Neue Enthüllungen
: Wusste Queen Elizabeth II. von Andrews angeblichen Prostituierten-Besuchen im Buckingham-Palast?

Queen Elizabeth II. soll von Andrews angeblichen Eskapaden im Buckingham-Palast gewusst haben. Ein kürzlich erschienenes Buch wirft ein neues Licht auf den Skandal rund um den ehemaligen Prinzen.
Von
Judith Müller
London
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Prinz Andrew soll jahrelang Prostituierte ins Buckingham-Palast eingeladen haben – offenbar mit Wissen der Queen.

Prinz Andrew soll jahrelang Prostituierte ins Buckingham-Palast eingeladen haben – offenbar mit Wissen der Queen.

dpa/PA Wire, Joe Giddens

Neue Aussagen des Historikers und Royal-Biografen Andrew Lownie stellen das britische Königshaus erneut unter Druck. Lownie behauptet in mehreren Interviews, Queen Elizabeth II. habe von den langjährigen Eskapaden ihres Sohnes Andrew gewusst – einschließlich angeblicher Besuche von Prostituierten im Buckingham-Palast sowie auf Auslandsreisen.

Diese Vorwürfe werfen ein neues Licht auf interne Strukturen des Königshauses und die Rolle der verstorbenen Monarchin.

Andrew Lownie schreibt: „Andrew brachte über Jahre Prostituierte in den Buckingham-Palast – und die Queen wusste es“

In einem Interview mit NewsNation erklärte Andrew Lownie, dass Andrew Mountbatten-Windsor – ehemals Prince Andrew – über Jahre Prostituierte in den Buckingham Palace eingeladen habe. Mitarbeiter und Sicherheitspersonal hätten dies gemeldet, seien jedoch zum Schweigen gebracht worden. Lownies zentrale Aussage lautet: „Of course, the Queen knew. […] He was her favorite son, and he got away with everything.“

Der Historiker betont, dass Polizeischutzbeamte traditionell wichtige Vorkommnisse an die Monarchin meldeten. Zudem hätten zwei hochrangige Staatsbeamte versucht, über den Privatsekretär der Queen Alarm zu schlagen, jedoch ohne Erfolg.

Der Thailand-Trip 2006: 40 Prostituierte in vier Tagen?

Lownie erhob gegenüber der Daily Mail weitere Anschuldigungen, die Andrews Zeit als „Special Representative for International Trade and Investment“ (2001–2011) betreffen. Während einer offiziellen Reise zu Feiern in Bangkok im Jahr 2006 soll Andrew innerhalb von vier Tagen rund 40 Prostituierte in sein Luxushotel bestellt haben. Er habe diese Reisen, so Lownie, genutzt, um sich private Freiräume zu schaffen, die von britischen Diplomaten und Mitarbeitern ermöglicht worden seien.

Der Daily Beast bestätigte laut Reporter Tom Sykes Teile dieser Darstellung unabhängig und sprach von einer „industrial-scale sexual consumption“.

Palast-Insider: Die Queen hinterließ König Charles III. eine „tickende Zeitbombe“

Gegenüber The Times UK äußerten Palastinsider, Queen Elizabeth II. habe ihren Sohn Andrew über Jahrzehnte hinweg geschützt und Konflikte vermieden. Eine Quelle ging sogar so weit, dies als „schwere Pflichtversäumnis“ zu bezeichnen und sagte: „It seems to me that Queen Elizabeth has quite a lot to answer for.“

Insider glauben, die Queen habe König Charles III. mit der Problematik rund um Andrew eine „unexploded bomb“ hinterlassen, die dieser nun entschärfen müsse.

Titelverlust und der Epstein-Skandal

Kürzlich wurde Andrew offiziell all seiner königlichen Titel und Schirmherrschaften enthoben. Der Palast erklärte, diese Schritte seien notwendig gewesen, auch wenn Andrew alle gegen ihn gerichteten Anschuldigungen weiter bestreite. Besonders belastend blieb seine langjährige Freundschaft mit dem verurteilten Sexualstraftäter Jeffrey Epstein.

Virginia Roberts Giuffre hatte behauptet, sie sei 2001 als Minderjährige von Epstein dazu gezwungen worden, mehrfach Sex mit Andrew zu haben. Andrew wies die Vorwürfe öffentlich zurück.

Forderungen nach Transparenz: Lownie drängt auf Aktenveröffentlichung

Andrew Lownie setzt sich inzwischen öffentlich dafür ein, dass Großbritanniens National Archives sämtliche Akten zu Andrews Tätigkeit als Handelsgesandter öffnen. Laut Lownie würden sich seit Andrews Titelverlust immer mehr ehemalige Palast- und Regierungsmitarbeiter melden, um Informationen preiszugeben, die früher nie an die Öffentlichkeit gelangt wären.