Laborfleisch: Die Ernährung der Zukunft - Wie wird Kunstfleisch hergestellt?

Wurst aus der Petrischale? Die aktuellen Methoden zur Produktion von in-vitro-Fleisch ermöglichen zumindest die Herstellung einer hackfleischähnlichen Alternative. Was genau ist Laborfleisch und wie wird es hergestellt?
Daniel Karmann/dpaLaut dem Naturschutzbund Deutschland hat sich der Fleischkonsum in den letzten 50 Jahren gut vervierfacht. Ein Viertel der eisfreien Erdoberfläche wird laut der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) inzwischen für die Viehwirtschaft genutzt. Ganze Regenwälder werden zerstört, um mehr Fläche für Futtermittel freizumachen. Dadurch wird wiederum CO2 freigesetzt und die Artenvielfalt geht verloren. Knapp zusammengefasst sind die Folgen des zunehmenden Fleischkonsums drastisch: Klimawandel, Artensterben, Hunger und Wasserknappheit. Wenn über umweltfreundlichere Fleisch-Alternativen gesprochen wird, wird immer wieder das sogenannte Laborfleisch thematisiert. Doch was ist in-vitro-Fleisch eigentlich und wie wird es hergestellt?
Was ist Laborfleisch?
Es gibt viele verschiedene Begriffe zur Benennung von Laborfleisch: In-vitro-Fleisch, Kulturfleisch, kultiviertes Fleisch, schlachtfreies Fleisch oder „Clean Meat“. Sie alle werden verwendet, um ein Produkt zu beschreiben: das Ergebnis von Gewebezüchtung mit dem Ziel, Fleisch im industriellen Maß in vitro herzustellen, welches für den menschlichen Verzehr geeignet ist. Burger aus der Petrischale – Was zunächst nach Science Fiction klingt, ist allerdings schon seit einiger Zeit Realität. 2013 wurde von einem niederländischen Forscherteam um Mark Post von der Universität Maastricht bei einer Pressekonferenz das erste im Labor gezüchtete Burger-Patty vorgestellt. Seitdem beschäftigen sich immer mehr Entwickler und Start-Ups mit Möglichkeiten, Fleisch aus dem Labor herzustellen.
Wie wird Laborfleisch hergestellt?
Laut der Verbraucherzentrale wird Laborfleisch mittels „Tissue Engineering“ hergestellt.
Für dieses Verfahren wird einem Tier Muskelgewebe entnommen. Aus diesem Gewebe werden anschließend Stammzellen gewonnen, die mit einem Nährmedium, welches für optimale Vermehrungsbedingungen sorgt, in einem Behälter vervielfältigt werden. In diesem Prozess durchlaufen die Zellen verschiedene Entwicklungsphasen und bauen Muskeln auf. Über ein Trägergerüst, welches meist aus tierischem Kollagen besteht, wachsen die Zellen zu einer größeren Masse zusammen. Es entsteht eine sehr dünne Fleischschicht. Die Masse soll Hackfleisch ähneln. Auf ähnliche Art werden auch Fettzellen gezüchtet, um in Kombination mit dem Muskelgewebe den Geschmack von echtem Fleisch möglichst gut nachzuahmen.
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