlag meist wegen der Kombination aus hohen Temperaturen und starkem Flüssigkeits- und Elektrolytmangel auf. Risikofaktoren bei gesunden Erwachsenen sind unter anderem Übergewicht, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alkoholkonsum oder zu viel körperliche Anstrengung, beispielsweise Sport oder Arbeit im Freien.
Wie kann ich helfen?
Ein Hitzschlag ist lebensgefährlich, bei ersten Anzeichen muss sofort der Rettungsdienst unter 112 alarmiert und gegebenenfalls mit Wiederbelebungsmaßnahmen gestartet werden. Der Körper sollte so rasch wie möglich abgekühlt werden. Betroffene sollten an einen kühlen Ort gebracht und wenn möglich mit Flüssigkeit versorgt werden.
Dehydration erkennen mit Hautfalten- und Drucktest
Durch Schwitzen verliert der Körper an heißen Tagen viel Flüssigkeit. Trinken wir dann nicht genug, droht ein Flüssigkeitsmangel, in der Medizin Dehydration genannt. Sie kann sich laut BIÖG zeigen durch:
- trockene, spröde Lippen
- seltenen Harndrang
- Leistungsabfall, Müdigkeit, Konzentrationsstörungen
- leichte Kopfschmerzen, Schwindel
Ob ein Körper bereits zu viel Flüssigkeit verloren hat, kann auch der Hautfalten-Test verraten. Dafür zieht man die Haut am Handrücken hoch und lässt sie los. Glättet sie sich nur sehr langsam, spricht das für einen Flüssigkeitsmangel.
Alternativ kann man auch kurz auf das Nagelbett drücken, wie das Portal „gesundheitsinformation.de“ vorschlägt. Bei einem ausreichend mit Wasser versorgten Körper kehrt die rosa Hautfarbe nach zwei bis drei Sekunden zurück.
Wie kann ich helfen?
Bei einer Dehydration ist es sinnvoll, Bananen, Trockenfrüchte oder isotonische Sportgetränke zu sich zu nehmen. Sie liefern eine Kombination aus Fruchtzucker und Mineralstoffen, die dem Körper hilft, Wasser schneller aufzunehmen.
Nicht nur bei Verdacht auf Flüssigkeitsmangel gilt: Viel trinken ist jetzt wichtig, am besten Wasser, ungesüßte Tees und dünne Saftschorlen. Ist eine Person bewusstlos oder stark verwirrt, sollte man allerdings darauf verzichten, ihr Flüssigkeit einzuflößen. Es besteht Erstickungsgefahr, warnt das BIÖG.
Hitzekollaps erkennen: kurzzeitige Ohnmacht
Eine kurzzeitige Ohnmacht oder ein Kreislaufkollaps weisen auf einen Hitzekollaps hin. Dieser tritt schon bei relativ geringer Hitzebelastung auf, häufig nach längerem Stehen. Typischerweise geht es Betroffenen im Liegen schnell besser.
Wie kann ich helfen?
Auch hier hilft es, die Menschen an einem kühlen Ort in Rückenlage und mit erhöhten Beinen zu lagern und salzhaltige Getränke zu reichen, bis ein Arzt kommt.
Hitzekrampf erkennen: Schmerzhafte Muskelkrämpfe
Hitzekrämpfe erleiden normalerweise Menschen, die bei Anstrengung viel schwitzen. Der Körper verliert dadurch Salz und Flüssigkeit. Schmerzhafte Muskelkrämpfe sind die Folge. Betroffen sind meist Beine und Bauch, manchmal auch erst nach einigen Stunden.
Wie kann ich helfen?
Menschen mit einem Hitzekrampf sollten sich an einem kühlen Ort ausruhen, vorsichtig die betreffenden Muskeln dehnen sowie elektrolythaltige Getränke zu sich nehmen.
Hitzeerschöpfung erkennen: Unwohlsein und starkes Durstgefühl
Körperliche Anstrengung bei hohen Temperaturen und starkes Schwitzen führen zu einem Flüssigkeits- und Salzverlust. Symptome einer sogenannte Hitzeerschöpfung sind unter anderem
- Schwäche und Unwohlsein
- Schwindel und Kopfschmerz
- vermehrtes Schwitzen
- starkes Durstgefühl, später auch trockene, blasse Haut
- eine Körpertemperatur von bis zu 40 Grad Celsius und ein niedriger Blutdruck.
Wie kann ich helfen?
Da eine Hitzeerschöpfung schnell in einen Hitzschlag übergehen kann, sollte die Körpertemperatur überwacht und heruntergekühlt werden, beispielsweise durch Duschen, Besprühen mit kaltem Wasser oder Kühlpacks an Nacken, Leisten und Achsel. Bei starken Symptomen ist es ratsam, einen Arzt hinzuzuziehen.
Hitzeauschlag erkennen: Pickelchen und rote Bläschen
Dabei handelt es sich um eine Hautreizung infolge starker Schweißabsonderung. Ein Hitzeausschlag kann in jedem Alter auftreten, trifft jedoch besonders kleine Kinder. Die Symptome zeigen sich als
- rote Pickelchen oder kleine Bläschen, vor allem im Hals- und oberen Brustbereich, in der Leistengegend, unter dem Busen und in den Ellbogenfalten.
Wie kann ich helfen?
Die beste Behandlung ist ein kühler Aufenthaltsort. Die betroffenen Körperstellen sollten trocken gehalten werden, zusätzlich kann Talkumpuder verwendet werden. Salben oder Cremes sollten nicht aufgetragen werden, weil diese die Haut warm und feucht halten und die Beschwerden damit zunehmen können.

