Influencer-Steuerskandal: Erste Fälle aufgeflogen – hohe Nachzahlungen fällig

Erste Influencer mussten bereits Steuern nachzahlen.
Philip DulianDeutsche Influencer stehen seit Monaten im Fokus der Steuerfahndung. Nun zeigen erste Ergebnisse der Ermittlungen: Die Task-Force hat die ersten Social-Media-Stars geschnappt, die ihre Einnahmen nicht ordnungsgemäß beim Finanzamt angegeben haben.
Erste Fälle in Thüringen abgeschlossen
Wie BILD berichtet, haben die beiden Fahndungsstellen in Thüringen bereits zehn von insgesamt 22 Ermittlungsverfahren beendet. In zwei Fällen wurden Influencer erwischt, die ihre Einnahmen aus YouTube, Instagram oder TikTok nicht vollständig angegeben hatten. Das Ergebnis: Steuernachzahlungen von insgesamt 30.000 Euro.
In den übrigen acht Verfahren waren die Bücher sauber – die beschuldigten Influencer konnten ihre Einnahmen korrekt nachweisen.
Warum hinterziehen Influencer Steuern?
Offizielle Motive sind noch nicht bekannt. Laut Thüringer Finanzministerium könne aber davon ausgegangen werden, dass die Beweggründe ähnlich wie in anderen Branchen seien: eine Mischung aus finanziellem Anreiz, steuerliche Pflichten nicht zu erfüllen, und dem vermeintlich geringen Risiko, erwischt zu werden.
Gerade bei Influencern spiele zudem Unwissenheit eine Rolle: Viele wüssten nicht, dass auch Sachzuwendungen wie kostenlose Produkte, Reisen oder Hotelaufenthalte als steuerpflichtige Einnahmen gelten.
Auch andere Bundesländer kassieren nach
Nicht nur Thüringen zieht Konsequenzen. Auch Niedersachsen hat bereits 19 Prüfungen abgeschlossen und Nachzahlungen in Höhe von 110.000 Euro eingetrieben.
Bayern wiederum wertete im Rahmen sogenannter Gruppenauskunftsersuchen rund 60.000 Datensätze von Social-Media-Plattformen aus. Laut Landesamt für Steuern beläuft sich das bundesweite Umsatzvolumen von Influencern und Content Creators auf etwa 1,4 Milliarden Euro.
In Nordrhein-Westfalen laufen aktuell über 200 Ermittlungsverfahren, während Hamburg bis Anfang 2026 rund 140 Fälle abschließen will.
