Nachbeben in Südostasien
: Wieder viele Hochhäuser in Bangkok evakuiert

Die Erde in Myanmar und Thailand kommt weiter nicht zur Ruhe. Derweil dauern die Bergungsarbeiten an. Über Myanmar breitet sich Leichengeruch aus.
Von
dpa
Bangkok
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Erdbeben in Myanmar: 31.03.2025, Myanmar, Mandalay: Auf diesem von der Nachrichtenagentur Xinhua veröffentlichten Foto suchen Rettungskräfte nach einem Erdbeben in einem eingestürzten Gebäude nach Überlebenden. Foto: Cai Yang/Xinhua/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Rettungskräfte suchen in den Trümmern in Myanmar und Thailand nach dem Erdbeben nach Überlebenden.

Cai Yang/Xinhua/AP/dpa
  • Erdbeben in Myanmar und Thailand, Epizentrum nahe Mandalay, Stärke 7,7, Nachbeben spürbar.
  • In Bangkok wurden mehrere Hochhäuser evakuiert, Rettungsarbeiten dauern an, 18 Tote.
  • Myanmar: schwierige Lage, 1.700 Tote, 3.400 Verletzte, 300 Vermisste, Hilfsmaßnahmen behindert.
  • Inselstaat Tonga: Erdbeben Stärke 7,0, keine Berichte über Schäden oder Verletzte.
  • 72-Stunden-Frist für Verschüttete in Bangkok, Rettungsteam im Einsatz.

Die Zusammenfassung wurde durch künstliche Intelligenz erstellt.

In Bangkok sind am Mittag (Ortszeit) zahlreiche Hochhäuser evakuiert worden, nachdem wohl Nachbeben zu spüren waren. Drei Tage nach dem schweren Erdbeben der Stärke 7,7 mit Epizentrum in Myanmar kommt die Erde noch nicht zur Ruhe – vor allem in Myanmar gibt es immer wieder leichtere Nachbeben. Auf der Webseite der US-Erdbebenwarte USGS wurde aber zunächst kein Beben in der Region verzeichnet.

„Behörden gehen auf Nummer sicher“

„Ich habe es allerdings gespürt, wenn natürlich auch viel leichter als das vom Freitag“, sagte ein Büroangestellter im Stadtteil Sathorn der Deutschen Presse-Agentur. „Ich glaube, die Behörden wollen jetzt einfach auf Nummer sicher gehen.“

Zusammen mit vielen Dutzend Kollegen stand er vor dem Bürogebäude Tisco Tower auf der Straße. Auch viele andere Hochhäuser, wie die Shopping Mall One Bangkok, das städtische Gerichtsgebäude sowie viele Regierungsbüros wurden vorsichtshalber evakuiert, wie die Zeitung „Khaosod“ und Augenzeugen berichteten. Nach Angaben der Regierung sind in Thailand derzeit viele Menschen in Alarmbereitschaft. In der Stadt waren aber die Sirenen von mehreren Einsatzwagen zu hören.

Derweil dauern die Rettungs- und Sucharbeiten in beiden Ländern an. Vor allem im Krisenland Myanmar, wo eine brutale Militärjunta regiert und der Informationsfluss schwierig ist, ist die Situation unübersichtlich. Am Morgen gab es im Staatsfernsehen zunächst keine neuen Zahlen zu Todesopfern und Vermissten. Zuletzt hatte die Militärregierung von 1.700 Toten, rund 3.400 Verletzten und 300 Vermissten gesprochen. Das Beben vom Freitag, dessen Epizentrum nahe der zweitgrößten Stadt Mandalay im Zentrum des früheren Birma lag, hatte eine Stärke von 7,7.

Keine internationalen Medien zugelassen

Die Hilfsorganisation Save the Children berichtete, dass viele Familien aus Angst vor Nachbeben in Klöstern und auf Fußballfeldern Zuflucht gesucht hätten. Zahlreiche beschädigte Straßen und die unterbrochenen Kommunikationsleitungen erschwerten derweil die Hilfsmaßnahmen. Gleichzeitig habe die Junta, die sich Anfang 2021 an die Macht geputscht hatte, internationalen Medien den Zugang zum Katastrophengebiet untersagt, schrieb die Nachrichtenagentur Mynamar Now unter Berufung auf den General General Zaw Min Htun.

Lokale Medien berichteten, dass in der besonders schwer betroffenen Region Sagaing Anwohner selbst nach Vermissten suchten, weil die Rettungskräfte nicht zu ihnen durchkämen. Nach Angaben des Nachrichtendienstes Mizzima News sind noch immer viele Menschen in eingestürzten Klöstern eingeschlossen. Gleichzeitig liege in dem Gebiet ein schlimmer Leichengeruch in der Luft, hieß es.

Zeit in Bangkok läuft aus

In Bangkok suchen Rettungskräfte derweil in einem eingestürzten Rohbau weiter fieberhaft nach knapp 80 Vermissten. Die Teams sind mit Baggern und Spürhunden im Einsatz. Angehörige warteten verzweifelt vor dem Schuttberg, der von dem rund 30-stöckigen Hochhaus noch übrig ist. Die 72 Stunden, die Verschüttete normalerweise ohne Nahrung und Wasser auskommen können, sind bald erreicht.

Nach Angaben der Stadtverwaltung wurde zuletzt ein weiterer Toter aus den Trümmern geborgen. Damit liegt die Gesamttodeszahl in der thailändischen Hauptstadt nun bei 18.

Beben auch nahe Tonga

Auch nahe dem Inselstaat Tonga im Südpazifik wurde ein schweres Erdbeben gemeldet. Die US-Erdbebenwarte USGS gab die Stärke der Erdstöße vom frühen Montagmorgen (Ortszeit) mit 7,0 an. Demnach lag das Zentrum 73 Kilometer von der Stadt Pangai entfernt in einer Tiefe von 29 Kilometern. Berichte über Schäden oder Verletzte gab es zunächst nicht. Der Sender Radio New Zealand schrieb, es habe sich um das heftigste Beben in Tonga seit zehn Jahren gehandelt. Zudem gab es mehrere starke Nachbeben. Eine ursprüngliche Tsunami-Warnung wurde aber wieder aufgehoben.