Hochwasser in Deutschland: Elbe in Sachsen steigt weiter an - Scheitel bei Görlitz überschritten

Sachsen, Görlitz: Blick auf den südlichen Görlitzer Stadtteil Weinhübel und die über die Ufer getretene Neiße.
Paul Glaser/dpaIn Sachsen steigt das Wasser der Elbe angesichts des Dauerregens in den Nachbarländern Tschechien und Polen sowie in den eigenen Landesteilen weiter an. Die sächsische Hochwasserzentrale ging am Montag (16.09.) aber davon aus, dass die Alarmstufe 4 in der Landeshauptstadt Dresden sowie am Pegel Schöna an der Grenze zu Tschechien nicht erreicht wird. Der Neißepegel bei Görlitz sank bereits wieder, nachdem dort die Alarmstufe 2 gegolten hatte. In Görlitz trat nach Polizeiangaben eine 46-jährige Frau am Sonntagabend zu nah an die Hochwasser führende Neiße heran und stürzte in den Fluss. Die Fluten rissen sie knapp einen Kilometer mit sich, bis sich die Frau an einem Wehr festhalten und ans Ufer retten konnte. Sie kam mit einer Unterkühlung ins Krankenhaus.
Noch Hochwasserwarnstufe 2 in Dresden
Auch in Dresden wurde am Sonntagabend die Hochwasserwarnstufe 2 ausgerufen. Am Montagmittag erreichte der Elbpegel dort 5,64 Meter. Der Richtwert der Alarmstufe 3, der bei sechs Metern liegt, könnte laut Hochwasserzentrale am Dienstagabend (17.09.) überschritten werden. Laut dem Landeshochwasserzentrum in Sachsen bedeutet die Alarmstufe 3, eine Überschwemmung von Teilen zusammenhängender Bebauung oder überörtlicher Straßen und Schienenwege. In der Stadt wurden bereits an einigen Stellen mobile Hochwasserschutzwände aufgebaut, um zu verhindern, dass Hochwasser in die Altstadt fließt.
Die Aufräumarbeiten an der teilweise eingestürzten Carolabrücke in Dresden waren bereits am Samstagabend (14.09.) auf einer der Elbseiten vorläufig abgeschlossen worden. Es ging auch darum, den Abfluss des Hochwassers nicht zu behindern. Weitere Abrissarbeiten für den noch verbliebenen Teil des eingestürzten Brückenzugs können erst nach dem Hochwasser beginnen.
Technisches Hilfswerk ist vorbereitet
Das Technische Hilfswerk (THW) ist auf weitere mögliche Hochwasser im Osten Deutschlands vorbereitet. „Wir stellen uns halt darauf ein, dass wir größere Kräfte dann auch an die Elbe und an die Oder verlegen können“, sagte THW-Abteilungsleiter Fritz-Helge Voss am Montag im ZDF-„Morgenmagazin“. Er riet Menschen, sich vom Wasser fernzuhalten. So sollten Menschen bei Hochwassersituationen besser nicht mehr in den Keller gehen, weil sie sonst womöglich nicht mehr hinauskämen.
Hochwasserlage in Bayern entspannt sich
In Bayern erwartete der Hochwassernachrichtendienst keine überregionale Verschärfung der Hochwasserlage. So soll die Situation trotz anhaltenden neuen Dauerregens weitgehend entspannt bleiben. Lediglich für die Donau in Passau sei die zweithöchste Meldestufe 3 möglich, in allen anderen Gebieten seien nur die Meldestufen 1 und 2 zu erwarten. Da am Dienstag in Bayern die Niederschläge abklingen sollten und trockenes Wetter erwartet werde und außerdem kaum Schneeschmelze zu erwarten sei, werde sich die Lage dann weiter entspannen.
Das Sturmtief „Anett“, das international „Boris“ genannt wird, sorgte in Polen, Tschechien, Österreich und Rumänien für sintflutartige Regenfälle und Überschwemmungen. Mehrere Menschen kamen ums Leben.
hex/cfm
