Neue Vorwürfe gegen Konstantin Wecker: Hanna Lakomy berichtet von unangenehmer Backstage-Begegnung

Autorin Hanna Lakomy schildert auf Facebook eine grenzüberschreitende Begegnung mit Konstantin Wecker nach einem Konzert im Jahr 2015.
picture alliance/dpa/Meistersinger Konzerte GmbH, Thomas KarstenWährend Konstantin Wecker bereits wegen einer früheren Beziehung zu einer Minderjährigen in der Kritik steht, gibt es nun weitere belastende Aussagen. Die Autorin Hanna Lakomy, Tochter des verstorbenen Kult-Komponisten Reinhard Lakomy, beschreibt auf Facebook eine unangenehme Begegnung mit einem Musiker nach dessen Konzert – und macht durch Formulierungen deutlich, dass sie Konstantin Wecker meint.
Laut ihrem Posting war Lakomy 2015 bei einem Wecker-Konzert in Leipzig und anschließend mit der Managerin ihres Vaters im Backstage-Bereich zu Gast. Dort sei es zu einer Situation gekommen, die sie als klar grenzüberschreitend empfand.
Sie schreibt: „#konstantinwecker Im Jahr 2015 bin ich ihm begegnet. (...) Ich kenne Backstage-Situationen seit meiner Kindheit: ich habe sie aber stets als geschützten, familiären Raum erlebt. (...) Was ich NIE erlebt habe: eine Hand auf meinem Oberschenkel. Auch nicht: die Einladung aufs Hotelzimmer. Direkt am Tisch vor den Augen der Entourage, und vor der Managerin meines Vaters. (hätte mein Vater es erlebt, er wäre ausgerastet).“
Lakomy betont: „Ich war nur amüsiert-angeekelt“
Hanna Lakomy, die aus dem bekannten DDR-Künstlerhaus von Reinhard Lakomy und Monika Ehrhardt stammt, beschreibt die Begegnung zwar nicht als traumatisierend, aber als unangemessen und respektlos.
Weiter heißt es in ihrem Facebook-Posting: „Ich bin allerdings volljährig gewesen und durchaus nicht nachhaltig traumatisiert. Ich war nur amüsiert-angeekelt. Von dem kaputten Künstler – aber mehr noch von seiner Entourage. Die mir, als mir der Fachterminus *rschloch entfuhr, fast an die Gurgel gegangen wäre. (...) Zur Info: Ich trug einen weiten Wollpullover mit Rollkragen und Jeans.“
Die neuen Aussagen fallen in eine Phase intensiver Kritik an Wecker
Die öffentlichen Vorwürfe gegen Konstantin Wecker haben bereits in den vergangenen Wochen für große Aufmerksamkeit gesorgt. Eine heute 30-jährige Frau berichtete der Süddeutschen Zeitung, dass sie 2011 – damals erst 15 Jahre alt – in eine über Monate andauernde, intime Beziehung mit dem Musiker geraten sei. Wecker bestätigte über seinen Anwalt eine „einvernehmliche Beziehung“, sprach aber gleichzeitig von moralischem Fehlverhalten und „tiefstem Bedauern“.
Die Frau schildert bis heute emotionale Belastungen, Abhängigkeit und eine ungute Dynamik mit einem prominenten älteren Künstler. Laut ihren Angaben kam es nach ihrem 16. Geburtstag zu sexuellen Begegnungen.
Wecker ließ erklären, er sei damals „nicht Herr seiner Sinne gewesen“ und habe stark unter Alkoholproblemen gelitten.
Weiter zunehmender Druck auf den Liedermacher
Die neuen Vorwürfe von Hanna Lakomy verstärken den öffentlichen Druck auf den 78-jährigen Liedermacher weiter. Sie fügen sich ein in ein Bild wachsender Kritik, das Wecker zuletzt selbst durch die Bestätigung der früheren Beziehung zu einer Minderjährigen öffentlich gemacht hatte.

