Neue Erkenntnisse
: Jurassica Parka wurde schon vor zwei Jahren wegen Kinderpornografie verurteilt

Jurassica Parka, bekannte Berliner Drag-Queen, wurde bereits 2023 wegen Kinderpornografie verurteilt – nun laufen erneut Ermittlungen gegen sie.
Von
Judith Müller
Berlin
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Die Berliner Drag-Queen Jurassica Parka soll kinderpornografisches Material verbreitet haben.

Die Berliner Drag-Queen Jurassica Parka soll kinderpornografisches Material verbreitet haben.

Instagram @jurassicaparka

Die Berliner Drag-Queen Jurassica Parka, bürgerlich Mario Olszinski, steht erneut im Zentrum eines Strafverfahrens. Nach aktuellen Berichten von „Siegessäule“ und der „Berliner Morgenpost“ wurde die bekannte Künstlerin bereits im Jahr 2023 rechtskräftig verurteilt – wegen des Besitzes, Erwerbs und der Verbreitung kinderpornografischer Schriften.

Das Amtsgericht Tiergarten verurteilte Olszinski am 26. Oktober 2023 zu einer Geldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 70 Euro.
Das Urteil ist laut der Siegessäule rechtskräftig.

Details aus dem Urteil

Wie das queere Stadtmagazin „Siegessäule“ berichtet, ging das Gericht in seiner Entscheidung von einer geständigen und reumütigen Haltung des Angeklagten aus.
In der Urteilsbegründung heißt es, der Strafrahmen sei zugunsten des Angeklagten gemindert worden, da es sich um eine spontane Tat gehandelt habe, die zudem bereits einige Zeit zurücklag.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Berlin, die gegenüber der „Berliner Morgenpost“ Stellung nahm, wurde Olszinski vorgeworfen, am 24. November 2021 Dateien mit kinderpornografischem Inhalt in einem sozialen Netzwerk verbreitet zu haben.

Aktuelle Ermittlungen im Jahr 2025

Unabhängig von der damaligen Verurteilung laufen derzeit neue Ermittlungen gegen den Künstler.
Wie die Berliner Morgenpost am 23. Oktober 2025 berichtete, durchsuchte die Polizei Anfang Juli 2025 im Auftrag der Staatsanwaltschaft Berlin die Wohnung von Jurassica Parka in Schöneberg.

Grundlage war ein Hinweis des US-amerikanischen National Center for Missing & Exploited Children (NCMEC), das deutsche Behörden über eine verdächtige IP-Adresse informierte.
Die Ermittlungen dauern laut Staatsanwaltschaft noch an. Sichergestellte Datenträger werden aktuell ausgewertet.

Jurassica Parka äußert sich auf Instagram

Bereits im Sommer hatte sich Mario Olszinski in einem Video-Statement auf Instagram geäußert.
Darin sprach er über seine Suchterkrankung, berichtete von Kontrollverlust und Abstürzen im vergangenen Jahr und erklärte, dass derzeit ein Verfahren gegen ihn laufe.
Er könne sich aus rechtlichen Gründen nicht weiter zu den Vorwürfen äußern, bat aber seine Community, keine vorschnellen Urteile zu fällen.

Olszinski hat nach eigenen Angaben eine Therapie begonnen und will sich vorerst von der Bühne zurückziehen.

Bedeutung für die Berliner Kulturszene

Jurassica Parka war über ein Jahrzehnt lang eine prägende Figur der Berliner Drag- und LGBTQ+-Szene.
Mit ihrer Talkshow im BKA-Theater und der Partyreihe im SchwuZ prägte sie die queere Kultur der Hauptstadt.
Die aktuellen Entwicklungen werfen nun einen Schatten auf ihre Karriere – und lösen in der Szene eine Debatte über Verantwortung, Öffentlichkeit und Privatsphäre aus.