Mobiler Friseur Corona: Hausbesuche erlaubt? Bremen will Verordnung ändern

Laut Corona-Verordnung Breen dürfen mobile Friseure Hausbesuche machen - doch die Stadt will die Regel-Schrift jetzt nachbesser.
dpaDas Bundesland Bremen will eine Lücke in der Corona–Verordnung zum Hausbesuch von Friseuren schließen. Derzeit seien Besuche zuhause für mobile Friseure erlaubt, sagte ein Sprecher des Gesundheitsressorts am Mittwoch. „Das soll jetzt geändert werden.“
Im kleinsten Bundesland hatte eine Auskunft aus dem Ordnungsamt für Überraschung gesorgt: Friseursalons seien zwar geschlossen, Friseurinnen und Friseure dürften ihre Kunden aber zuhause bedienen. Die Bremer Handwerkskammer teilte mit, man sei seit Erlass der Verordnung am 16. Dezember „davon ausgegangen, dass sämtliche Dienstleistungen im Bereich der nichtmedizinischen Körperpflege untersagt sind“.
Die Kammer warnte die Friseure auch, Aufträge für Hausbesuche anzunehmen. „Bedenken Sie das gesundheitliche Risiko, wenn Sie sich in das private Umfeld des Kunden begeben!“, mahnte die Kammer. Es sei auch unsicher, wie lange diese Ausnahmeregelung bestehen werde. Ziel sei eine allgemeine Wiederöffnung der Salons.
Bremen hat bislang „zu keinem Zeitpunkt“ ein Verbot für mobile Friseure verhängt
Die Bremer Verordnung verfügte bislang an einer Stelle die Schließung aller Betriebe der nichtmedizinischen Körperpflege. Es geht um
- „Friseure,
- Kosmetikstudios,
- Massagepraxen,
- Tattoostudios
- und Nagelstudios“.
An anderer Stelle werden allgemein Handwerks– und Dienstleistungen für zulässig erklärt, selbst wenn der Mindestabstand von 1,5 Metern nicht eingehalten werden kann. Voraussetzung seien geeignete Hygienemaßnahmen. In anderen Ländern wie Niedersachsen oder Bayern ist mobiles Arbeiten für Friseure untersagt. In der bayerischen Verordnung etwa sind nicht die Betriebe geschlossen, sondern die betreffenden Dienstleistungen als solche verboten, unabhängig vom Ort des Geschehens.
Bremer Senat will Hausbesuche von Friseuren verbieten
Das Land Bremen habe „zu keinem Zeitpunkt Betätigungsverbote für ganze Berufsgruppen verhängt“, sagte Sprecher Lukas Fuhrmann vom Gesundheitsressort. Als die Verordnung erlassen wurde, habe es das Phänomen mobiler Friseure aber noch nicht gegeben. Inzwischen sehe der Senat die Notwendigkeit zu handeln.
Hoffnung für Öffnung der Friseure in Ulm — Appell der Handwerkskammer
Die Handwerkskammer Ulm appelliert an die Landesregierung in Stuttgart: Friseure und Kosmetiker sollen wieder öffnen. Viele regionale Betriebe fürchten um ihre Existenz.
Im Einzugsgebiet der Handwerkskammer gibt es 1381 Kosmetik– und 1699 Friseurbetriebe mit insgesamt knapp 10.000 Beschäftigten. In Ulm sind es 142 Kosmetiker und 133 Friseure, im Alb–Donau–Kreis gibt es 174 Kosmetiker und 219 Friseure. Für sie hat Obermeister Oliver Ditz den Brief unterschrieben.
