Naturkatastrophe in Afghanistan: Zahl der Toten nach Erdbeben steigt auf 800

Erdbeben in Afghanistan
Ebrahim Noroozi/AP/dpa- Verheerende Erdbeben in Ost-Afghanistan fordern über 800 Tote und 2.800 Verletzte.
- Ganze Dörfer zerstört, Menschen unter Trümmern – schwierige Rettungsbedingungen.
- Internationale Hilfe: Iran und Pakistan bieten Unterstützung an, Organisationen aktiv vor Ort.
- Jahrzehntelanger Konflikt und schlechte Bausubstanz verschärfen die Folgen der Katastrophe.
- Region regelmäßig von Erdbeben betroffen – 2022 starben über 1.000 Menschen.
Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.
Bei den verheerenden Erdbeben im Osten Afghanistans sind nach Angaben der herrschenden Taliban mehr als 800 Menschen ums Leben gekommen. Das gab der Sprecher der Taliban, Sabihullah Mudschahid, bei einer Pressekonferenz bekannt. Mehr als 2.800 Menschen seien zudem verletzt, hieß es weiter. Zahlreiche Menschen seien noch unter Trümmern gefangen.
Nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS hatte das erste Erdbeben eine Stärke von 6,0. Demnach ereignete es sich gegen Mitternacht an der Grenze zu Pakistan in einer Tiefe von acht Kilometern. Es folgten mehrere Nachbeben.
Ganze Dörfer wurden zerstört
„In den am stärksten betroffenen Gebieten wurden ganze Dörfer zerstört, während heftige Regenfälle und Überschwemmungen vor dem Erdbeben einen Großteil der Berggebiete unzugänglich gemacht haben“, sagte die Organisation International Rescue Committee (IRC). „Wir sind zutiefst besorgt über die zusätzliche Belastung, die diese Katastrophe für die gesamte humanitäre Hilfe in Afghanistan mit sich bringen wird.“
Die Organisation Save the Children, die nach eigenen Angaben bereits vor dem Erdbeben in den betroffenen Regionen aktiv war, kündigte an, weitere Gesundheitsteams in die am stärksten betroffenen Gebiete der Region Kunar zu entsenden.

Nach den schweren Erdbeben in Afghanistan strömten die Menschen ins Freie, teilweise wurden ganze Dörfer zerstört.
Hedayat Shah/AP/dpaBevölkerung leistet Nothilfe
Auch die Caritas berichtete von Zerstörungen in schwer zugänglichen Gebieten. Bislang leiste die lokale Bevölkerung die erste Nothilfe. Dorfbewohner schildern ihre verzweifelte Lage: „Unsere Häuser sind zerstört, und wir brauchen jede Hilfe, die uns die Menschen bieten können“, so ein Anwohner zu dem afghanischen Nachrichtensender Tolonews.
Irans Regierung stellte schnelle Unterstützung für das Nachbarland in Aussicht. Teheran sei bereit, bei den Hilfs- und Rettungsmaßnahmen in den betroffenen Gebieten sofort zur Seite zu stehen, erklärte Außenamtssprecher Ismail Baghai laut einer Mitteilung seines Ministeriums.
Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif bekundete sein Beileid: „Angesichts der Berichte, die bestätigen, dass Hunderte von Menschenleben verloren gegangen sind und Dörfer zerstört wurden, sind unsere Gedanken bei den Opfern und ihren Familien“, schrieb er auf X.

Menschen versammeln sich nach dem Beben in der Nähe eines Krankenwagens in einem Krankenhaus in der Provinz Kunar.
Qazafi/XinHua/dpaErdbeben trifft geschundenes Land
Immer wieder gibt es schwere Erdbeben in der Region, wo die Arabische, die Indische und die Eurasische Platte aufeinandertreffen. Bei einer Erdbebenserie am 7. Oktober 2023 kamen in Afghanistan nach Angaben der UN mehr als 1.500 Menschen ums Leben - viele weitere wurden verletzt. 2022 starben in dem Land am Hindukusch bei einem Beben nach Taliban-Angaben mehr als 1.000 Menschen.
Angesichts des jahrzehntelangen Konflikts und der oft schlechten Bausubstanz sind viele Häuser in Afghanistan nicht sonderlich stabil. Erdbeben richten daher oft große Schäden an. Gleichzeitig hat Afghanistan nach Jahrzehnten der Kriege und Konflikte kaum Ressourcen, um die Folgen solcher Katastrophen aufzufangen.
