Neues Buch über Marius Borg Høiby: Anwälte sprechen von „Fehlern und Vorverurteilung“

Das neue Buch ‚Ute av kontroll‘ über Marius Borg Høiby sorgt erneut für Diskussionen über die Darstellung seines Falls.
HAKON MOSVOLD LARSEN/AFPEin neues Enthüllungsbuch über Marius Borg Høiby, den Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, sorgt erneut für Schlagzeilen. Das Werk mit dem Titel „Ute av kontroll“ („Außer Kontrolle“) ist seit Mittwoch im Handel – und bereits vor der offiziellen Veröffentlichung ausverkauft. Doch Høibys Anwälte kritisieren das Buch scharf: Es enthalte zahlreiche Fehler und trage zur öffentlichen Vorverurteilung ihres Mandanten bei.
Anwälte werfen Autoren mangelnde Sorgfalt vor
Laut Høibys Anwalt Elias Christensen sei das Buch ein „Produkt von Hastarbeit“. Selbst grundlegende Informationen – wie die Inhalte der offiziellen Anklageschrift – seien falsch wiedergegeben. Mehrere Punkte, die im Buch genannt werden, kämen in der realen Anklage überhaupt nicht vor.
Christensen erklärte gegenüber TV 2, die Veröffentlichung gefährde die Rechtssicherheit des Angeklagten. „Wir sehen, dass auch dieses Buch zur Vorverurteilung beiträgt. Das bereitet uns ernsthafte Sorgen im Hinblick auf den bevorstehenden Prozess“, so der Jurist.
Auch Høibys Verteidiger Petar Sekulic kritisierte, dass in dem Werk juristische Begriffe falsch verwendet würden. So werde wiederholt behauptet, Marius sei „in Untersuchungshaft“ gewesen – tatsächlich sei er jedoch lediglich festgenommen, aber nie in Untersuchungshaft überstellt worden.
Verlag räumt Fehler ein und kündigt Korrekturen an
Der Verlag Bonnier Norsk Forlag bestätigte die Unstimmigkeiten. Geschäftsführer Alexander Even Henriksen entschuldigte sich öffentlich und kündigte an, die Fehler in künftigen Auflagen zu korrigieren.
„Wir haben versucht, juristische Begriffe zu vereinfachen, um sie für die Leser verständlicher zu machen. Dabei sind leider Fehler passiert, die wir aufrichtig bedauern“, erklärte Henriksen.
Trotz der Kritik verteidigt das Verlagsteam das Buch als wichtigen Beitrag zu einer gesellschaftlichen Debatte über das Zusammenspiel von Königshaus, Polizei und Medien – und die Folgen, die daraus für Høiby entstanden seien.
Prominente Zeugen und Influencer im Fokus
Der Fall Høiby zieht sich bereits seit 2024 durch die norwegische Öffentlichkeit und hat in den vergangenen Monaten immer neue Wendungen genommen. Zuletzt wurde bekannt, dass in dem bevorstehenden Prozess auch mehrere Influencer und Reality-Stars als Zeugen geladen sind – sowohl von der Verteidigung als auch von der Staatsanwaltschaft.
Keine Entscheidung über rechtliche Schritte
Ob Høibys Anwälte auch gegen „Ute av kontroll“ rechtlich vorgehen werden, ist derzeit offen. Gegen das erste Buch über ihren Mandanten, „Hvite striper, sorte får“, hatte die Verteidigung bereits Schritte eingeleitet, um dessen Veröffentlichung zu stoppen. „Wir haben das neue Buch gerade erst erhalten und prüfen die nächsten Schritte“, sagte Christensen.
Starkes Interesse an der Veröffentlichung
Trotz aller Kontroversen ist das Interesse an „Ute av kontroll“ groß: Das erste Auflagenkontingent war schon vor dem Verkaufsstart vergriffen, ein drittes Nachdruckexemplar befindet sich bereits in Arbeit. Für Høiby und seine Verteidigung bedeutet die neue Veröffentlichung jedoch zusätzlichen Druck – kurz vor dem Prozess, der im Februar 2026 in Oslo beginnen soll.
Quelle: TV 2

