Foto mit Virginia Giuffre echt
: Neue Epstein-Mails stellen Ex-Prinz Andrews Aussagen in Frage

Neue Epstein-E-Mails stellen Prinz Andrews Aussagen infrage und sprechen für die Echtheit des Fotos mit Virginia Giuffre.
Von
Judith Müller
London
Jetzt in der App anhören
Das Bild von Andrew Mountbatten-Windsor und Virginia Giuffre soll echt sein. Der ehemalige Prinz hatte das bisher abgestritten.

Das Bild von Andrew Mountbatten-Windsor und Virginia Giuffre soll echt sein. Der ehemalige Prinz hatte das bisher abgestritten.

Collage: dpa/PA Wire | Chris Jackson, dpa/Us Department Of Justice/PA Media

Neue, bislang unveröffentlichte E-Mails aus dem Nachlass von Jeffrey Epstein werfen Fragen zu den früheren Aussagen von Andrew Mountbatten-Windsor, dem ehemaligen Herzog von York, auf. Sie betreffen sowohl den Zeitpunkt seines Kontaktabbruchs zu Epstein als auch das Foto mit Virginia Giuffre, dessen Echtheit Andrew bislang dementiert hatte.

Kontakt zu Epstein offenbar länger als angegeben

Laut Dokumenten, die der US-Kongressausschuss für Aufsicht am Mittwoch veröffentlichte, stand Andrew im März 2011 weiterhin in Kontakt mit Epstein und Ghislaine Maxwell – also Monate nach dem Zeitpunkt, an dem er später erklärte, die Verbindung beendet zu haben.

In einer E-Mail an beide schrieb Andrew damals in Bezug auf Medienanfragen: „Ich kann das alles nicht mehr ertragen.“

Epstein bestätigte Foto mit Giuffre

In einer weiteren Nachricht aus demselben Jahr schrieb Epstein: „Ja, sie war in meinem Flugzeug, und ja, sie hat ein Foto mit Andrew gemacht – wie viele meiner Angestellten auch.“

Diese Aussage legt nahe, dass das Foto, das Andrew mit der damals 17-jährigen Virginia Giuffre zeigt, echt ist. Andrew hatte 2019 in einem BBC-Interview erklärt, er könne sich an den Moment „nicht erinnern“ und halte das Bild möglicherweise für manipuliert.

Vorwürfe von Virginia Giuffre

Giuffre schilderte in ihrer posthum veröffentlichten Autobiografie, sie sei gezwungen worden, mit Andrew dreimal Sex zu haben – in London, New York und auf Epsteins Privatinsel „Little St. James“. Andrew bestreitet die Vorwürfe weiterhin und weist jede Schuld zurück.

Versuche der Einflussnahme auf die Berichterstattung

Mehrere der nun veröffentlichten E-Mails deuten darauf hin, dass Epstein und Maxwell 2011 versuchten, die mediale Darstellung zu steuern. Epstein schrieb unter anderem, man solle Journalisten zu Recherchen über Giuffre veranlassen, und bezeichnete sie als „Lügnerin“.

In einem anderen Schreiben an Maxwell betonte Andrew: „Bitte stellen Sie klar, dass ich mit diesen Vorwürfen nichts zu tun habe. Ich kann das nicht länger aushalten.“

Folgen für den ehemaligen Prinzen

Die Verbindung zu Epstein führte schließlich dazu, dass König Charles III. seinem Bruder 2022 sämtliche royalen Titel und Schirmherrschaften entzog. Seitdem lebt Andrew weitgehend zurückgezogen und nimmt keine öffentlichen Aufgaben mehr wahr.

Epstein starb 2019 im Gefängnis, während er auf seinen Prozess wegen Menschenhandels wartete. Maxwell wurde 2022 zu 20 Jahren Haft verurteilt.

Andrew bestreitet weiterhin alle gegen ihn erhobenen Anschuldigungen.