Marius Borg Høiby: Sein leiblicher Vater äußert sich erstmals zum Prozess

Erstmals äußert sich der Vater von Marius Borg Høiby zum laufenden Prozess – in einer neuen TV-Dokumentation spricht er ausweichend über die schweren Vorwürfe gegen seinen Sohn.
HAKON MOSVOLD LARSEN/AFPParallel zum viel beachteten Strafprozess gegen Marius Borg Høiby hat sich nun erstmals auch sein leiblicher Vater öffentlich geäußert. Der 29-Jährige muss sich seit Dienstag in Oslo wegen insgesamt 38 Anklagepunkten verantworten – darunter vier Vergewaltigungsvorwürfe, mutmaßliche Körperverletzung sowie Drogendelikte. Kurz vor Prozessbeginn wurde Høiby erneut festgenommen und sitzt derzeit wegen Wiederholungsgefahr in Untersuchungshaft.
TV-Doku beleuchtet den Fall aus neuer Perspektive
Zeitgleich zum Auftakt der Verhandlung erschien eine neue TV-Dokumentation mit dem Titel „The Truth About the Bonus Prince“. In der Produktion kommen Expert:innen, Jurist:innen, eine frühere Partnerin von Marius – und erstmals auch sein Vater zu Wort. Morten Borg reagierte auf Presseanfragen jedoch ausweichend und wollte sich weder konkret zu den Vorwürfen äußern noch sagen, ob er seinen Sohn im Gerichtssaal unterstützen wird. „Ich verstehe, was du willst, aber ich habe nichts zu sagen“, lautete seine Antwort gegenüber der Presse.
Wer ist Morten Borg?
Bevor Kronprinzessin Mette-Marit Ende der 1990er-Jahre Prinz Haakon kennenlernte, war sie mehrere Jahre mit Morten Borg liiert, der einige Jahre älter ist als sie. 1997 kam ihr gemeinsamer Sohn Marius zur Welt. Zum Zeitpunkt der Geburt befand sich Borg wegen gewalttätiger Delikte im Zusammenhang mit Drogen im Gefängnis. Die Beziehung zerbrach kurz nach der Geburt, dennoch blieben beide über die Jahre hinweg durch die Verantwortung für ihren Sohn verbunden.
„Gleichheit vor dem Gesetz“ – keine Sonderrolle für Sohn der Kronprinzessin
Die Staatsanwaltschaft betont, dass Marius Borg Høiby ungeachtet seiner familiären Verbindung zur Königsfamilie wie jeder andere Angeklagte behandelt werde. Dem Sohn von Kronprinzessin Mette-Marit drohen bei einer Verurteilung mehrere Jahre Haft, im schlimmsten Fall sogar eine langjährige Gefängnisstrafe. Der Prozess, der bis Mitte März angesetzt ist, wird unter Ausschluss von Kameras geführt. Die Verteidigung kritisiert die massive mediale Vorverurteilung und sieht die psychische Belastung des Angeklagten als erheblich an.
Der Fall erschüttert nicht nur das norwegische Königshaus, sondern sorgt auch international für Aufmerksamkeit. In der Bevölkerung wächst der Druck auf die Monarchie, da viele Norweger zunehmend kritisch auf das öffentliche Auftreten der Königsfamilie blicken.
Quellen: expressen.se, bunte.de, bild.de

