Feuer bei Silvesterparty: Mehrere Dutzend Tote – Crans-Montana unter Schock

Nach dem verheerenden Feuer in einer Bar im Schweizer Nobelskiort Crans-Montana ist die Polizei weiter mit einem Großaufgebot vor Ort. Bilder aus dem Inneren zeigen die Zerstörung. Wie viele Menschen genau ums Leben kamen, ist weiter unklar. Die Behörden sprechen von "mehreren Dutzend" Toten.
Police Cantonale Valaisanne/AP/Keystone/dpa- Explosion und Brand in einer Bar in Crans-Montana forderten „mehrere Dutzend“ Todesopfer.
- Rund 100 Menschen wurden schwer verletzt, viele erlitten schwere Verbrennungen.
- Das Unglück ereignete sich in der Silvesternacht gegen 1.30 Uhr.
- Crans-Montana ist ein beliebter Skiort mit prominenten Gästen und großem Skigebiet.
- Polizei und Rettungskräfte waren mit zahlreichen Einsatzfahrzeugen und Hubschraubern vor Ort.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Eine Silvesterparty im Schweizer Nobel-Skiort Crans-Montana ist in einer Feuer-Tragödie mit Dutzenden Toten geendet. Das Unglück in dem bekannten Touristenort löste bei Anwohnern, Touristen und Politikern Erschütterung aus. „Dieser Abend sollte eigentlich ein Fest sein, doch er wurde zu einem Alptraum“, sagte der Präsident der Regierung im Kanton Wallis, Mathias Reynard. Bei dem Brand in der Bar „Le Constellation“ sind nach Angaben der Polizei zudem rund 100 Menschen größtenteils schwer verletzt worden.
Crans-Montana ist einer der bekanntesten Touristenorte in den Schweizer Alpen und über Feiertage wie Weihnachten und Neujahr mit tausenden Besuchern aus aller Welt meist ausgebucht. Es sei sehr wahrscheinlich, dass unter den Opfern ausländische Gäste seien, so die Polizei. Ob Deutsche betroffen sind, war zunächst unklar. Die Ermittler gehen von einem Unglück aus. „Ein Anschlag kann absolut ausgeschlossen werden,“ sagte Generalstaatsanwältin Beatrice Pilloud bei einer Pressekonferenz.
Touristen unter Schock
Eine Besucherin aus Stuttgart steht unter Schock: „Wir haben mit der Familie in unserer Ferienwohnung Silvester gefeiert“, sagte Christina Lutz der Deutschen Presse-Agentur. „Die Kinder von Freunden sind gestern Abend in der Bar gewesen. Ihnen ist zum Glück nichts passiert, aber sie haben offenbar viele Freunde verloren.“
Der deutsche Außenminister Johann Wadephul (CDU) sprach den Opfern und ihren Familien sein Mitgefühl aus. „Ich bin zutiefst erschüttert über den tödlichen Brand in Crans-Montana in der Silvesternacht“, schrieb er auf X. Der Schweizer Bundespräsident Guy Parmelin, der sein Amt erst Stunden vorher angetreten hatte, zeigte sich ebenfalls bestürzt: „Was ein Moment der Freude sein sollte, verwandelte sich am Neujahrstag in Crans-Montana in eine Trauer, die das ganze Land und weit darüber hinaus erfasst hat“, schrieb er auf X.
Verpuffung erst nach dem Brand
Die Ermittler schließen einen Anschlag nach Zeugenbefragungen und ersten Ermittlungen aus, wie der Kommandant der Walliser Kantonspolizei, Frédéric Gisler sagte. Die Explosionen, von denen Anwohner berichteten, hätten sich erst nach dem Brandausbruch ereignet. Das Feuer habe bei seiner Ausbreitung eine Verpuffung ausgelöst, sagte der für Sicherheit zuständige Staatsrat im Kanton Wallis, Stéphane Ganzer. Er berief sich dabei auf Zeugenaussagen und erste Ermittlungen.
„Wir haben eine Explosion gehört, aber das hörte sich überhaupt nicht wie Silvesterfeuerwerk an“, sagte Anwohner Jeoffrey d'Amecourt dem Sender RTS. Das Gebäude, in dem sich die Bar befand, sei schwer beschädigt worden. Die Polizei hat das Gelände rund um die Bar auf der Hauptstraße des Ortes weiträumig abgesperrt.
Die Polizei hat eine Telefonauskunft für Angehörige eingerichtet. Die Medienwebseite der Kantonspolizei brach nach der ersten Mitteilung dort angesichts der zahlreichen Abrufe zusammen.
Viele offene Fragen
Zur Brandursache konnte Staatsanwältin Pilloud zunächst keine Angaben machen. Ebenso äußert sie sich auf Nachfrage nicht dazu, ob die Bar über die korrekten Notausgänge verfügte und ob diese auch funktionierten.
Die vielen Opfer wurden per Hubschrauber in umliegende Krankenhäuser gebracht, etwa in Sitten, aber auch ins rund 100 Kilometer Luftlinie entfernte Genf. Dort landeten am Universitätsspital nach Angaben von Augenzeugen am Vormittag zahlreiche Hubschrauber.
Der Alarm ging bei der Polizei gegen 1.30 Uhr ein. In der Bar feierten noch zahlreiche Besucher der Silvesterparty in das neue Jahr. Die Einsatzkräfte seien innerhalb von Minuten vor Ort gewesen, so die Behörden. Angesichts des Ausmaßes der Tragödie eilte unter anderem auch die Bergwacht aus dem Aostatal in Italien zu Hilfe.
Der Nobel-Skiort
Crans-Montana liegt im Kanton Wallis und gilt als mondäner Ferienort mit vielen Prominenten. Berühmtester Einwohner war James-Bond-Schauspieler Roger Moore (1927-2017). Der Ort auf etwa 1.500 Metern Höhe hat ein großes Skigebiet. Ende Januar und Anfang Februar finden dort auch Rennen des Ski-Weltcups statt.
Über die Feiertage ist der Ort in der Regel ausgebucht. Auf rund 10.000 Einwohner kommen rund 2.600 Hotelbetten, davon acht Hotels in der Luxuskategorie, und Hunderte Ferienwohnungen. Bei rund einer Million Übernachtungen im Jahr kommen nach Angaben der örtlichen Tourismusbehörde etwa 20 Prozent der Gäste aus dem Ausland. Der nächste große Flughafen ist Genf. Auf dem Landweg sind es von dort aus 180 Kilometer.
Auf der Website von Crans-Montana wurde ein Polizeisprecher mit der Angabe zitiert, dass die Bar „Le Constellation“ Platz für 300 Gäste im Inneren und 40 weitere auf der Terrasse geboten habe.
„Dann haben wir den Rauch gesehen. Es ist furchtbar“
Ein Tourist aus New York filmte, wie orangefarbene Flammen aus der Bar schlugen. Der Nachrichtenagentur AFP sagte er, er habe gesehen, wie Menschen hinausgelaufen und in der Dunkelheit geschrien hätten. Auf von Schweizer Medien verbreiteten Bildern waren ein brennendes Gebäude und fliehende Menschen zu sehen.
Eine Anwohnerin sagte „24 heures“, einer Zeitung in Lausanne, als sich das Unglück ereignet habe, seien die Silvester-Feierlichkeiten in Crans-Montana „in vollem Gange“ gewesen, der Champagner sei „in Strömen geflossen“. Nach Ausbruch des Feuers sei die sorglose Stimmung in Crans-Montana verflogen und Menschen hätten sich auf den Straßen versammelt. „Wir konnten in der Ferne die Sirenen hören“, schilderte die Anwohnerin. „Die Menschen um mich herum waren fassungslos, besorgt, still.“
Ein weiterer Anwohner sagte der Zeitung, wegen der Silvesterfeuerwerke habe er zuerst nicht verstanden, was vor sich gehe. „Dann haben wir den Rauch gesehen. Es ist furchtbar, viele junge Menschen gehen in diese Bar.“
Unglücksort in Crans-Montana ist abgeriegelt
Das Unglück löste einen Großeinsatz von Polizei, Feuerwehr und Rettungskräften aus. Auch mehrere Hubschrauber waren die Nacht über im Einsatz. Für Angehörige wurde eine Notrufnummer eingerichtet. Der Großeinsatz dauerte am Neujahrsmorgen weiter an. Örtliche Medien berichteten, dass Brandgeruch in der Luft hänge.
Die Polizei riegelte den Unglücksort vollständig ab. Über Crans-Montana sei wegen des Großeinsatzes eine Flugverbotszone verhängt worden, hieß es.

























