• Schweres Seilbahnunglück in Italien.
  • Die Gondel einer Seilbahn war in ein Waldstück gestürzt.
  • Die Gegend am Lago Maggiore ist beliebt bei Touristen.
In Norditalien sind bei einem Seilbahnunglück mehrere Menschen ums Leben gekommen. Wie die Bergrettung mitteilte, habe es bei dem Absturz einer Gondel am Sonntag westlich des Lago Maggiore in der Region Piemont auch mehrere Verletzte gegeben. Nach Informationen der örtlichen Bergrettung starben 13 Menschen in der Seilbahn-Kabine, als diese auf der Strecke zum Berg Mottarone etwa 80 Meter in die Tiefe stürzte. Zunächst hatten Medien von acht, später von neun Menschen berichtet, die bei dem Unglück gestorben seien. Laut italienischen Medienberichten sollen unter den 15 Menschen in der Gondel auch Touristen aus Deutschland gewesen sein. Den Agenturberichten zufolge sollen zwei Kinder in kritischem Zustand in eine Turiner Klinik geflogen worden sein. Wie es zu dem Absturz kam, war zunächst unklar.
Bei dem Seilbahnunglück in Norditalien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, es gab auch Verletzte.
Bei dem Seilbahnunglück in Norditalien sind mehrere Menschen ums Leben gekommen, es gab auch Verletzte.
© Foto: Vigili del Fuoco, dpa

Seilbahnunglück in Italien: Gondel stürzt in ein Waldstück

Ein Foto der Feuerwehr zeigte die abgestürzte Kabine in einem Waldstück. Laut Bergrettung waren zwei Hubschrauber im Einsatz. Das Gebiet sei schwer zugänglich gewesen, hieß es von den Rettern. Agenturberichten zufolge lag die Absturzstelle unweit der Bergstation.
Die bei Touristen beliebte Seilbahn verbindet in 20 Minuten den am Lago Maggiore gelegenen Urlaubsort Stresa mit dem fast 1500 Meter hohen Berg, der einen spektakulären Blick auf die Alpen bietet. Das Unglück ereignete sich rund 300 Meter vor dem Gipfel. Der italienischen Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde der Absturz der Kabine vermutlich durch einen Kabelriss im obersten Bereich der Strecke verursacht.

Auswärtiges Amt: Keine deutschen Opfer bei Seilbahnunglück in Italien

Unter den 13 Toten bei dem Seilbahnunglück in Norditalien sind nach Erkenntnissen des Auswärtigen Amtes keine Deutschen. «Derzeit haben wir keine Hinweise, dass sich Deutsche unter den Opfern befinden», teilte ein Sprecher am Sonntagabend mit. «Wir stehen zu dem tragischen Unfall der Seilbahn Stresa-Mottarone in Kontakt mit den Behörden vor Ort.»

Seilbahnunglück in Italien: Ministerpräsident Mario Draghi drückt Angehörigen sein Beileid aus

„Mit großer Trauer habe ich von dem tragischen Unfall der Stresa-Mottarone-Seilbahn erfahren“, teilte Italiens Ministerpräsident Mario Draghi mit. Er drücke den Familien der Opfer sein Beileid aus. Auch Außenminister Luigi Di Maio und andere aus dem Kabinett Draghi zeigten sich via Twitter bestürzt über das Unglück. Liguriens Regionalpräsident Giovanni Toti drückte den Menschen im Piemont ebenfalls sein Beileid aus.
Die Tragödie versetze einen in Trauer - an einem Sonntag, der eigentlich für die Hoffnung stehen sollte, schrieb EU-Wirtschaftskommissar Paolo Gentiloni auf Twitter. Der Parteichef der rechten Partei Lega, Matteo Salvini, schrieb, es gebe keine Worte dafür. Der Präsident der Region Piemont, Alberto Cirio, machte sich Medienberichten zufolge umgehend auf den Weg in das Unglücksgebiet. Im Sender Rainews 24 forderte er die Aufklärung des Unglücks. Italien sei ein Land der Sicherheit. Infrastrukturminister Enrico Giovannini wollte am Montag in die Gegend reisen.

Seilbahnunglück in Italien: Seilbahnen erst seit Samstag wieder in Betrieb

Die Gegend um den Lago Maggiore ist bei Urlaubern beliebt. Erst seit Samstag (22.05.2021) dürfen in Italien die Seilbahnen wieder ihren Betrieb aufnehmen. Das hatte die Regierung von Ministerpräsident Mario Draghi in Zuge von Lockerungen der Corona-Beschränkungen kürzlich beschlossen.
Der Monte Mottarone gehört zu den beliebten Ausflugszielen am Lago Maggiore. „In zwanzig Minuten vom See zum Berg“, damit wirbt die Seilbahn Funivia Stresa-Alpino-Mottarone auf ihrer Webseite. Das Panorama auf dem Gipfel soll zu einem der schönsten gehören. Im Winter kommen Ski-Sportler in die Gegend. Im Sommer sind viele Wanderer dort unterwegs. Der Nachrichtenagentur Ansa zufolge wurde die Bahn zuletzt zwischen 2014 und 2016 von einer Südtiroler Firma überholt.