Nach dem starken Regen im nördlichen Oberbayern hat sich die Lage in der Nacht auf Dienstag entspannt. Das teilten einige Polizeidienststellen aus betroffenen Gebieten mit. „Grundsätzlich ist die Lage entspannter“, sagte eine Sprecherin der Polizei in Dorfen (Landkreis Erding). Am Abend habe die Polizei dort keine größeren Einsätze verzeichnet. Auch die Einsatzkräfte in Geisenfeld im Kreis Pfaffenhofen und Moosburg (Kreis Freising) berichteten von keinen weiteren Einsätzen in der Nacht.

Starkregen in Oberbayern sorgte am Montag für Überschwemmungen

Nach Starkregen sind am Montag im nördlichen Oberbayern zahlreiche Keller vollgelaufen und Straßen überschwemmt worden. In der Stadt Dorfen (Landkreis Erding) wurde sogar der Katastrophenfall ausgerufen. Im Ortsteil Oberdorfen hätten rund 250 Menschen ihre Häuser verlassen müssen, teilte die Stadt am Montag mit. Die Betroffenen seien in einer Turnhalle untergekommen. Der Deutsche Wetterdienst DWD hatte zuvor vor Unwettern und Starkregen in Teilen Bayerns gewarnt.

DWD: Unwetterwarnung in Südbayern auch heute

Im südlichen Oberbayern warnten der Hochwassernachrichtendienst und der Deutsche Wetterdienst (DWD) vor ergiebigem Dauerregen und möglichen Überschwemmungen. Vor allem im Chiemgau seien bis Dienstagabend Niederschlagsmengen von bis zu 80 Litern pro Quadratmeter möglich, teilte der DWD am Montag mit.
Auch heute am Dienstag, 31.08., gibt es vom Deutschen Wetterdienst eine Unwetterwarnung für Teile von Südbayern – unter anderem die Kreise am Alpenrand. Ergiebiger Starkregen und Dauerregen sind möglich.

Hochwasser nach Starkregen am Montag: 600 Einsatzkräfte in Bayern im Einsatz

Die Feuerwehren seien mit 600 Einsatzkräften vor Ort gewesen, um vollgelaufene Keller leer zu pumpen und überflutete Straßen wieder frei zu bekommen. Rund 2300 Sandsäcke wurden gefüllt, um die Ortschaft zu schützen.
Die Kreisbehörde machte klar, dass die Evakuierung in Dorfen auch vorsorglich geschehen sei. „Aber wir wollen und müssen sichergehen, die jüngsten Ereignisse in Deutschland zeigen das“, sagte Landrat Martin Bayerstorfer (CSU).

Landkreise Erding und Freising stark von Wassermassen betroffen

Darüber hinaus war der nördliche Landkreis Freising besonders von Überflutungen betroffen. Allein in der Gemeinde Au in der Hallertau rückte die Feuerwehr nach Angaben eines Sprechers bis zum Montagnachmittag zu mehr als 50 Einsätzen aus. „Das Wasser stand in manchen Kellern bis zu zwei Meter hoch“, sagte der Sprecher. Mehrere Straßenzüge waren überflutet, nachdem unter anderem die Abens über die Ufer getreten war. Meldungen zu Verletzten gab es zunächst nicht.
Auch im benachbarten Landkreis Pfaffenhofen an der Ilm kam es in Folge der starken Regenfälle zu Überschwemmungen. Dort war nach Angaben des Landratsamts vor allem die Gemeinde Wolnzach von den Überschwemmungen betroffen. Es seien nach bis zu 60 Liter Regen pro Quadratmeter in der Nacht mehrere Keller vollgelaufen, teilte das Landratsamt mit. Viele Feuerwehren seien im Einsatz. „In der Wolnzach haben wir derzeit noch hohe Abflussmengen, da die Böden gesättigt sind und kaum mehr Wasser aufnehmen können“, sagte Matthias Krenauer von der Abteilung Katastrophenschutz am Landratsamt.

Sperrung der A94 zwischen Lengfeld und Dorfen

Die Therme Erding musste nach Angaben eines Sprechers etwa 400 Gäste des angeschlossenen Hotels in anderen Betrieben unterbringen, nachdem der Keller des Gebäudes mit Wasser vollgelaufen war. Dort sei in der Folge der Strom ausgefallen
Nach einem Erdrutsch war die A94 zwischen Lengdorf (Landkreis Erding) und Dorfen voll gesperrt worden. Die Aufräumarbeiten zogen sich über mehrere Stunden bis zum Nachmittag hin.
Nachdem die Flüsse Ilm und Abens an den Pegeln in Geisenfeld und Mainburg am Montagnachmittag die höchste Hochwassermeldestufe vier erreichten, meldeten die Landratsämter in Freising und Pfaffenhofen eine allmähliche Entspannung der Lage vor Ort. Der benachbarte niederbayerische Landkreis Kelheim warnte aber weiter vor einem möglichen Hochwasser der Meldestufe drei.