Anfang Oktober eines jeden Jahres geht es in Stockholm, Schweden um die Nobelpreise. Die Preise gehen jedes Jahr an eine Person, Gruppe oder auch an Institute oder Nichtregierungsorganisationen, die „ im verflossenen Jahr der Menschheit den größten Nutzen geleistet haben“. Das schrieb der Gründer des Preises, Alfred Nobel, in seinem Testament.
2022 werden die Nobelpreise in der Woche vom 3. bis 10. Oktober bekanntgegeben. Die Preise werden nicht alle am gleichen Tag verkündet, sondern nach und nach an verschiedenen Tagen. Wann genau und was es überhaupt zu gewinnen gibt, erfahrt ihr hier.

Nobelpreise 2022: Termine und Verleihung

Die Nobelpreise werden in der ersten Oktoberwoche bekanntgegeben. 2022 findet das vom 3. bis zum 10. Oktober statt. Von Montag bis Mittwoch werden zunächst die Preisträgerinnen und -träger in den wissenschaftlichen Kategorien Medizin, Physik und Chemie verkündet, dann folgen die Auszeichnungen in Literatur und Frieden. Die Wirtschaftswissenschaften beschließen den diesjährigen Nobelreigen dann am darauffolgenden Montag. Mehr Informationen zu den Kategorien und die berühmtesten Nobelpreisträger gibt es in diesem Artikel.
Im Oktober findet aber noch nicht die Verleihung statt. Auf der Webseite der Nobelpreise kann man die Verkündung der Preise aber live verfolgen. Die Preisverleihung findet auf zwei verschiedenen Veranstaltungen im Dezember statt. Diese finden beide am 10. Dezember statt, am Todestag des Gründers der Nobelpreise, Alfred Nobel. Die Preise für Physik, Chemie, Medizin, Literatur und Wirtschaft werden in Stockholm verliehen. Der Friedensnobelpreis wird in Oslo verliehen. Die Preise werden von den beiden Monarchen, König Carl XVI Gustaf von Schweden und König Harald V von Norwegen verliehen. Die Preisträger halten im Anschluss jeweils eine Rede.
Das sind die Termine für die Bekanntgabe der Nobelpreise nochmal im Überblick:
  • Montag, 3.10.22: Medizin/Physiologie
  • Dienstag, 4.10.22: Physik
  • Mittwoch, 5.10.22: Chemie
  • Donnerstag, 6.10.22: Literatur
  • Freitag, 7.10.22: Frieden
  • Montag, 10.10.22: Wirtschaftswissenschaften

Nobelpreis für Wirtschaft geht in die USA

Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften geht in diesem Jahr an die drei US-Ökonomen Ben Bernanke, Douglas Diamond und Philip Dybvig. Das gab die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Montag in Stockholm bekannt. Bernanke, der frühere Präsident der US-Notenbank Fed, und die beiden anderen Ökonomen erhalten die prestigeträchtige Auszeichnung „für ihre Erforschung von Banken und Finanzkrisen“, wie der Generalsekretär der Akademie, Hans Ellegren, bei der Bekanntgabe auf dem Universitätsgelände der schwedischen Hauptstadt sagte.
Der Nobelpreis für Wirtschaftswissenschaften ist der einzige der Nobelpreise, der nicht auf das Testament von Nobel zurückgeht. Er wird seit Ende der 1960er Jahre von der schwedischen Reichsbank gestiftet und zählt somit streng genommen nicht zu den klassischen Nobelpreisen.

Nobelpreis für Chemie geht an drei Molekülforscher

Der Nobelpreis für Chemie geht in diesem Jahr an die Forscher Carolyn Bertozzi (USA), Morten Meldal (Dänemark) und Barry Sharpless (USA) für die Entwicklung von Methoden zum zielgerichteten Aufbau von Biomolekülen. Das teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften am Mittwoch in Stockholm mit.

Preisgeld: Das bekommen die Nobelpreisträger

Allein die Urkunde und die Medaille für einen Nobelpreis zu erhalten, gilt als größte Ehre. Die Urkunden sind alles Unikate, die von schwedischen und norwegischen Künstlern individuell gestaltet werden. Hier sind zwei Beispiele:
Die Urkunde für den deutschen Nobelpreisträger für Chemie Gerhard Ertl. Der Chemiker erhielt den Preis für seine "Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen".
Die Urkunde für den deutschen Nobelpreisträger für Chemie Gerhard Ertl. Der Chemiker erhielt den Preis für seine "Studien von chemischen Prozessen auf Festkörperoberflächen".
© Foto: dpa

Die Literatur-Nobelpreis-Urkunde, die Günter Grass im Jahr 1999 verliehen wurde, ist in der Schau "Das ist Grass" im Günter Grass-Haus ausgestellt.
Die Literatur-Nobelpreis-Urkunde, die Günter Grass im Jahr 1999 verliehen wurde, ist in der Schau „Das ist Grass“ im Günter Grass-Haus ausgestellt.
© Foto: dpa
Die Medaillen, die die Preisträger dazu erhalten, sind aus 18-karätigem Gold. Verbunden sind die Ehrungen außerdem mit einem Preisgeld in Höhe von zehn Millionen schwedischen Kronen (rund 920 000 Euro) pro Kategorie. Was die Nobelpreisträger mit dem Geld machen, ist ihnen selbst überlassen. Da die meisten Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen nicht wohlhabend sind, geben sie das Geld laut „Time Magazine“ häufig für Dinge wie ein Haus oder für die finanzielle Absicherung ihrer Kinder aus. Andere aber spenden das Geld oder geben es an die Wissenschaft.

Nobelpreise 2022: Wer ist dieses Jahr nominiert?

Wer in einem jedem Jahr auf der Liste der Nominierungen steht, ist ein striktes Geheimnis. Diese Information bleibt für mindestens 50 Jahre geheim. Somit ist nicht bekannt, wer 2022 in der engeren Auswahl steht. Sicher ist nur, dass Universitäten, Institute, Professoren und viele andere Personen bis 31. Januar ihre Empfehlungen an das Nobelpreiskommittee abgeben müssen. Meistens sind das rund 300 Namen. Bis Oktober wird diese Zahl dann mit der Hilfe von Experten auf die Finalisten reduziert. Die Akademie stimmt dann darüber ab, wer am Ende die Nobelpreise erhält.