Allein in Vancouver sind 69 Menschen an der Hitzewelle in Kanada gestorben – bei Temperaturen von über 45 Grad Celsius. Seit Freitag seien in der Provinz British Columbia mehr als 100 plötzliche Todesfälle bei der Polizei gemeldet worden, berichtete außerdem der TV-Sender CBC. Extreme Hitze werde in der Mehrzahl der Fälle als Mitursache angesehen. Sie soll auch in den kommenden Tagen andauern. Warnung:
  • Besonders älteren Menschen macht das Wetter an der Westküste derzeit zu schaffen.
  • Diese Risikogruppe ist laut der kanadischen Polizeibehörde RCMP gefährdet.
  • Vorerkrankte und Ältere sollten sich in klimatisierten Räumen vor den hohen Temperaturen schützen.

Hitzewelle: Menschen suchen Zuflucht an klimatisierten Orten – schon mehr als 70 Tote

Auch in anderen Gemeinden gab es zahlreiche Tote, bisher liegen aber noch keine offiziellen Zahlen vor. Die Regierung in Kanada versucht, den Menschen dort zu helfen, und ihnen Orte zu schaffen, an denen sie sich vor der Hitze schützen können. In Vancouver wurden dafür mehrere klimatisierte Zentren eingerichtet. Klimaanlagen und Ventilatoren sind teilweise schon ausverkauft. Daher suchen Menschen auch in Tiefgaragen oder in ihren klimatisierten Autos Schutz vor der Hitze.
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Youtube Hitzewelle in Kanada: wetter.net

Warnung: „Hitzekuppel“ bleibt die ganze Woche

Die Wetterbehörde im kanadischen Lytton (British Columbia) teilte mit, dort seien gestern, am Dienstag, 49,5 Grad gemessen worden. Warnungen vom Umweltministerium liegen vor: Die Hitze werde die ganze Woche andauern. Die Temperaturen liegen demnach 10 bis 15 Grad über den Normalwerten.„Hier herrscht eine Hitze wie in der Wüste“, sagte David Philips, der leitende Klimaforscher des kanadischen Umweltministeriums der Nachrichtenagentur AFP.
Eine sogenannte „Hitzekuppel“ ist für die extremen Temperaturen in Kanada verantwortlich. Der Hochdruck in der Atmosphäre hält die heiße Luft damit in der Region fest. Wetterexperten sagten der „Washington Post“, die Intensität dieser Hitzekuppel sei statistisch gesehen extrem selten – sie sei eigentlich nur einmal alle paar tausend Jahre zu erwarten.

Brandgefahr in Kanada: Hitzegewitter entfachen Brände

„Es ist unbedingt erforderlich, dass wir uns bei dieser extremen Hitze umeinander kümmern“, sagte Polizeisprecher Mike Kalanj, den die Deutsche Presseagentur zitiert. Es besteht die Gefahr, dass durch der brütenden Hitze Kanadas Waldbrände ausgelöst werden. Wenn es bei Hitzegewittern nur wenig regnet, könnten Feuer entstehen – das ist in mehreren Bundesstaaten Kanadas bereits passiert.