Rückzug von Joe Biden
: Welche Alternativen haben die Demokraten?

Joe Biden hat seinen Rückzug von den US-Wahlen verkündet. Doch welche Alternativen gibt es jetzt für die Demokraten?
Von
Daniel Steiger
Washington
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Joe Biden

US-Präsident Joe Biden. Nach seinem Auftritt im TV-Duell gegen Donald Trump wird laut über Alternativ-Kandidaten diskutiert.

Gerald Herbert/AP/dpa

Der TV-Auftritt des 81-jährigen US-Präsidenten Joe Biden gegen seinen Herausforderer Donald Trump (77) sorgte weltweit für Aufregung. Nun zieht Biden Konsequenzen und verkündet seinen Rückzug von der Kandidatur. Wer könnte Biden jetzt ersetzen?

Diese Alternativen zu Joe Biden gibt es

Kamala Harris: ARCHIV - 21.06.2024, USA, New York: US-Vizepräsidentin Kamala Harris spricht während der Unite Here Convention. (zu dpa: «US-Vizepräsidentin Harris verteidigt Bidens Leistung in TV-Debatte») Foto: Yuki Iwamura/FR171758 AP/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Kamala Harris

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Kamala Harris (59)

Eine mögliche Nachrückerin für Biden wäre naturgemäß seine Stellvertreterin. Als die Diskussionen um einen möglichen Biden-Ersatz entbrannte, fiel der Name von Bidens Vizepräsidentin, die im Amt auffällig blass geblieben war, nicht als Erstes. Doch in den vergangenen Tagen richteten sich die Augen der Demokraten zunehmend auf Kamala Harris. Einige ihrer Parteikollegen begannen, die Leistung der 59-Jährigen öffentlich zu loben.

Biden selbst pries die Verdienste seiner Stellvertreterin bei einer Wahlkampfrede vor schwarzen Wählerinnen und Wählern auffallend offensiv an. Er sagte: „Sie ist nicht nur eine großartige Vizepräsidentin, sie könnte auch Präsidentin der Vereinigten Staaten sein.“ Mehrfach betonte er, was Harris und er gemeinsam für das Land erreicht hätten.

Harris ist die erste Schwarze, die den Eid als US-Vizepräsidentin abgelegt hat. Als Vize gilt Harris als natürliche Nachfolgerin Bidens. Die Demokraten bräuchten gute Gründe, die erste schwarze Vizepräsidentin einfach zu übergehen.

Auch Trump und seine Republikaner haben sich im Wahlkampf bereits auf Harris eingeschossen. „Die Demokraten beginnen, sich hinter Kamala Harris zu versammeln, da es nicht mehr zu leugnen ist, dass Joe Biden ungeeignet für das Amt ist“, hieß es in einer bereits vor mehr als zwei Wochen verschickten Werbemail für Trump.

Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom: ARCHIV - 05.06.2020, USA, Sacramento: Gavin Newsom, Gouverneur von Kalifornien, gibt ein Presse-Statement. (zu dpa: «Plan B für US-Wahl: Was wäre, wenn Biden oder Trump ausfallen?») Foto: Rich Pedroncelli/Pool AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Gavin Newsom

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Gavin Newson (56)

Ein Name, der immer wieder genannt wird, ist der von Gavin Newsom. Der Gouverneur des US-Bundesstaats Kalifornien stellte sich allerdings nach dem TV-Duell demonstrativ öffentlich hinter Biden. „Ich werde Präsident Biden nie den Rücken kehren“, sagte er. Newsom ist in seinem Bundesstaat äußerst beliebt und gewann seine Wahl mit Rekordwerten. Er leidet an einer Leseschwäche und ist trockener Alkoholiker.

Transportation Secretary Buttigieg Testifies On 2025 Budget In House Hearing: WASHINGTON, DC - APRIL 30: U.S. Secretary of Transportation Pete Buttigieg testifies before the Transportation, Housing and Urban Development, and Related Agencies Subcommittee of House Appropriations Committee at the Rayburn House Office building at the U.S. Capitol on April 30, 2024 in Washington, DC. The subcommittee held a hearing on the Department of Transportation's Fiscal Year 2025 Budget Request.   Kent Nishimura/Getty Images/AFP (Photo by Kent Nishimura / GETTY IMAGES NORTH AMERICA / Getty Images via AFP)

Pete Buttigieg

KENT NISHIMURA/AFP

Pete Buttigieg (42)

Auch der Name von Pete Buttigieg fällt öfter im Zusammenhang mit einem Alternativkandidaten. Der 42-Jährige ist aktuell US-Verkehrsminister. 2020 war er ein Kandidat  der Präsidentschafts-Vorwahlen bei den Demokraten. Nach furiosem Start zog er seine Kandidatur damals vorzeitig zurück und empfahl die Wahl von Joe Biden. Pete Buttegieg ist mit einem Mann verheiratet.

Michelle Obama wird beim diesjährigen Gründerfestival „bits & bretzels“ in München auftreten.

ARCHIV - 07.09.2022, USA, Washington: Michelle Obama, ehemalige First Lady der USA, spricht während einer Zeremonie im East Room des Weißen Hauses. (zu dpa: «Michelle Obama kommt nach München») Foto: Andrew Harnik/AP/dpa +++ dpa-Bildfunk +++

Michelle Obama

Andrew Harnik/dpa

Michelle Obama (60)

Wird die Frau von Ex-Präsident Barack Obama die Retterin für die US-Demokraten? Wohl eher nicht. Michelle Obama hatte bereits Anfang des Jahres den Spekulationen um eigene Ambitionen auf das Weiße Haus eine klare Absage erteilt. Was die 60-Jährige vom Politik-Zirkus hält, wurde erst kürzlich auf einer von Bidens-Wahlkampf-Terminen deutlich. Da wurde Ex-Präsident Barack Obama gefragt, welche seiner Töchter die bessere Präsdentin wäre. Klare Antwort: Keine. Denn: „Michelle hat ihnen so früh eingebläut, dass sie verrückt wären, in die Politik zu gehen.“