Marius Borg Høiby
: Sohn von Mette-Marit soll Frau im Familienurlaub missbraucht haben

Prozess gegen Marius Borg Høiby angekündigt – schwere Vorwürfe werfen Schatten auf die norwegische Monarchie.
Von
Judith Müller
Oslo
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Marius Borg Høiby soll im Urlaub auf den Lafoten eine Frau missbraucht haben.

Marius Borg Høiby soll im Urlaub auf den Lafoten eine Frau missbraucht haben.

Lise Aserud

Marius Borg Høiby, der 28-jährige älteste Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit von Norwegen, steht derzeit im Zentrum einer strafrechtlichen Untersuchung. Am 18. August 2025 erhob die Osloer Staatsanwaltschaft Anklage gegen ihn in insgesamt 32 Punkten, darunter vier Fälle von sexueller Gewalt.

Schwere Vorwürfe: Übergriffe und heimliche Aufnahmen

Laut der Anklage soll sich einer der Übergriffe im Oktober 2023 auf den Lofoten-Inseln ereignet haben, während einer Reise, die Marius gemeinsam mit seinem Stiefvater Kronprinz Haakon unternahm. Während Haakon sich in seinem Hotelzimmer aufhielt, traf Marius in den Bars des Ortes auf eine junge Frau, mit der er zunächst einvernehmlichen Kontakt hatte. Im weiteren Verlauf der Nacht soll es jedoch zu einer Vergewaltigung gekommen sein. Zusätzlich wird ihm vorgeworfen, heimlich Aufnahmen der Frau gemacht zu haben, während sie schlief.

Neben diesen Taten werden Marius weitere Delikte vorgeworfen, darunter körperliche Misshandlung, Sachbeschädigung, Bedrohung, Verkehrsverstöße und das Filmen von Frauen in intimen Momenten. Insgesamt sollen sieben Frauen Opfer seiner mutmaßlichen Taten geworden sein. Die Verteidigung bestreitet die schwerwiegenden Vorwürfe, räumt jedoch einige kleinere Delikte ein.

Reaktionen der königlichen Familie

Die norwegische Königsfamilie hat sich bislang zurückhaltend gezeigt. Kronprinz Haakon, der Marius während der fraglichen Reise begleitete, äußerte öffentlich, dass die Justiz nun die Verantwortung übernehme und der Fall vor Gericht weiterverfolgt werde. Kronprinzessin Mette-Marit hat sich bisher nicht öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.

Ausblick: Gerichtstermin im Januar 2026

Der Prozess gegen Marius Borg Høiby wird voraussichtlich im Januar 2026 beginnen. Ihm drohen Haftstrafen von bis zu zehn Jahren. Der Fall stellt nicht nur eine juristische, sondern auch eine persönliche Herausforderung für die norwegische Königsfamilie dar und wirft Fragen über Verantwortung und öffentliche Wahrnehmung auf.