Kerosinsteuer: Was die neue Steuer den Bürger kosten könnte

In Deutschland soll eine Kerosinsteuer für den Luftverkehr eingeführt werden. Was ist zu den Plänen bislang bekannt?
Federico Gambarini/dpaDie Ampelkoalition in Berlin hat sich in harten Verhandlungen auf den Bundeshaushalt für 2024 geeinigt. Neben Einsparungen beim Agrardiesel, der Neubauförderung, einer Erhöhung der CO2-Abgabe, dem Aus für die E-Auto-Förderung soll auch die Einführung einer Kerosinsteuer geplant sein. Was ist bislang bekannt?
Für welche Flüge soll die Kerosinsteuer gelten?
Aktuell ist noch nicht viel bekannt. Klar ist aber, dass die Pläne auf den innerdeutschen Flugverkehr zielen. Bislang ist es nur ein Halbsatz aus einem Papier des Wirtschaftsministers Robert Habeck (Grüne), der die Flugbranche in Wallung gebracht hat. „Unter anderem werden wir Kerosin im nationalen Luftverkehr zukünftig besteuern“ heißt es dort, während man im Finanzministerium von einem endgültigen Beschluss nichts wissen will. Was letztlich wohl bedeutet, dass es noch intensive Verhandlungen über die genaue Ausgestaltung geben wird.
Macht die Kerosinsteuer das Fliegen teurer?
Dass die Kerosinsteuer das Flügen in Deutschland teurer macht, ist so gut wie sicher. Denn die Unternehmen werden die neue Abgabe wahrscheinlich an die Kunden weiterreichen. Wie hoch die Mehrkosten sind, hängt vor allem vom Steuersatz ab. Norwegen verlangt beispielsweise 13 Cent pro Liter Kerosin. Die EU-Kommission plant mit bis zu 45 Cent. Würde die Steuer von 65 Cent pro Liter erhoben, die in Deutschland bei nichtgewerblichen Flügen fällig ist, würden sich die Treibstoffkosten bei Inlandsflügen mehr als verdoppeln. Bei einem Durchschnittsverbrauch von drei Litern pro Passagier auf 100 Kilometer würden sich bei einem Flug von Frankfurt nach Berlin (420 km) pro Gast zusätzliche Gebühren von etwa 8,20 Euro ergeben. „Das fällt kaum ins Gewicht“, sagte Michael Müller-Görnert vom ökologisch geprägten Verkehrsclub Deutschland (VCD) der Presseagentur dpa.
Was wären die Folgen einer solchen Steuer?
Fluggesellschaften und Flughäfen beklagen eine weitere staatliche Kostenbelastung, die Tickets in Deutschland noch teurer machen würde als anderswo. Schon jetzt hinkt der deutsche Markt wegen der hohen Standortkosten der europäischen Entwicklung hinterher. Der Präsident des Branchenverbandes BDL, Jost Lammers, sieht in der geplanten Steuer ein „faktisches Förderprogramm für die Drehkreuze am Bosporus und am Persischen Golf“, weil die Zubringerflüge nur nach Frankfurt und München zusätzlich belastet würden. Für Umsteiger beispielsweise aus Hamburg oder Berlin werde es so noch attraktiver, in Dubai, London oder Istanbul zwischenzulanden. Die Steuer schade letztlich deutschen Unternehmen, Standorten und Arbeitsplätzen.
