Jurassica Parka
: Margot Schlönzke bricht Zusammenarbeit ab - HateAid distanziert sich

Nach den schweren Vorwürfen gegen Drag-Queen Jurassica Parka distanziert sich ihre Podcast-Kollegin Margot Schlönzke und auch die Organisation HateAid äußert sich deutlich.
Von
Judith Müller
Berlin
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Margot Schlönzke (l.) distanziert sich nach den schweren Vorwürfen von Jurassica Parka.

Margot Schlönzke (l.) distanziert sich nach den schweren Vorwürfen von Jurassica Parka.

dpa | Annette Riedl

Der Fall Jurassica Parka, bürgerlich Mario O., sorgt weiter für Schlagzeilen in der Berliner Szene. Die Staatsanwaltschaft ermittelt wegen des Verdachts der Verbreitung und des Besitzes von kinderpornografischen Inhalten, und Medien wie queer.de und Siegessäule berichteten zudem, dass Parka bereits vor zwei Jahren rechtskräftig verurteilt wurde.

Daraufhin hat sich nun Margot Schlönzke, Dragqueen und Podcast-Kollegin von Parka, von der Zusammenarbeit distanziert. Schlönzke, die mit Parka den Podcast „Parka und Schlönzke“ über fünf Jahre betrieben hatte, erklärte auf Social Media:

„Ich habe die Zusammenarbeit frühestmöglich ausgesetzt, nachdem sie mich über das laufende Ermittlungsverfahren informiert hatte. Durch die Berichterstattung habe ich in den vergangenen Tagen erstmals von einer früheren Verurteilung erfahren.“

Die jüngsten Entwicklungen hätten sie dazu bewogen, die Zusammenarbeit endgültig zu beenden, betonte Schlönzke. Dabei verwies sie ausdrücklich auf den Schutz von Kindern vor sexueller Gewalt, den sie als nicht verhandelbar ansieht.

Spaltung in der queeren Szene

Die Entscheidung Schlönzkes sorgte innerhalb der Berliner LGBTQ+-Community für kontroverse Reaktionen. Dragqueen Nina Queer kritisierte Schlönzke dafür, eine langjährige Freundin verraten zu haben. Die Informationen über Parka seien an die Medien weitergegeben worden – ein Vorwurf, den die Siegessäule jedoch dementierte.

Laut Nina Queer habe Schlönzkes Schritt die Szene gespalten und ein Misstrauen unter queeren Künstler*innen geschaffen. Schlönzke selbst erklärte später auf Facebook, dass sie aufgrund drohender Bedrohungen aus der rechten Szene nicht weiter zum Fall Stellung nehmen werde.

HateAid distanziert sich von Jurassica Parka

Auch die Organisation HateAid, für die Parka zuvor Werbung machte, reagierte auf die Vorwürfe. Die NGO, die digitale Gewalt und Hasskriminalität bekämpft, teilte mit, dass jegliche Verbindung zu Parka ausgeschlossen sei.

„Es ist für uns selbstverständlich, dass jegliche Verbindung von HateAid mit Menschen oder Gruppen, die Kindesmissbrauchsdarstellungen erstellen, besitzen und/oder verbreiten, ausgeschlossen ist“, hieß es in der Stellungnahme.

Die Organisation warnte zugleich davor, die Vorwürfe zu instrumentalisieren, um Hass und Gewalt gegen queere Menschen zu schüren.

Der Fall Jurassica Parka zieht weiterhin weite Kreise: Kollegin Schlönzke beendet die Zusammenarbeit, während HateAid sich öffentlich distanziert. Die Berliner LGBTQ+-Community reagiert gespalten auf die Entwicklungen, und die juristischen Verfahren laufen noch.

Bis zu einem möglichen rechtskräftigen Urteil gilt: Die Unschuldsvermutung bleibt bestehen, und jede Person ist bis dahin unschuldig.