Bei einer Demonstration gegen den Abriss von Lützerath wurden ursprünglich 10.000 Menschen erwartet, auch Klima-Aktivistin Greta Thunberg war dabei. Ende waren zwischen 15.000 und 35.000 Menschen vor Ort. Der zuerst friedliche Protest heizte sich auf, als einige Demonstranten versuchten, den Tagebau zu stürmen. Die Polizei sah sich gezwungen, Wasserwerfer und Pfefferspray gegen die Demonstrierenden einzusetzen. Mit Einbruch der Dunkelheit verließen die Demonstranten den Ort.

Lützerath-Demo aktuell: Eskalation bei Protest

Bei der Demonstration sind am Nachmittag einige Menschen nach Polizeiangaben in den Tagebau eingedrungen. „Entfernen Sie sich sofort aus dem Gefahrenbereich!“, schrieben die Einsatzkräfte bei Twitter. Zudem hätten Menschen versucht, durch eine Polizeiabsperrung an die Tagebaukante zu gelangen. Die Personen seien größtenteils vermummt gewesen, erklärten die Einsatzkräfte. „Um dies zu verhindern, wenden wir unmittelbaren Zwang an“, hieß es. Die Polizei forderte die Menschen auf, keine Polizeikräfte anzugehen und sich kooperativ zu verhalten. Medienberichten zufolge setzten die Einsatzkräfte Schlagstöcke ein. Die Demonstranten warfen demnach mit Pyrotechnik auf die Beamten.
Im Laufe des Nachmittags hat sich die Stimmung immer weiter aufgeheizt. Demonstranten und Polizisten standen sich gegenüber. Die Polizei drohte mit dem Einsatz der Wasserwerfer. Ein Polizeisprecher sagte der Deutschen Presse-Agentur: „Wir stehen mit dem Rücken zum Zaun. Hinter uns stehen die Wasserwerfer. Die Androhung ist erfolgt, dass die Wasserwerfer eingesetzt werden. Jetzt müssen wir abwarten, was passiert.“ Die Demonstranten erhielten derzeit immer noch weiteren Zulauf. „Wir wenden jetzt schon unmittelbaren Zwang an, wenn Leute in die Richtung gehen.“
Am Rande der Demonstration hat die Polizei Pfefferspray und Schlagstöcke eingesetzt. Sogenannte Mehrzweckstöcke seien gegen Vermummte eingesetzt worden, die versucht hätten, eine Polizeikette zu durchbrechen, sagte ein Sprecher am Samstag.
Ein Sprecher auf der Kundgebungsbühne hatte die Demo-Teilnehmer zuvor explizit aufgerufen, sich über Anweisungen der Polizei hinwegzusetzen. Er finde es legitim, wenn die Teilnehmer versuchten, in das abgesperrte Lützerath vorzudringen, sagte er: „Lasst euch von der Polizei nicht aufhalten. Wir sind mächtig. Wir sind auf der Seite der Gerechtigkeit. Wir lassen uns von diesem repressiven System nicht aufhalten. Wir stoppen diesen Tagebau. Macht alles, was ihr für richtig haltet.“
Nach Aufforderung der Polizei, den unmittelbaren Bereich bei Lützerath zu verlassen, traten viele Demonstranten schließlich den Rückweg an. Die übrigen wurden von einer breiten Polizeikette auf dem Acker zurückgeschoben, wie ein dpa-Reporter berichtete. Es habe Geschrei gegeben, aber zunächst keine Zusammenstöße.

Demo in Lützerath: Uhrzeit, Strecke & geplante Dauer der Veranstaltung

Die Großdemonstration hat am Samstag, den 14.01.2023 um 12 Uhr begonnen. Der Demonstrationszug bewegt sich vom zwei Kilometer entfernten Ort Keyenberg in Richtung Lützerath. Die abschließende Kundgebung war um 13.30 Uhr auf einem Feld in Höhe der Ortslage Lützerath geplant.

Demo am 14.01: Teilnehmer und Reden in Lützerath

Nach der anderthalbstündigen Demo von Keyenberg nach Lützerath wird es Reden und Musik geben. Highlight des Programms ist wohl die schwedische Klima-Aktivistin Greta Thunberg, die eine Rede halten wird. Thunberg ist bereits am Freitag angereist. Neben Thunberg wird es Redebeiträge von folgenden Personen oder Gruppen geben
  • Peter Donatus
  • Gemeinsamer Beitrag von BUND, Greenpeace, Klima-Allianz, NAJU, Campact
  • Weitere Beiträge aus der Klimagerechtigkeitsbewegung
  • Poetry-Slam von Sebastian23