Für Millionen Deutsche wird die Erklärung zur neuen Grundsteuer zum echten Nervfaktor. Trotz einmaliger Fristverlängerung haben die meisten Betroffenen kurz vor dem Abgabetermin immer noch keine Grundsteuererklärung eingereicht. Welche Strafen drohen bei Nichtabgabe? Wird es eine weitere Fristverlängerung geben? Hier gibt es alle Infos zur Grundsteuererklärung:

Abgabetermin und Frist: Bis wann muss die Erklärung zur Grundsteuer eingereicht werden?

Die Zeit für Millionen Deutsche wird langsam knapp. Ursprünglich galt für die Erklärung zur Grundsteuer der Abgabetermin 31.10.2022. Aufgrund vieler fehlender Erklärungen hat die Bundesregierung dann die Frist bis auf den 31.1.2023 verlängert.

Grundsteuer: Wird es eine weitere Fristverlängerung geben?

Im ganzen Land müssen rund 36 Millionen Immobilien neu bewertet werden. Mehr als 16 Millionen Deutsche haben aktuell die dazu nötige Grundsteuererklärung schon gemacht - das ist aber nicht einmal die Hälfte derjenigen, die dazu verpflichtet sind. Jetzt stellt sich die Frage, ob es eine zweite Verschiebung des Abgabetermins geben wird. Das ist aber aktuell nicht in Sicht. Bislang wird das in der Politik nicht offen diskutiert. Aktueller Abgabetermin für die Grundsteuererklärung bleibt also der 31.1.2023.

Grundsteuererklärung verweigert: Welche Strafen drohen bei Nichtabgabe oder Verspätung?

Wer sich weigert, die Grundsteuererklärung abzugeben oder dies verspätet tut, kann mit einem sogenannten Verspätungszuschlag bestraft werden. Dieser beträgt demnach 25 Euro für jeden angefangenen Monat der Verspätung. Bei Nichtabgabe kann das Finanzamt zudem die Besteuerungsgrundlagen schätzen.

Hilfe bei der Grundsteuererklärung: Gibt es einfache Varianten?

Ja, beim Ausfüllen der Grundsteuererklärung gibt es diverse Hilfsmittel. Beispielsweise wurde ein vereinfachtes Frage-Antwort-Verfahren im Internet eingerichtet, um die Erklärung zu erstellen. Dieses ist aber nicht für jeden nutzbar. Über den Online-Service Der Online-Service „Grundsteuererklärung für Privateigentum” können Privatpersonen die Grundsteuererklärung für Einfamilienhäuser, Zweifamilienhäuser, Eigentumswohnungen und unbebaute Grundstücke erledigen. Diese Seite ist aber nur in bestimmten Bundesländern nutzbar. Und zwar in denen, die sich für das sogenannte „Bundesmodell“ entschieden haben. Das sind folgende Länder:
  • Berlin
  • Brandenburg
  • Bremen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Nordrhein-Westfalen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Sachsen
  • Sachsen-Anhalt
  • Schleswig-Holstein
  • Thüringen
Außerdem gibt es andere Hilfen, diese können allerdings Geld kosten. Stiftung Warentest empfahl beispielsweise im September 2022 das Programm „Wiso Grundsteuer“, dagegen bewerteten die Tester „Smartsteuer Grundsteuer“ als eher unübersichtlich und im Testzeitraum fehleranfällig.

Zeitaufwand: Wie lange dauert die Grundsteuererklärung?

Der Zeitaufwand über das vereinfachte Verfahren der Grundsteuererklärung ist übersichtlich. Legt man sich ein paar Daten vorab zurecht, ist die Erklärung online in 30 Minuten erledigt.

Vorbereitung der Grundsteuererklärung

Für die Abgabe der Erklärung mit „Grundsteuererklärung für Privateigentum“ werden bspw. folgende Angaben benötigt:
  • Größe des Grundstücks
  • Grundbuchblattnummer (falls zur Hand), Gemarkung, Flur, Flurstück
  • Für Eigentumswohnungen: Miteigentumsanteil am Grundstück
  • Steuernummer/Aktenzeichen des Grundstücks
  • Bodenrichtwert
  • Genaues Baujahr des Gebäudes (ab einem Baujahr von 1949)
  • Wohnfläche
Ab wann muss die neue Grundsteuer gezahlt werden?

Wann soll die neue Steuer fällig werden?

Auf der Grundlage der neuen Werte soll die Grundsteuer neu berechnet werden - zu zahlen soll sie ab 1. Januar 2025 sein. Das Bundesfinanzministerium rechnet mit Herbst 2024, bis die konkrete Höhe bei einem Großteil der Steuerpflichtigen feststehen wird.