König Charles entzieht ihm royale Titel
: Mit DIESEM Namen wird der ehemalige Prinz Andrew jetzt angesprochen

König Charles zieht die Konsequenzen: Prinz Andrew verliert alle royalen Titel und muss die Royal Lodge verlassen. Wie lautet sein „neuer“ Name?
Von
Judith Müller
London
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Prinz Andrew ist kein Prinz mehr. Sein Bruder König Charles III. hat ihm endgültig die Titel abgenommen.

Prinz Andrew ist kein Prinz mehr. Sein Bruder König Charles III. hat ihm endgültig die Titel abgenommen.

dpa/AP, Joanna Chan

Das britische Königshaus zieht eine klare Linie: König Charles III. hat seinem Bruder Prinz Andrew sämtliche royalen Titel, Anreden und Ehren aberkannt. Damit wird aus „Prinz Andrew“ nun offiziell Andrew Mountbatten-Windsor. Diese historische Entscheidung markiert einen tiefen Einschnitt in der Geschichte der britischen Monarchie – und ein deutliches Signal des Königs in Richtung Aufklärung und Verantwortung.

König Charles trifft eine historische Entscheidung

Wie das Magazin People berichtet, hat König Charles, 76, am 30. Oktober ein formelles Verfahren eingeleitet, um seinem Bruder Andrew, 65, alle royalen Ehren zu entziehen. In der offiziellen Mitteilung des Buckingham Palasts heißt es:
„Seine Majestät hat heute ein formelles Verfahren eingeleitet, um Prinz Andrew seiner Anrede, Titel und Ehren zu entheben. Er wird fortan als Andrew Mountbatten-Windsor bekannt sein.“

Damit verliert Andrew nicht nur das Recht, als „Prinz“ oder „Seine Königliche Hoheit“ angesprochen zu werden – auch seine Auszeichnungen, darunter der Order of the Garter und der Knight Grand Cross of the Victorian Order, wurden ihm entzogen.

Ende eines royalen Lebens: Andrew muss aus der Royal Lodge ausziehen

Gestatten? Andrew Montbattan-Windsor.

Gestatten? Andrew Montbatten-Windsor.

picture alliance/dpa/Pool Reuters, Toby Melville

Neben der Aberkennung seiner Titel verliert Andrew auch sein Zuhause. Der Palast bestätigte, dass Andrew die Royal Lodge in Windsor räumen muss. Sein Mietvertrag, der ihm bisher rechtlichen Schutz gewährt hatte, wurde gekündigt.
„Eine formelle Mitteilung zur Aufgabe des Mietvertrags wurde zugestellt, und er wird in eine alternative private Unterkunft umziehen“, heißt es in der Mitteilung.

Damit verliert Andrew nicht nur seinen Status, sondern auch den letzten Rest seiner bisherigen royalen Privilegien – einschließlich des staatlichen Schutzes, der bisher mit seiner Wohnsituation verbunden war.

Konsequenzen trotz anhaltender Abstreitungen

Auch wenn Andrew die gegen ihn erhobenen Vorwürfe weiterhin bestreitet, scheint König Charles’ Entscheidung endgültig. Der Palast betonte, dass diese Maßnahmen „notwendig erachtet werden, ungeachtet der Tatsache, dass er die Anschuldigungen weiterhin bestreitet“.

Andrew war bereits 2019 aus dem öffentlichen Leben der Royals zurückgetreten, nachdem sein berüchtigtes BBC-Interview über seine Beziehung zu Jeffrey Epstein für massive Kritik gesorgt hatte. Die Schlagzeilen über seine Verstrickungen in den Missbrauchsskandal um den verstorbenen US-Finanzier führten schließlich zu seinem endgültigen Rückzug.

Ein Signal der Verantwortung: Unterstützung für Missbrauchsopfer

Im letzten Absatz der Palastmitteilung finden sich deutliche Worte, die zeigen, dass König Charles ein klares Zeichen setzen will:
„Ihre Majestäten möchten klarstellen, dass ihre Gedanken und ihr tiefstes Mitgefühl stets den Opfern und Überlebenden jeglicher Formen von Missbrauch gelten und auch weiterhin gelten werden.“

Dieses Statement macht deutlich, dass die Monarchie keinen Platz für Personen lässt, deren Handeln den Werten des Königshauses widerspricht – unabhängig von familiären Bindungen. König Charles stellt mit dieser Entscheidung Transparenz und Verantwortung über Loyalität.

Andrew Monatbatten-Windsor trägt keine royalen Titel mehr.

Andrew Monatbatten-Windsor trägt keine royalen Titel mehr.

dpa/PA Wire, Jacob King

Eine Entscheidung mit historischem Gewicht

Dass ein Mitglied der britischen Königsfamilie seiner Titel beraubt wird, ist ein äußerst seltener Vorgang. Das letzte Mal geschah dies im Jahr 1917, als König George V. den Titles Deprivation Act anwendete, um deutschen Prinzen ihre britischen Titel zu entziehen.

Selbst König Edward VIII., der 1936 abdankte, durfte den Titel Herzog von Windsor behalten. Dass Charles nun so weit geht, seinen eigenen Bruder sämtlicher Titel zu entheben, zeigt die Tragweite und Entschlossenheit dieser Entscheidung.

Unterstützung aus dem Königshaus

Laut People soll die Entscheidung von der gesamten königlichen Familie unterstützt werden – auch von Prinz William. Sie signalisiert, dass König Charles seine Autorität nutzt, um klare moralische Grenzen zu ziehen.

Andrew Mountbatten-Windsor ist nun endgültig auf sich allein gestellt. Seine Töchter, Prinzessin Beatrice und Prinzessin Eugenie, behalten laut den Letters Patent von 1917 jedoch ihre Titel, da sie die Töchter eines Sohnes des Monarchen sind.

Ein starkes Signal für Transparenz und Wandel

Mit der Aberkennung aller Titel und Privilegien sendet König Charles ein deutliches Signal: Kein Mitglied der Royal Family steht über moralischen und rechtlichen Grundsätzen.
Diese Entscheidung zeigt, dass die Monarchie in eine neue Ära eintritt – eine, in der Integrität, Verantwortung und Gerechtigkeit im Vordergrund stehen.

Andrew Mountbatten-Windsor ist nun kein Prinz mehr. Und auch wenn er weiterhin seine Unschuld beteuert, ist klar: Sein Platz im britischen Königshaus gehört der Vergangenheit an.