Norwegisches Königshaus: Kronprinzessin Mette-Marit hat Spenderlunge erhalten

Die norwegische Kronprinzessin Mette-Marit, bei der 2018 eine seltene Form der Lungenfibrose diagnostiziert wurde, die zu Atembeschwerden führt, hat sich einer „erfolgreichen“ Lungentransplantation unterzogen, teilte der Palast am 17. Juni 2026 mit.
Lise Åserud / NTB / AFPNorwegens Kronprinzessin Mette-Marit hat eine Lungentransplantation überstanden. Der Eingriff im Osloer Universitätskrankenhaus Rikshospitalet sei bislang erfolgreich verlaufen, teilte das norwegische Königshaus am Mittwoch mit. Die 52-Jährige werde jedoch noch mehrere Wochen im Krankenhaus bleiben.
Nach Angaben der behandelnden Ärzte ist dieser Aufenthalt nach einer solchen Operation üblich. In dieser Zeit sollen unter anderem Medikamente eingestellt, mögliche Komplikationen überwacht und die Rehabilitation begonnen werden. Ein weiteres Update zum Gesundheitszustand der Kronprinzessin soll es erst geben, wenn sie aus dem Krankenhaus entlassen wird.
Mette-Marit leidet seit Jahren an einer schweren chronischen Lungenerkrankung. 2018 war bei ihr eine seltene Form der Lungenfibrose festgestellt worden. Dabei vernarbt Lungengewebe, was die Sauerstoffaufnahme erschwert und zu zunehmender Atemnot führen kann. Die Krankheit gilt als nicht heilbar. Anfang Juni hatte das Königshaus mitgeteilt, dass sich ihr Zustand deutlich verschlechtert habe und sie auf die Warteliste für eine Lungentransplantation gesetzt worden sei.
Kronprinz Haakon will sein offizielles Programm in den kommenden Wochen anpassen, um seine Frau während der Behandlung zu unterstützen. Das Paar bedankte sich über das Königshaus für die zahlreichen Genesungswünsche.
Die Nachricht über die erfolgreiche Transplantation fällt in eine schwierige Phase für die norwegische Königsfamilie. Mette-Marit war zuletzt nicht nur wegen ihrer Erkrankung in den Schlagzeilen. Ihr Sohn Marius Borg Høiby, der aus einer früheren Beziehung stammt und kein Mitglied des Königshauses ist, wurde am Montag in Oslo zu vier Jahren Haft verurteilt. Das Gericht sprach ihn unter anderem in zwei Fällen der Vergewaltigung sowie wegen weiterer Straftaten schuldig. Seine Verteidigung kündigte Rechtsmittel an.
Zusätzlich hatte die Kronprinzessin in diesem Jahr wegen früherer Kontakte zu Jeffrey Epstein unter Druck gestanden. Sie entschuldigte sich öffentlich für den Kontakt zu dem später verurteilten Sexualstraftäter und erklärte, sie habe damals nicht über seine Verbrechen Bescheid gewusst.
In Norwegen löste die Nachricht über Mette-Marits Gesundheitszustand großes Mitgefühl aus. Nach Angaben norwegischer Medien registrierten sich im Zusammenhang mit ihrer Erkrankung zudem zahlreiche Menschen neu als Organspender. Dass so schnell ein passendes Organ gefunden wurde, gilt als ungewöhnlich. Zugleich machen die Behörden und das Königshaus keine Angaben, die Rückschlüsse auf den Spender zulassen könnten.
